Preisträger, Geehrte und Laudatoren: (v. l.) Nikolaus Blasi (Umweltpreis, Bauernmarkt), Umweltreferent Gerald Forstmaier, Adalbert Wirtz (Sozialpreis, Flüchtlingshilfe Dorfen), Kulturreferent Ludwig Rudolf, Benno Meindl (Bürgermedaille), Sozialreferent Michael Oberhofer, Martha Hanslmaier (Sozialpreis, Flüchtlingshelferkreis Schwindkirchen), Franz Erl (Kulturpreis) und Bürgermeister Heinz Grundner. Foto: Renner

Bürgermedaille, Sozial-, Umwelt- und Kulturpreis

Stadt würdigt herausragende Verdienste

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Dorfen - Die Stadt Dorfen hat engagierte Bürger ausgezeichnet. Den Sozialpreis der Stadt teilen sich die Flüchtlingshilfen Dorfen und Schwindkirchen. Träger des Umweltpreises ist der Bauernmarkt. Den Kulturpreis hat Franz Erl erhalten, mit der Bürgermedaille ist Benno Meindl geehrt worden.

Die Verleihung der Preise für herausragende Verdienste in den Bereichen Kultur, Soziales und Umwelt fand am Freitagabend in einer Festsitzung des Stadtrats im Jakobmayer-Saal statt. „Heute stehen Menschen und Organisationen im Rampenlicht die sich auf die eine oder andere Weise um das Gemeinwohl verdient gemacht haben. Sie praktizieren das, wovon viele andere nur reden: Bürgersinn und Solidarität“, sagte Bürgermeister Heinz Grundner in seiner Eröffnungsrede. Die vom Stadtrat bestimmten Preisträger hätten sich dafür eingesetzt, die Lebenssituation einzelner Menschen oder die Lebensqualität in Dorfen zu verbessern. Grundner: „Wir brauchen Menschen, die Initiativen ergreifen und neuen Ideen Bahn brechen. Wir brauchen Menschen, die sehen, was Not tut, und beherzt zupacken. Wir brauchen Menschen, die sich um diejenigen kümmern, die, aus welchen Gründen auch immer, am Rand der Gesellschaft leben. Wenn jeder nur egoistisch den eigenen Weg verfolgte, dann stünde jeder letzten Endes alleine da.“

Sozialpreis

Den Sozialpreis der Stadt haben die Flüchtlingshilfe Dorfen und der Flüchtlingshelferkreis Schwindkirchen erhalten. In seiner Laudatio sagte Dorfens Sozialreferent Michael Oberhofer, die beiden Flüchtlingshilfen seien „eine Feuerwehr für die verschiedensten Probleme vor Ort“. Hier werde in unterschiedlicher und vielfältiger Weise „das wahre Ehrenamt gelebt und somit ein im wahrsten Sinne unbezahlbarer Beitrag zu einer versuchten Integration geleistet.“ In Richtung Flüchtlinge sagte Oberhofer: „Ich hoffe, ja ich wünsche es mir fast, dass die Menschen, denen Sie vorbildlich geholfen haben, auch für sich in der Zukunft entdecken, dass es sich lohnt, für andere da zu sein.“

Für den Flüchtlingshelferkreis Schwindkirchen nahm Martha Hanslmaier den Preis entgegen. „Ein Lächeln im Gesicht, ein Danke“ seitens der Flüchtlinge geben den Helfern viel zurück, sagte sie. Adalbert Wirtz von der Flüchtlingshilfe Dorfen zitierte Stefan I., den ersten König von Ungarn. Dessen Aussage, „Ein Land mit nur einer Sprache und einer Sitte ist schwach und gebrechlich. Darum ehre die Fremden und hole sie ins Land“, habe heute mehr denn je Gültigkeit. Als „Versagen der Gesellschaft“ kritisierte Wirtz, dass Flüchtlinge abgeschoben würden. Dieses Verhalten sei aber „nur von kurzer Dauer“, zeigte sich Wirtz überzeugt. Langfristig würden sich „Menschlichkeit und Offenheit durchsetzen“.

