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Da geht’s lang: Bürgermeister Heinz Grundner (l.) und Stadtwerkegeschäftsführer Klaus Steiner (r.) bei der Vorstellung der Breitbandausbaupläne. 

Breitbandausbau

Stadtwerke bringen Highspeed aufs Land

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140 Kilometer Kabel werden verlegt, damit über 200 Ortsteile mit schnellem Internet versorgt werden. Die Stadtwerke Dorfen haben den Zuschlag für den Glasfasernetzbetrieb im Umland erhalten. Das Breitbandnetz selbst wird von der Stadt gebaut.

Dorfen – Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am Mittwochabend in nichtöffentlicher Sitzung dem Angebot der Stadtwerke Dorfen für den Betrieb des künftigen Glasfasernetzes im schlecht erschlossenen Umland den Zuschlag erteilt. Wie viel Miete die Stadtwerke der Stadt dafür dann zahlen, darüber wurde nichts bekannt. Bürgermeister Heinz Grundner informierte gestern bei einem Pressegespräch mit Stadtwerke-Geschäftsführer Klaus Steiner aber darüber, dass außer den Stadtwerken auch die Telekom und ein privater Netzbetreiber mitgeboten haben. Mit in die Kriterien der Vergabe seien auch die späteren Endkundenpreise für Internet und Telekommunikation eingeflossen.

Bis Mitte 2020 soll das Glasfasernetz fertig sein, sagte Steiner. Damit können über 1100 Haushalte und 120 Unternehmen in über 200 Ortsteilen in der 100 Quadratkilometer großen Flächengemeinde mit schnellem Internet versorgt werden. Laut Stadtchef Grundner, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke ist, ist dies bundesweit eines der größten Projekte im Flächenbereich. Vom Ablauf her sollen bevorzugt Ortsteile ans Breitbandnetz, in denen Firmen „händeringend auf schnelles Internet warten“.

Wer sich ans Glasfasernetz anschließen lässt, kann zwischen Downloadgeschwindigkeiten von 60, 100, 150 oder 1000 Mbit/s wählen. Die Preise entsprechen den Tarifen der Stadtwerke im übrigen Stadtgebiet. Sie sind zu denen anderer Anbieter konkurrenzfähig. Während Kunden im Stadtgebiet für einen Anschluss ans Glasfasernetz der Stadtwerke 1000 Euro bezahlen müssen, wird Anschließern im Umland nur eine einmalige Aktivierungsgebühr in Höhe von 380 Euro in Rechnung gestellt. Darin enthalten ist auch das Netzanschlussgerät und eine Fritzbox als Router. Durch diese Sonderkondition wollen die Stadtwerke möglichst viele Anschließer generieren.

Stadt investiert 8,5 Millionen Euro

Im nächsten Schritt erfolgt die Ausschreibung der Tiefbauarbeiten für den Vortrieb des Breitbandnetzes. Dieses wird von der Stadt im sogenannten Betreibermodell selbst errichtet. Der Vorteil: Die Stadt bleibt Eigentümerin.

Bürgermeister Grundner sieht darin eine echte „kommunale Daseinsvorsorge“. Insgesamt 8,5 Millionen Euro kostet der Ausbau, die Stadt erhält von Bund und Land dafür etwa fünf Millionen Euro Fördermittel.

Der Zuschlag für den Betrieb des Glasfasernetzes im Dorfener Umland hat für die Stadtwerke auch wirtschaftlich sehr positive Auswirkungen. Laut Geschäftsführer Steiner sind damit in der Sparte Glasfaser, die 2016 in das Angebot der Stadtwerke aufgenommen wurde, „viel schneller schwarze Zahlen zu schreiben“. Noch im vergangenen Jahr habe sich die Frage gestellt, ob diese Sparte überhaupt gewinnbringend betrieben werden könne. Diese Frage sei jetzt vom Tisch.

Schnelles Netz

Der Glasfaseranschluss in Dorfen kann über die Internetseite www.stadtwerke-dorfen.de beantragt werden. Dort ist auch ein Glasfaser-Check mit Bandbreitenermittlung möglich.

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