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Auch ins neue Baugebiet Grüntegernbach Ost wird das neue Fernwärmenetz führen, erklären (v. l.) Hans Hagl, Biogasanlagenbetreiber Johann Greimel und Wärmenetzbetreiber Günter Kiefinger. 

Biogas für Grüntegernbach

Startschuss fürs Fernwärmenetz

Seit Jahren ist eine Fernwärmeversorgung für Grüntegernbach im Gespräch. Jetzt wird das Vorhaben von der Bioenergie Greimel GmbH aus Nicklhub realisiert, freut sich Hans Hagl. Der Grüntegernbacher fordert das Fernwärme-Projekt seit Jahren.

Grüntegernbach – „Bis spätestens im Herbst soll alles komplett laufen“, erklären Biogasanlagenbetreiber Johann Greimel und Fernwärmenetzbetreiber Günter Kiefinger aus Hampersdorf im Gespräch mit der Heimatzeitung. Vor Ort unterstützt Hans Hagl das Vorhaben. Über eine Million Euro wird in das gesamte Projekt investiert. „Es wird jetzt so schnell wie möglich begonnen“, kündigt Greimel an. Auch weil die Fernwärme interessant sein dürfte für die künftigen Bauherrn im neuen Baugebiet Grüntegernbach Ost, die jetzt ihren Hausbau planen.

Im Bauausschuss des Dorfener Stadtrats wurde das Fernwärme-Projekt begrüßt und bereits vergangenes Jahr im Juni das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Für die Fernwärmeversorgung wird am südlichen Ortsrand von Grüntegernbach, beim TSV-Sportplatz, ein Blockheizkraftwerk (BHKW) errichtet, mit Zufahrt direkt von der ED 25, erläutert Greimel.

Für die Anlage zur Verstromung von Biogas aus seiner Anlage dient ein Container als Betriebsgebäude. Installiert werden zwei Biogasmotoren mit je 530 Kilowatt (kW) elektrischer Leistung. Die Abwärme bei der Verstromung des Biogases wird ausgekoppelt und speist das neue Fernwärmenetz. Die Wärmeleistung reicht „leicht für Grüntegernbach“, versichert Greimel. Bislang habe er 25 feste Anschlussverträge im Altbestand des Dorfener Ortsteils. Weitere werden folgen, sind sich Greimel und Kiefinger sicher, denn das Vorhaben sei ein Zukunftsprojekt. Die Hausbesitzer, die noch eine funktionierende Heizung haben, schließen jetzt eher nicht an. Aber wenn ein Austausch fällig werde, habe die Fernwärme Vorteile.

In Grüntegernbach ist größtenteils Heizöl der Energieträger, Erdgas gibt’s nicht. Für Heizöl braucht es einen eigenen Lagerraum, der bei der Fernwärme komplett wegfällt. Das sei für Bauherrn sehr interessant. Und mit der Fernwärme brauche es keine eigene Heizung mehr, die auch gewartet werden müsse.

Zur technischen Umsetzung sagt Greimel, dass vom Betriebsstandort Nicklhub eine Mikro-Biogasleitung nach Grüntegernbach gebaut werde. Zur Sicherheit wird zusätzlich eine Fernwärmeleitung vom Produktionsstandort verlegt, die im Notfall die Versorgung gewährleistet. Für die Verlegung des Fernwärmenetzes ist Kiefinger zuständig, das Wärmenetz betreibt Greimel. Der hatte 2001 seine erste Biogas-Anlage in Betrieb genommen und 2005 noch mal erweitert. Seit Jahren werden inzwischen in nahen Wasentegernbach rund 60 Haushalte mit Fernwärme aus seiner Anlage versorgt. Seit zwölf Jahren ist Kiefinger im Geschäft mit Bau und Betrieb von Fernwärmeleitungen. Mehrere Kilometer ist sein Netz zwischen Wasentegernbach, Katzbach und Hampersdorf ausgebaut. Beim neuen Dorfener Baugebiet An der Mühlleite gibt es jetzt sogar eine Übergabestation ins Nahwärmenetz der Stadtwerke Dorfen.

Eine engere Kooperation mit den Stadtwerken würden Greimel und Kiefinger sehr begrüßen. Denn statt Abwärme aus Biogasanlagen in die Luft zu blasen, sei es „ökologisch sinnvoll“, die Energie zu nützen.

Hermann Weingartner

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