Umweltpreis

Mit dem Umweltpreis der Stadt wurde der Bauernmarkt Dorfen ausgezeichnet. In seiner Laudatio würdigte Umweltreferent Gerald Forstmaier die regionalen Vermarktungsstrukturen und damit das umweltschonende Prinzip der kurzen Wege, des Bauermarktes. Dadurch würde weniger Verkehr erzeugt und umweltschädliche Schadstoffe reduziert. Vom Bauernmarkt, den es seit 22 Jahren in Dorfen gibt, schwärmte Forstmaier regelrecht. Dort sei Einkaufen fernab von jeder Supermarkt-Atmosphäre „etwas besonderes“. Das Motto des Bauernmarktes „Aus dem Umland frisch auf den Tisch“ sei Programm. Verbraucher wüssten, „welche Bauern hier ihren guten Käse, ihre Würste oder ihr frisches Gemüse verkaufen“. Und es gebe Produkte wie Dampfnudeln oder Hauberlinge, die in keinem Supermarkt zu finden seien.

Stellvertretend für den Bauernmarkt-Verein nahm dessen Vorsitzender Nikolaus Blasi die Auszeichnung entgegen. Er versprach, dass auch künftig „keine anonyme Handelsware in die Tüte kommt“.

Kulturpreis

Der Kulturpreis der Stadt ist Franz Erl verliehen worden. Kulturreferent Ludwig Rudolf würdigte Erl als „echtes Kind der Stadt“. Der Preisträger trage mit seiner beeindruckenden Sammlung von Musiktonträgern dazu bei, dass bei den jährlichen Belcanto-Abenden immer wieder Dorfener zu Opernfans würden. Aber auch als Theaterregisseur bei der „Drei-Groschen-Oper“ oder „Kasimir und Karoline“ habe Erl Geschichte geschrieben. Nicht zuletzt in seiner Zeit als Kulturreferent des Stadtrats habe Erl dazu beigetragen, dass der Ruf Dorfens „als heimliche Kulturhauptstadt des Landkreises“ gefestigt worden sei.

Erl bedankte sich für die Auszeichnung auch musikalisch. Unter anderem spielte er eine historische Opernaufnahme des berühmten italienischen Tenors Enrico Caruso. Er habe noch viele historische Aufnahmen, sagte Erl: „Der Belcanto-Abend ist so schnell nicht zu Ende.“

Bürgermedaille

Als Höhepunkt des Abends ist der langjährige Dorfener Kirchenmusiker Benno Meindl mit der höchsten Auszeichnung der Stadt, der Dorfener Bürgermedaille, geehrt worden. Der fast 88-Jährige hat Dorfen musikalisch geprägt. Der studierte Kirchenmusiker trat 1957 die Nachfolge des bedeutenden Chorleiters und Kirchenmusikers Georg Ratzinger als Organist und Chorregent in Dorfen an. Bürgermeiste Grundner würdigte Meindl auch dafür, dass ihm die musikalische Bildung von Kindern und Jugendlichen „immer eine Herzensangelegenheit war“. Meindl, der bereits 1989 mit dem Kulturpreis des Landkreises geehrt wurde, habe sich durch eine Vielzahl von Orgel- und Chorkonzerten einen Namen gemacht. Bis in die heutigen Tage sei Meindl als Kirchen- und Konzertmusiker aktiv. Meindl habe sich mit seinem „Gesamtwerk“ um die Stadt Dorfen verdient gemacht.

Der Geehrte nahm die Auszeichnung sichtlich gerührt entgegen. Die musikalische Ausbildung von jungen Menschen „war ein großer Bestandteil meines Lebens“, sagte Meindl. Mit Ernst Bartmann, seinem Nachfolger als Dorfener Kirchenmusiker, sei es ihm gelungen, „eine Rakete zu zünden“. Bartmann sei heute ein so außergewöhnlicher Musiker und Dirigent, dass er jederzeit die Bayerische Staatsoper leiten könnte. „Aber er bleibt lieber in Dorfen“, freute sich Meindl.

Musikalisch umrahmt wurde die Preisverleihung vom „Ensemble Allegro con brio“, unter Leitung von Marjorie Danzer, sowie Thomas Seidl am Flügel und Ludwig Rott am Saxofon.

Anton Renner

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