Hingabe an Gott: Stephan Waxenberger warf sich vor seiner Priesterweihe vor dem Altar nieder.
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Hingabe an Gott: Stephan Waxenberger warf sich vor seiner Priesterweihe vor dem Altar nieder.

Priesterweihe

Stephan Waxenberger zum Priester geweiht

  • Anton Renner
    vonAnton Renner
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In einer feierliche Zeremonie in Altötting hat Erzbischof Gänswein den jungen Landersdorfer Stephan Waxenberger zum Priester geweiht.

Altötting/Dorfen – Es war ein denkwürdiger Tag für einen jungen Menschen und dessen Heimatort. Stephan Waxenberger aus Landersdorf ist am Freitag in der Basilika St. Anna im Wallfahrtsort Altötting zum Priester geweiht worden. Die Weihe durch Handauflegung hat der Privatsekretär des emeritierten Papstes Benedikt XVI., Erzbischof Georg Gänswein, gespendet.

Obwohl in der riesigen Basilika coronabedingt unter strengen Hygieneauflagen nur etwas mehr als 200 Gläubige an dem Weiheakt teilnehmen durften, war es eine würdevolle, beeindruckende und bewegende Zeremonie, berichten Teilnehmer der Priesterweihe.

Mit in Altötting waren neben der Familie von Stephan Waxenberger auch Dorfens Pfarrer Pater Stephan Matula, Landrat Martin Bayerstorfer und Dorfens Bürgermeister Heinz Grundner. „Die Freude des Himmels war zu spüren, wenn einer sein Leben mit Gott geht und im Dienste der Menschen steht“, berichtet Juliane Eschler, die Patentante Waxenbergers, die auch Pfarrsekretärin von Maria Dorfen ist.

Erzbischof Gänswein, der eigens für die Spende der Priesterweihe aus Rom angereist war, ging in seiner Predigt auf das das Evangelium vom Weinstock und auf das Thema Fortschritt ein. Die Welt würde stets nach Fortschritt schreien, die Wirtschaft müsse stets wachsen, so Gänswein.

Das Wort „bleiben“ sei negativ besetzt, wer stehen bleibe, komme nicht vorwärts, werde propagiert. Dabei sei Bleiben eine Säule, die wichtig sei, sich festhalten zu können. In dem Evangelium habe Jesus aber seine Jünger ermahnt: „Bleibt in mir!“ Daher zeichne den Jünger sein Feststehen zum gegebenen Wort, seine Treue zu Jesus aus.

Gerade in einer fortschrittsgläubigen Zeit sei es wichtig, zu verstehen: Das Weggehen von Jesus sei nicht Fortschritt, sondern Abfall, so der Erzbischof. Einen wirklichen Fortschritt in Glaube, Liebe und Hoffnung könne es nur für den geben, der im Wort Jesu bleibe.

Gänswein ermutigte Pater Waxenberger dann auch, im Ordenskürzel SJM, das seinem Namen angefügt ist, den großen Auftrag zu erkennen. Denn der junge Landersdorfer ist Mitglied der Kongregation Servi Jesu et Mariae, Diener Jesu und Mariens.

Bei Maria stehe ein Priester immer in guten Diensten. Wie Jesus am Kreuz seine Mutter dem Jünger Johannes anvertraut habe, so vertraue er sie heute auch ihm als Priester an. Daraus folge aber, dass der Herr dem Priester auch die Kirche heutzutage anvertraue.

Bei allem Auf und Ab müsse die Kirche eine Konstante bieten. Zur Freude aller überbrachte Gänswein auch Grüße des emeritierten Papstes Benedikt. Musikalisch wurde die Messe von Opernsängerin Katharina Bauer aus Dorfen und einem kleinen Chor von KPE-Pfadfindern gestaltet. Der liturgische Dienst wurde von den SJM-Seminaristen übernommen.

Stephan Waxenberger hatte sich auf den Tag der Prieserweihe lange vorbereitet. Der 28-jährige trat nach dem Abitur und einem Semester Studium zum Bauingenieur in den Orden ein. In dessen Mutterhaus in Blindenmarkt in Niederösterreich absolvierte er sein Noviziat und den ersten Teil seines Philosophie- und Theologiestudiums, das er dann an der Hochschule in Heiligenkreuz abschloss.

Schon während dieser Zeit war er in der Jugendarbeit tätig, engagierte sich als Gruppenführer in der Katholischen Pfadfinderschaft Europas und blieb auf diese Weise auch während seiner Ausbildung in regem Kontakt mit der Jugend. Im letzten Jahr sammelte er als Diakon in der Pfarrei St. Anna in Blindenmarkt erste seelsorgliche Erfahrungen. Hier wird auch nach seiner Priesterweihe sein erstes Arbeitsfeld als Pater und Kaplan sein.

Heimatprimiz:

Am Sonntag, 16. Mai, findet ab 9.30 Uhr unter strengen Hygienemaßnahmen die Heimatprimiz in Landersdorf statt. Dazu sind 500 Besucher zugelassen, die Plätze aber alle längst vergeben. Um möglichst vielen Gläubigen die Möglichkeit zu bieten, die Primiz mitzuerleben, bietet der Pfarrverband Dorfen einen Livestream an. Dieser ist im Internet unter www.erzbistum-muenchen.de/pfarrei/pv-dorfen aufrufbar.

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