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Viele Unwägbarkeiten im Boden machen eine Trog-Lösung schwierig, sagt der DB-Gesamtprojektleiter Klaus-Peter Zellmer.

Alternative zur DB-Variante beim Bahnausbau

Stadtrat zweifelt am eigenen Planer

Dorfen setzt beim zweigleisigen Bahnausbau München-Mühldorf im Stadtbereich weiter auf ein Alternativkonzept des Münchner Verkehrsberatungsbüros Vieregg-Rössler. Die Deutsche Bahn hält das „grundsätzlich für machbar“, hat aber auch viele Fragezeichen gesetzt.

Von Hermann Weingartner

Dorfen – Im Stadtrat wurde am Mittwochabend erneut fast drei Stunden diskutiert, wie man nun mit der Vieregg-Alternative weiter vorgehen will. Geplant ist, im Berliner Bundesverkehrsministerium damit vorstellig zu werden, um dort eine Umplanung der DB-Vorzugstrasse zu erwirken. Dazu brauche es eine „belastbare Planung“, forderte Bürgermeister Heinz Grundner (CSU). Der präsentierte Vieregg-Entwurf tauge dazu überhaupt nicht und sei „in vielen Punkten nicht zu Ende gedacht“. Das habe die Überprüfung durch Experten der Bahn aufgezeigt.

Mit dem vorgelegten Konzept haderte auch die Stadtratsmehrheit schwer, und das wegen „zu vieler Konjunktive und Unwägbarkeiten“. Diplom-Kaufmann Martin Vieregg (Geschäftsführer) wurde dafür auch schwer attackiert, teilweise wurde ihm die Kompetenz abgesprochen, überhaupt eine belastbare Planung vorlegen zu können. DB-Netze-Gesamtprojektleiter Klaus-Peter Zellmer meinte, an Vieregg gerichtet: „Sie sind kein Ingenieur.“

Man hätte eine Lösung erwartet, sagte Michael Oberhofer (CSU) enttäuscht. Die Kritikpunkte der DB seien Vieregg seit sechs Wochen bekannt gewesen. Martin Heilmeier (LDW) verstand „die Aufregung nicht“. Dass Probleme im Planungsverlauf auftauchen könnten, sei doch normal. Es sei „die Pflicht der Stadt, die städtebaulich beste Lösung rauszuholen“. Und das sei die Vieregg-Lösung.

Der wesentliche Unterschied der Vieregg-Variante ist der Verzicht auf einem Betontrog, eine deutliche Tieferlegung der Gleise sowie eine Verlegung der Trasse bis zu 60 Meter nach Süden. Das brächte die städtebaulich eindeutig beste Lösung für Dorfen, da ist sich der Stadtrat weiter einig. Auf Ersuchten der Stadt wurde das Vieregg-Konzept von den Bahn-Planern auf Plausibilität geprüft. Auf eigene Kosten, merkte Zellmer an.

Erkannte Probleme erläuterte Teilprojektleiter Rainer Kunze. Alle Erkenntnisse seien Ab- oder Einschätzungen. Vieregg brauche mehr Flächen deren Verfügbarkeit zu klären sei. Eine Reihe möglicher negativer Auswirkungen beim Grundwasser seien völlig ungeklärt. Der Einbau von Gabionenwänden bis zu zehn Meter Höhe müsse aufwändiger geplant werden und bedinge weiteren Bodenaustausch. Mögliche Kriechbewegungen unter der Böschung bedingten ein breiteres Gleisbett, was die Lärmreduzierung des Trogs mindere.

Alternative nichtbilliger als DB-Lösung

Eine Karte der Lärmemissionen zeigte überraschenderweise keine gravierenden Unterschiede beider Planungen. Zusätzlicher Lärmschutz ist bei beiden nötig. Durch die Mehrkosten dürfte die Alternative wohl kaum billiger sein als die DB-Lösung, glauben die DB-Vertreter. Zellmer empfahl der Stadt, bei weiterer Verfolgung des Vieregg-Konzepts eine ingenieurmäßige Planung zu beauftragen, die alle kritischen Punkte fachlich bewerte. Die DB plane weiter die mit dem Bund als Auftraggeber abgestimmte Vorzugsvariante, sagte Zellmer.

Vieregg sah die Überprüfung der DB „positiv“ und als Bestätigung, dass seine Gabionen-Lösung machbar sei. Die Mängel nehme er als „Hausaufgabenliste“ mit. Am Ende bleibe er kostenmäßig trotz Änderungen zehn Prozent unter der DB-Variante von rund 65 Millionen Euro.

Gerald Forstmaier (GAL) fasste zusammen, was von Anfang an eindeutig war: „Wir haben nur eine Chance“, nämlich mit der Vieregg-Planung nach Berlin zu fahren. Die sei „finanziell tragbar“. Bürgermeister Grundner appellierte an Vieregg, ein „klares Konzept, belastbar und beratungsfähig, vorzulegen“. Das muss nun binnen sechs Wochen inklusive geologischer Gutachten vorliegen, wurde mehrheitlich beschlossen. Mögliche Gesamtkosten betragen dafür maximal 33 600 Euro.

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