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Auch wenn es auf dem Schild anderes aussieht: Schwarze Zipfelmützen beim Hemadlenzn-Treiben sind in Ordnung. Nur Rucksäcke werden heuer von der Polizei verstärkt kontrolliert werden. 

Stärkere Sicherheitskontrollen

Die Hemadlenzn im Schatten des Terrors

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Auch wenn die Gefahr nur abstrakt ist – selbst beim Hemadlenzn-Umzug in Dorfen spielt die Terrorangst eine Rolle. Die Sicherheitsvorkehrungen werden deswegen angepasst.

Dorfen – Bei einem Treffen zwischen Stadt, Polizei, Feuerwehr und Karnevalsgesellschaft als Veranstalter des Umzugs wurde nach dem Weihnachtsmarkt-Anschlag in Berlin auch die Sicherheitslage beim Hemadlenznumzug in Dorfen unter dem Terror-Aspekt beleuchtet. Im Gespräch war auch das Aufstellen von Betonpollern oder Straßensperren durch Schwerfahrzeuge, etwa von der Feuerwehr. Das wurde aber verworfen. „Mit verhältnismäßigem Aufwand wäre das nicht durchführbar“, begründet der Dorfener Polizeichef Ulrich Milius.

Denn es gebe entlang des Weges des Hemadlenzn-Umzugs zu viele Zufahrten. Diese alle zu sichern, wäre nur schwer durchführbar. Überdies müssten auch Rettungswege freigehalten werden. Selbst wenn die gesamte Innenstadt abgeriegelt würde, „könnte tatsächliche Sicherheit nicht gewonnen werden“, so Milius.

Dennoch wurden die ohnehin schon seit 2013 strengen Sicherheitsmaßnahmen angepasst. So werden in diesem Jahr noch mehr Polizeikräfte das Hemadlenzn-Treiben beobachten, vor allem auch an neuralgischen Punkten und Zufahrten, berichtet Milius. Besonderes Augenmerk wird dabei auf mitgeführte Taschen und Rucksäcke gelegt. Die Kontrollen werden verschärft. Dabei wird nicht nur nach beim Umzug verbotenen hochprozentigen Alkoholika gesucht, sondern aufgrund der veränderten Sicherheitslage auch nach Waffen.

Milius hofft, dass es wegen der verstärkten Kontrollen nicht zu ähnlichen Vorfällen wie im vergangenen Jahr kommt. Damals sind Polizeibeamte von Hemadlenzn und Passanten massiv angefeindet worden, weil diese eine Gruppe junger Afrikaner kontrolliert hatten. Die Polizisten wurden als „Nazis“, „Rassisten“ und „Bullenschweine“ beschimpft, weil sie nach dem Vorwurf einiger junger Frauen, sie seien von den Afrikanern begrapscht worden, eben diese einer Kontrolle unterzogen hatten.

Letztlich stellte sich heraus, dass die Vorwürfe gegen die jungen Asylbewerber haltlos waren. Milius, der die Anfeindungen gegen Polizisten im vergangenen Jahr scharf kritisiert hatte, wünscht sich von Einheimischen und Passanten „in solchen Situationen ein anderes Auftreten“. Die Beamten würden nur ihren Dienst verrichten.

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