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Dorfen Nahwärmeversorgung 2.0 ist in Betrieb gegangen: (v. l.) Technischer Alois Leiter Huber, Stadtwerke-Geschäftsführer Klaus Steiner, Bürgermeister Heinz Grundner, Gerhard Reger, Günter Kiefinger, Vizebürgermeister Günther Drobilitsch und Stadtrat Sebastian Sperr.

Nahwärmeversorgung 2.0

Stadtwerke kooperieren mit heimischen Biogasbauern

Von einem zweifach „bedeutsamen Anlass“ hat gestern Klaus Steiner, Geschäftsführer der Stadtwerke Dorfen GmbH, bei der Inbetriebnahme der Wärmeübergabestation für das Baugebiet An der Mühlleite gesprochen.

Dorfen – Der Dorfener Energieversorger – eine 100-prozentige Stadttochter – hat sich entschlossen in dem Baugebiet neue Weg zu gehen – durch die Kooperation mit heimischen Biogasbauern.

Das sei der Start der „Nahwärmeversorgung 2.0“, freute sich Steiner. Vor genau zehn Jahren wurde mit Inbetriebnahme des Stadtwerke-Biomasseheizwerks in Rinning die „Nahwärmeversorgung 1.0“ gestartet. Als Kooperationspartner haben die Stadtwerke die Günter Kiefinger GmbH aus Hampersdorf gewonnen, berichtete der Geschäftsführer. Das sei eine Kooperation „der besonderen Art“, denn die Wärme werde aus heimischen, zertifizierten Biogas-Anlagen gewonnen. Ins Kiefinger-Netz speisen die Biogas-Anlagen Greimel (Nicklhub), Reger (Kleinkatzbach) und BHKW-Niedermeier (Wasentegernbach) ein. In der Übergabestation wird das warme Wasser über einen Plattenwärmetauscher auf Vorlauftemperatur erwärmt und fließt dann zurück ins Kiefinger-Netz.

Versorgt wird Dorfens derzeit größtes Baugebiet bei Hampersdorf dann mit Nahwärme der Stadtwerke. Insgesamt 60 Einfamilienhäuser und 40 Geschosswohnungen werden „langfristig über heimische Ressourcen von Dorfener Biogas-Bauern mit Wärmeenergie versorgt“, sagte Steiner. „Die Verträge lassen Beide leben und garantiert dauerhaft hier vernünftige, preisgünstige und vor allem ökologische Wärmeversorgung. Wir sind stolz darauf, das miteinander geschafft zu haben. Das ist Wärmeversorgung 2.0“. Über 90 Prozent der Häuser im Baugebiet An der Mühlleite schließen an die Stadtwerke-Nahwärmeversorgung an, so Steiner. Insgesamt habe man 182 Kunden, darunter einige Großabnehmer.

In der inzwischen über elf Kilometer lang Netz seien bis heute über acht Millionen Euro investiert worden. Wärme und Strom werden aus über 76 Prozent Holz aus dem städtischen Nikolai-Wald erzeugt. Der Primärenergiefaktor der Rinninger Heizwerks betrage 0,1 Prozent, Gas habe etwa 1,1 Prozent. 2016 wurde die Energieerzeugung in Rinning rund 29 Tonnen CO2-Emissionen eingespart. Die Stadtwerke stünden für nachhaltiges ökologisches wirtschaften, versicherte Steiner.

Zu der Entwicklung „können wir uns beglückwünschen und stolz sein, was da geschaffen wurde“, sagte Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Heinz Grundner. Die öffentlich-private Partnerschaft nütze allen Beteiligten und sei der gewünschte Weg, der die Energiewende möglich mache.

Jahrelang habe man versucht, überschüssige Energie aus Biogas-Anlagen verwerten zu können, sagte Gerhard Reger. Jetzt sei es gelungen diese „sinnvoll zu nützen“, freute sich Günter Kiefinger.  prä

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