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Graffiti begeistern: Dafür sorgt ein junges Sprayer-Team mit Anja Baumann (hinten, r.) und Künstler Johannes Brechter (vorne, 2. v. r). Die Aktion unterstützen (v. l.) ISEK-Projektbetreuer Markus Jocher (Cima), Förderkreischef Stefan Tremmel und Stadtwerke-Geschäftsführer Klaus Steiner.

Graffiti-Pfad in Dorfen

Stromkästen werden zu Kunstwerken

Ein neuer, besonderer Kunstpfad ist in der Stadt Dorfen dabei, zu wachsen: Immer mehr öde Stromverteiler und Hochspannungsstationen werden überall in der Stadt zu tollen Hinguckern mit professionellen, bunten Graffiti.

Dorfen – Schon seit einigen Jahren werden im Stadtbereich Dorfen aus mausgrauen, oft übel beschmierten Stromverteilern echt tolle Kunstwerke. Sozial- und Kulturpädagogin Anja Baumann hatte die pfiffige Idee, Graffiti sprayen für Jugendliche ganz legal zu machen, damit sie sich nicht nächtens illegal zu schaffen machen müssen. Und dabei wird die Isenstadt auch noch ein Stückchen schöner. Was zunächst im Ferienprogramm begann, mündete jetzt in ein Kooperationsprojekt mit den Stadtwerken und dem Förderkreis Dorfen.

Baumann freut sich darüber, dass ihre Idee so toll unterstützt wird und über Stadtwerke sowie Förderkreis eine Fortführung gefunden hat. Heuer waren großteils die Jugendlichen aus verschiedenen Schulen, die schon vergangenes Jahr bei der Spray-Aktion dabei waren, künstlerisch tätig. Baumann hatte dabei schon von Anfang an im Hinterkopf gehabt, dass da „eine Art neuer Graffiti-Kunstweg in Dorfen entstehen könnte“. Und es war die Hoffnung da, dass die bemalten Flächen nicht mehr mit hässlichen Schmierereien verunstaltet werden. Das hat sich bisher bestätigt.

Bei der Realisierung der Motive wurden die fünf begeisterten Schüler professionell von Profi-Sprayer Johannes Brechter aus Isen angeleitet und unterstützt. Der studierte Bildhauer und freischaffende Künstler sorgte dafür, dass die Graffiti am Ende echt toll und professionell aussehen. Das Team „war top, hat super gearbeitet“, lobt der „total zufriedene“ Künstler.

Thema war heuer „ganz grob Natur und Stadt“, erklärt Brechter. Bei einem Treffen habe man sich zunächst auf die Motive geeinigt, dann Skizzen gefertigt und sich darauf zwei Tage eifrig mit Begeisterung ans Werk gemacht. Die beeindruckenden Ergebnisse kann man im Bereich des Schulzentrums sehen. Dort wurden neben mehreren Stromverteilern der Stadtwerke auch die Trafostation am Gymnasium zu einem wahren Blickfang umgestaltet. Backsteine an dem Energieverteilergebäude sollen das Urbane darstellen, ein Wolf die Natur, erklärt Brechter. Auf der Rückseite gießt ein Motorradfahrer Blumen, und ein Orang-Utan hockt im Baum unterm Stadtschild. Auf den Verteilerkästen sind künstlerische Stadtwerke-Logos (Victory-Hand mit Spraydose) zu sehen, ein Stromkasten wurde zum sprühenden Kürbis und Loch ins Universum, aus dem Ufos rauskommen.

Stadtwerke-Geschäftsführer Klaus Steiner war bei der Präsentation der Graffiti begeistert. Die „Kunden von morgen“ hätten dem Energieversorger „ein ganz wunderbares Geschenk“ gemacht. Fotos der Werke werden im Verwaltungsgebäude ausgestellt, „die zeigen, wozu die Jugend im Stande ist“. „Was so erfolgreich ist, sollte man fortsetzen“, betonte Steiner. „Wir wollen mit dem Förderkreis und dem Team Baumann weitermachen“, damit weitere so tolle Blickpunkte in der Stadt entstehen.

Förderkreisvorsitzender Stefan Tremmel sagte, der Gewerbeverein trete bei der Aktion gerne als Schirmherr auf, denn es müsse unter anderem für die Versicherung der Teilnehmer gesorgt sein. Tremmel findet es „super, dass die Idee weiter stattfindet. Das können wir gerne weiter machen“. Mitfinanziert wird die Aktion auch aus dem ISEK-Projektfonds der Stadt. ISEK-Projektbetreuer Markus Jocher (Cima) findet die Aktion ebenfalls super. Kunst mit Jugendlichen in der Stadt, das könne man weiterhin machen, dafür sei Geld in Projektfonds.

„Es hat echt tierisch Spaß“ gemacht, sagten die Hobby-Künstler unserer Zeitung. Als Anfänger hätten sie Blickpunkte gesetzt. Und Lob von Passanten gab es auch schon. „Sehr schön, toll“, finden es Dorfener Bürger.

Hermann Weingartner

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