+
Die Hilfsbereitschaft mancher Bürger lässt zu wünschen übrig, kritisiert KBI Martin Angermaier (r.).

Feuerwehr Dorfen

Tagsüber ist die Einsatzbereitschaft gefährdet

Die Dorfener Stützpunktfeuerwehr war 2016 über 2500 Stunden im Einsatz. Tagsüber kommt es immer öfter zu personellen Engpässen.

Von Hermann Weingartner

Dorfen – Grundsätzlich sei Dorfen gut aufgestellt, aber die Tagesalarmsicherheit mache Sorgen, sagte Kommandant Stefan Beham bei der Mitgliederversammlung der Wehr. Er dankte allen 95 Aktiven für die Einsatzbereitschaft, aber auch den Arbeitgebern, die die Leute zu Einsätzen ausrücken ließen. „Ohne diese Bereitschaft geht’s nicht.“

Rund 150 Einsätze im Jahr sind laut Beham der Zehnjahresschnitt. 2016 rückte die Wehr 176 Mal aus (2015: 146). Davon waren 15 Mittel- und Kleinbrände sowie 130 Technische Hilfeleistungen bei Unfällen im Straßen- und Schienenverkehr, Hochwasser, Unwetter, Sturm, Tierunfälle und 30 Fehlalarmierungen. Bei Bränden und technischen Hilfeleistungen konnten drei Personen gerettet werden. In sechs Fällen konnten die verunglückten Personen nur noch tot geborgen werden.

In diesem Jahr feiert die Jugendwehr 20-jähriges Bestehen, berichtete Jugendleiter Jan Smolko. Feuerwehrnachwuchs gewinnen und dann auch halten, gelingt bei der Dorfener Wehr gut. Da steht das hohe Engagement von Smolko und seinem Führungsteam mit Bastian Brugger und Dominik Fichtner dahinter. 53 Prozent der heute Aktiven kommen aus der eigenen Jugendfeuerwehr. Mit aktuell 19 Feuerwehranwärtern (17 Buben, zwei Mädchen) zwischen 12 und 18 Jahren „hat Dorfen eine der größten Jugendfeuerwehren im Landkreis“, sagte Smolko.

Beachtlich ist der Übungseifer der jungen Truppe. Bei insgesamt 38 praktischen und drei theoretischen Übungen war der Nachwuchs insgesamt 1473 Stunden mit feuerwehrtechnischer Ausbildung beschäftigt, betonte Smolko. Heuer werde auch wieder der sehr begehrte „Berufsfeuerwhrtag“ als 24-Stunden-Übung für den Nachwuchs organisiert.

Lob, Anerkennung und ein großes Dankeschön für die ehrenamtlichen Leistungen gab es von mehreren Seiten. Kreisbrandinspektor (KBI) Martin Angermaier lobte, er sei „stolz“ auf Dorfens Wehr, „die einen unheimlich guten Ausbildungsstand hat. Wo die sind, weis ich, da funktioniert’s“. Zur Personaldebatte um Einsatzstärken sagte der KBI, bei rund 9000 Stadtbewohnern müssten etwa 15 Prozent tauglich sein für den Feuerwehrdienst. Traurig, wenn man dann die tatsächliche Beteiligung an „einem so wichtigen Dienst sieht“. Als „teilweise happig“ betrachtet Angermaier so manche Einstellung der Bürger zur Hilfeleistung. So habe er selbst erfahren, dass an einem Verkehrsunfall in der Gegend mehrere Autofahrer einfach vorbeigefahren seien.

Auch Bürgermeister Heinz Grundner sieht das „auffällig schwierige Erreichen der Tagesalarmstärke“ mit Sorge. „Da müssen wir uns Gedanken machen und ein Konzept erarbeiten“. Von „faszinierenden Zahlen“ sprach Feuerwehrreferent Josef Wagenlechner. Er nannte nur ein Beispiel zum Einsatzseifer. Aktive aller Dorfener Wehren übten im Sommer im Brandcontainer bei bis zu 400 Grad Hitze den Ernstfall. Der ehrenamtliche Rettungsdienst „klappt nur, weil’s Leute gibt, die mehr machen, als sie müssten“.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

A 92: Letzte Arbeiten an der Asphaltpiste
Spätestens Mitte November soll die A92 zwischen Moosburg-Süd und Erding fertig sein.  Vorerst ist die Fahrbahn Richtung München nur teilweise befahrbar.
A 92: Letzte Arbeiten an der Asphaltpiste
Die AfD punktet vor allem in der Innenstadt
Die AfD ist bei der Bundestagswahl auch in der Stadt Dorfen zweitstärksten Kraft geworden. Bemerkenswert: Vor allem in der Innenstadt konnte die Partei punkten.
Die AfD punktet vor allem in der Innenstadt
E-Autos parken gratis
Elektrofahrzeuge sollen in der Stadt Dorfen künftig kostenlos parken können.
E-Autos parken gratis
Stelldichein der ehemaligen Mitarbeiter beim Mayr-Wirt
Am Samstag den 28.Oktober findet ein Abschiedstreffen für alle ehemaligen Mitarbeiter des Gasthauses Mayr-Wirt in Erding statt.
Stelldichein der ehemaligen Mitarbeiter beim Mayr-Wirt

Kommentare