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Eine Erfolgsgeschichte seit 1979: Bei der Verleihung der Liebfrauen-Medaille freuen sich (v. l.): Wolfgang Lanzinger, Margot Jüde, Pfarrer Janusz Gadek, Gabriele Banhirl, Doris Minet, Regina Haberstetter, Elfriede Schweiger, Veronika Jenisch, Astrid Zeh, Gertraud Herbst, Sabine Reischl, Christine Bergbauer und Marion Jüde-Kornherr. 

Verleihung der Liebfrauen-Medaille

Tauschzentrale Dorfen: Idee entwickelt sich zum Volltreffer

Von einem „Superwahljahr 2018“ – Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung – sprach Dorfens Pfarrgemeinderatsvorsitzender Wolfgang Lanzinger beim Neujahrsempfang der katholischen Kirchengemeinde.

Dorfen – In diesem feierlichen Rahmen wurde wieder die Liebfrauen-Medaille als höchste Auszeichnung der Pfarrei Maria Dorfen für besondere Verdienste im Ehrenamt verliehen. Heuer an die „Tauschzentrale Dorfen“, deren Träger der Soziale Helferkreis der Pfarrei Maria Dorfen ist.

„Viel Gesprächsstoff“ habe 2017 geboten, erinnerte Lanzinger zunächst in seiner kurzen Rede. So habe „unser Papst, der immer wieder für Überraschungen gut ist, alle zum Nachdenken angeregt“, als er die deutsche Übersetzung des „wichtigsten Gebets der Christenheit – das Vaterunser – infrage stellte“. Der Heilige Vater hatte angeregt, es künftig so zu formulieren: „… und lass uns nicht in Versuchung geraten“. Dabei geht es um die Zeile im Gebet, das früher zumindest noch jedes Kind auswendig kannte: „Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen“.

Diese Formulierung stört den Heiligen Vater. Er argumentiert, es sei nicht Gott, sondern Satan, der die Menschen in Versuchung führe. Die Formulierung „wird sich aber wahrscheinlich doch nicht durchsetzten, da sind wir zu traditionsverbunden“, glaubt Lanzinger.

Papst Franziskus sei „nicht gerade konfliktscheu“. So habe er 2017 aus den „eigenen Reihen Kritik und Häme hinnehmen müssen“, als 60 Kirchenvertreter ihn der Häresie (Ketzerei) bezichtigten, mit Verweis auf sein apostolischen Schreiben „Amoris laetitia“ (Über Liebe in Familie). Lanzinger sei da „sprachlos“ gewesen. Es lasse sich „gegen ein Kirchenoberhaupt kaum ein härteres Geschütz aufbieten, als so ein Vorwurf“. Es bleibe als spannenden, wohin der Weg der katholischen Kirche führen werde.

Die 500. Wiederkehr der Reformation habe 2017 wieder an die „unselige Trennung“ der abendländischen Christenheit erinnert, blickte Lanzinger zurück. Das Jahr habe aber viele Denkanstöße und Hoffnungen geweckt, dass „die Wiedervereinigung doch in absehbarer Zeit und nicht erst am St. Nimmerleinstag möglich sein kann“. Mit Blick vor Ort forderte Lanzinger auf: „Macht alle vom Wahlrecht gebrauch“, bei der Pfarrgemeinderatswahl (16. Februar) und im Herbst bei der Kirchenverwaltungswahl.

Erstmals gibt es bei der Wahl des Pfarrgemeinderats die Möglichkeit der Briefwahl. Davon erhoffe man sich eine höhere Wahlbeteiligung und allgemein eine größere Akzeptanz der Laienarbeit. Die meisten Pfarrgemeinderäte stellten sich wieder zur Wahl, so dass die Kontinuität fortgesetzt werden könne.

Lanzinger dankte noch allen ehrenamtlichen Funktionären und Helfern in der Laienarbeit sowie den kirchlichen Gruppen. Für ganz besondere Leistungen für das Wohl der Pfarrgemeinde gebe es mit der Liebfrauen-Medaille der Pfarrgemeinde eine „besondere, hochwertige Auszeichnung“. Die wurde heuer dem Sozialverein „Tauschzentrale Dorfen“ verliehen. Weitere Träger seit Einführung der Auszeichnung 2013 sind: Heidi Czech, Elisabeth Czermin, Franz Heuschneider, Franz Holzmann, Dieter Pfanzelt und Hans Baumgartner.

Die Tauschzentrale sei bald 40 Jahre caritativ tätig und komme den Menschen vor Ort zugute. Der Verein war aus dem Sozialen Helferkreis der Pfarrei hervorgegangen. Margot Jüde sei als Gründerin bis heute Leiterin und „treibende Kraft“. In der Tauschzentrale gibt es zu niedrigen Preisen gebrauchte Baby- und Kindersachen. „Die Idee erwies sich als Volltreffer für Dorfen und die Region“, sagte Lanzinger. Bei der Gründung 1979 sei das Projekt noch „Neuland“ gewesen, heute gebe es viele Tauschzentralen. Jüde und ihr Team hätten in Dorfen eine „Pionierleistung“ erbracht und bis heute in jahrzehntelanger ehrenamtlicher Tätigkeit und Führung des Sozialvereins die Einrichtung weiter geführt. Jüde und ihre Helfergruppe verdienten die Würdigung mit der Auszeichnung. 

Hermann Weingartner

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