Werben für den Zusammenschluss: Vorstandsmitglied Reinhard Gromotka (am Rednerpult) sieht den Tagwerk-Gedanken auch in der neuen Struktur vertreten. Foto: Huber

Fusion von Genossenschaft und Grosshandel

Tagwerk wird zum Konzern

Dorfen - Die Verbraucher- und Erzeugergenossenschaft Tagwerk eG stellt sich neu auf: Der Großhandel der Genossenschaft wird mit der Tagwerk Großhandel für Naturkost GmbH zusammengeführt.

Sitz des Unternehmens wird in Garching-Hochbrück sein, wo der Gemüsegroßhandel seit acht Jahren beheimatet ist. In Dorfen soll die Genossenschaft eine Geschäftsstelle erhalten, die mit zwei bis drei Vollzeitstellen besetzt werden soll. Primäre Aufgabe der Genossenschaft wird die Weiterentwicklung der Tagwerk-Regionalmarke sein. Ein neuer Buchhaltungsservice für Einzelhändler und die Abwicklung der Transportlogistik sollen bei der Genossenschaft bleiben.

Es war eine lange Diskussion, die dem einstimmigen Beschluss für den Zusammenschluss (eine Enthaltung) vorausging. Zwar zweifelte niemand der rund 60 wahlberechtigten Teilnehmer der Generalversammlung an der betriebswirtschaftlichen Notwendigkeit des Zusammenschlusses. Die Frage war, wie die Idee Tagwerk auch in dem neuen Unternehmen gewährleistet und der Einfluss der Genossenschaftsmitglieder auf künftige Entwicklungsprozesse erhalten werden könne. Während die Vorstände Reinhard Bloch, Reinhard Gromotka und Klaus Hutner dieses Problem nicht sahen und die Verantwortung für Verbraucher und Erzeuger, die sich die Genossenschaft auf die Fahnen geschrieben hat, auch in der neuen Struktur realisiert sahen, beurteilte Franz Leutner, der vor 32 Jahren Tagwerk mitgegründet hat, den Zusammenschluss aus genossenschaftlicher Sicht. „Wenn wir so weitermachen und immer mehr aus Gründen der wirtschaftlichen Effizienz handeln, was bleibt dann von dem, was uns als Genossenschaft ausgemacht hat?“

Die Antwort war ein Zusatz im Beschluss. Ein Beirat, der aus Mitgliedern der Genossenschaft bestehen soll, müsse die Arbeit der GmbH begleiten, schlug Heiner Müller-Ermann vor, der die Klausel formuliert hatte.

Dass der Großhandel in Dorfen – die Genossenschaft betreibt bislang den Handel mit Fleisch, Wurst, Molkereiprodukten und Trockenware in ihrem Mehrzweckgebäude in Dorfen – keine Chancen mehr hat, hatte vorher Gromotka ausgeführt. „Wir waren schon 2010 so weit, dass wir hätten raus müssen“, sagte er. In Garching stehe hingegen eine Logistikhalle zur Verfügung, in der, anders als in Dorfen, effizient gearbeitet werden könne. Einen großen Vorteil sah Vorstandsmitglied Hutner in den vereinfachten Abläufen in Verwaltung und Transport. Da in Zukunft alle Waren aus Garching geliefert werden, rechnet man bei Tagwerk damit, 75 000 Lkw-Kilometer pro Jahr einsparen zu können.

Der Umzug soll bereits in diesem Herbst starten, damit beide Großhandelszweige möglichst bald verbunden werden können. Für die Dorfener Mitarbeiter werde es „kein leichter Schritt“, sagte Hutner. „Es ist wichtig Angebote zu machen, damit sie auch am neuen Standort weiter dabei sein können“.

Anne Huber

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