Betreten erlaubt: Der Fußweg am Isen-Flutkanal darf weiter genützt werden. Foto: Hermann Weingartner

Bedrohte Tierarten

Stadt will Schutzgebiet erheblich erweitern

Tägliche Freizeitaktivitäten sowie intensive Bodennutzung durch die Landwirtschaft bedrohen den Bestand einiger Vogelarten und auch das Niederwild. Das bestehende Wiesenbrüterschutzgebiet am östlichen Stadtrand Dorfens soll daher erheblich erweitert werden.

Dorfen – Als „sinnvolle und notwendige Maßnahme“ hat Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) im Umwelt-, Natur- und Klimaausschuss den Antrag auf Erweiterung des Wiesenbrüterschutzgebietes bezeichnet. Nur im Erdinger Moos und im Isental bei Dorfen liegen die zwei noch „nennenswerten Wiesenbrüterlebensräume“ im Landkreis Erding, erklärte Anton Euringer, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, in seiner Stellungnahme.

Derzeit liegt das rund 180 Hektar große Schutzgebiet östlich der Gemeindeverbindungsstraße Kloster Moosen – Hampersdorf. Das Areal zwischen Isen-Flutkanal und Bahnline München-Mühldorf reicht bis nach Wasentegernbach. Mit der neu beantragten Fläche für bedrohte Vogelarten kommen weitere 80 Hektar dazu. Das neue Schutzareal beginnt am Stadtrand östlich des Isen-Vilstal-Radlwegs. Es liegt teilweise direkt an der Siedlungsbebauung, aber überwiegend zwischen Isen-Flutkanal und der Isen.

Grundner erklärte, das Schutzgebiet diene einer Vielzahl von Vögeln als Brutgebiet. Dort seien auch besonders schützenswerte Vögel zu finden, wie Kiebitz oder Blaukehlchen. Auch Säugetiere und Reptilien finden in dem Schutzgebiet Unterschlupf.

Ziel der Erweiterung ist es, dass der Bestand der Wiesenbrüter wieder zunimmt durch mehr Ruhe in der Brutzeit. Derzeit seien zwei Kiebitzpaare im Niedermoos östlich der Stadt zu beobachten. Das Gebiet wird mit der Ausweisung aber nicht zum Naturschutzgebiet, betonte Grundner. Es gelte nur in der Brutzeit von 15. März bis 15. Juli im gesamten Areal ein Betretungsverbot. Erlaubt ist es weiter festgelegte Wege zu nützen. Auch Hunde dürfen mitgeführt werden, „aber nur an der kurzen Leine“.

Als Hauptproblem sieht Euringer für Wiesenbrüter die Spaziergänger, Radler, Reiter und Modellflieger. Aber gerade freilaufende Hunde würden aufgrund ihrer Störfrequenz und Nachhaltigkeit immer wieder in vogelkundlichen Gutachten als akutes Problem genannt. Bleiben die Leute im Schutzzeitraum auf den Wegen und Hunde an der kurzen Leine, sei „schon viel erreicht“. Die Beschränkungen gelten aber nicht für die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung und die rechtmäßige Ausübung der Jagd und Fischerei, sagte der Stadtchef. Das sei weiter durchgehend gestattet.

Der Modellfliegerverein im Dorfener Moos habe Bestandsschutz, betonte der Bürgermeister. Das Vereinsgelände liegt im bestehenden Schutzgebiet. Einstimmig beschlossen wurde, die Erweiterung des Wiesenbrüterschutzgebiets zu beantragen. Das Landratsamt sieht die Maßnahme sehr positiv. Ein Konfrontation Naturschutz und Freizeitnutzung werde nicht ausbleiben. Eine Gras- oder Heuernte überlebe in der Regel kein Vogelnest. Bei Zuwiderhandlungen drohen aber nur Spaziergängern Bußgelder bis zu mehreren tausend Euro.

Hermann Weingartner

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