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„Heilsamer Schock“: Bürgermeister Heinz Grundner (am Rednerpult) hofft auf eine Umkehr im Stadtrat.

CSU-Stammtisch

Stadträte machen Politik „gegen die Jugend“

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Dorfen – Es sind düstere Aussichten, die von CSU-Mitgliedern für die Zukunft Dorfens befürchtet werden. Im interkommunalen Wettbewerb mit anderen Gemeinden entlang der A 94-Trasse wird „Dorfen hinten runterfallen, wenn die Stadt die Chancen, die die Autobahn bietet, nicht nutzt“.

Das hat Claudia Ostermaier beim gestrigen kommunalpolitischen CSU-Stammtisch in der ESC-Stadiongaststätte prophezeit. Und mit den Befürchtungen ist sie nicht alleine. Ihr Sohn Michael Ostermaier wirft Teilen des Stadtrates sogar vor, eine Politik „gegen die Jugend“ zu machen. Ohne direkt Namen zu nennen, sprach Ostermaier hier vor allem SPD und Grüne an. Gewisse „ältere Herrschaften in anderen Parteien“ würden nach dem Motto verfahren, „wir haben ein Haus, eine Wohnung, wir brauchen nichts mehr“. Dorfen habe kaum Gewerbe, wenig Arbeitsplätze. Wenn die Politik so weitergeführt werde, „geht das zulasten der jungen Leute und Familien in Dorfen“, konstatierte Ostermaier.

Auch Florian Czech warnte davor, „Dorfen als Insel der Glückseeligen“ zu sehen. Während andere Kommunen wie etwa Taufkirchen, Lengdorf und St. Wolfgang „die Messer wetzen“ würden, um ein gutes Stück vom kommenden Aufschwung durch die Autobahn abzubekommen, zeige die Stadt Dorfen hier wenig Einsatz.

Ganz so drastisch sieht der Gewerbereferent des Stadtrates, Martin Greimel, die Lage nicht. „Wir müssen nach vorne schauen.“ Für Greimel ist eine „positive Tendenz“ erkennbar, dass im Stadtrat ein Umdenken stattfindet. Das zeige der einstimmige Beschluss für die Ausweisung des neuen Gewerbegebietes im Südwesten der Stadt. „Wir dürfen uns nicht schlechter reden, als wir sind“, konstatierte Greimel. Hoffnungsvoll stimmt den Gewerbereferenten auch, dass die CSU mithilfe von Stadträten anderer Fraktionen mittlerweile sogar wieder Mehrheiten im Plenum hinbekommt.

Diese Entwicklung sieht auch der CSU-Ortsvorsitzende Bürgermeister Heinz Grundner. „Vielleicht war die Schließung der Firmen Meindl und HAWE ein heilsamer Schock für manche.“ Grundner hält ein weiteres „erträgliches Wachstum“ für notwendig. Dabei müsse aber darauf geachtet werden, dass Dorfen „sein Gesicht nicht verliert“. 

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