Eine der heftigsten Szenen im Theater der Oberstufe am Gymnasium Dorfen: Der Außenseiter Marc V. (Carina Grosch, am Boden) wird von seinen Mitschülern, der Clique in der Raucherecke, zusammengeschlagen.
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Eine der heftigsten Szenen im Theater der Oberstufe am Gymnasium Dorfen: Der Außenseiter Marc V. (Carina Grosch, am Boden) wird von seinen Mitschülern, der Clique in der Raucherecke, zusammengeschlagen. 
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Oberstufentheater am Gymnasium Dorfen  

Gewagtes Theaterstück: Ein Amoklauf und seine Folgen

Das gewagte Thema Amoklauf brachte das Oberstufentheater des Gymnasiums Dorfen am Dienstagabend auf die Bühne der Schulaula. Eine reife Leistung, die das Publikum in mancher Szene verstummen ließ.

Dorfen– „Wer hat Schuld ?“ Das war die entscheidende Frage, die im Theaterstück „Gewitterneigung“ von Peter Haus von allen Seiten beleucht wurde – Schuld an einem geplanten Amoklauf eines Außenseiters in einer Schule. Sind es die fiesen Mitschüler, die weggesehen haben, ist es die Schule, die Druck ausübt, die Familie oder gar die Politik? Der Wahlkurs Dramatisches Gestalten brachte das Publikum bei der Premiere am Dienstagabend zum Verstummen, Staunen – und Lachen.

Kurz zum Inhalt: Der Außenseiter Marc V., herausragend von Carina Grosch verkörpert, wird gemobbt, als Opfer betrachtet, von seiner Familie nicht ernst genommen. Zu allem Überfluss hat er Liebeskummer. In einer Mathematikstunde platzt ihm der Kragen, er brüllt den Lehrer – in dieser Rolle überzeugte Rosa Tempel – an und verschwindet. Das alles wird in einer Rückblende in einer Nachrichtensendung erzählt, in der die Schauspieler Schlüsselszenen nachspielen, sich Gedanken machen und auch befragt werden, um Erklärungen für Marcs Entschluss zu finden.

Regie führte Lehrerin Julia Bauer, die aber alles mit „ihren Mädels“ gemeinsam beschlossen habe. Das Ensemble besteht aus 13 Schülerinnen, die drei Schüler glänzten hinter der Bühne mit Technik und Soundeffekten. Die Mimen hätten sich selbst für das heikle Thema entschieden. Hauptdarstellerin Carina Grosch gibt zu, dass am Anfang nicht alle hundertprozentig davon überzeugt gewesen seien. „Doch wir wollten auf die aktuelle Problematik von psychischer und physischer gewalt aufmerksam machen. Man meint immer, so ein Amoklauf passiert nur weit weg“, sagte die Abiturientin. Nachdem sie anfangs viel über das Thema diskutiert hatten, einigten sie sich auf das Stück, denn „wir wollen zum Nachdenken anregen“. Und das ist ihnen gelungen, obwohl der Schluss eine Überraschung in sich birgt.

Ausnahmslos reife Schauspielleistung wurde dem Publikum bei der Premiere geboten. Selbstbewusst und textsicher waren die Schülerinnen in die jeweiligen Rollen geschlüpft und überzeugten das Publikum.

Grosch lobte im Gespräch mit der Heimatzeitung ihre Kolleginnen: „Die haben alle so gut gespielt, da ist es mir nicht schwer gefallen, mich als Außenseiter zu fühlen.“ Diese Erfahrung sei jedoch keine schöne gewesen.

Die Mimen fungierten zeitweise auch als Drehbuchautorinnen, indem sie die Original-Szenen umgeschrieben oder mit ein paar regionalen Details angereichert hatten. Herausgekommen sind – trotz des bedrückenden Themas – auch lustige Szenen, in denen das Publikum herzlich lachen konnte, was zwischendurch gut tat.

Der Song „Mad World“ (engl. verrückte Welt) der Pop-Band Tears for Fears begleitete das Stück die ganze Zeit und passte hervorragend. Die Geschichte blieb ununterbrochen spannend, die Pause und das Ende kamen abrupt, denn es gab keinerlei Längen. Zum Schluss bedankten sich die Schauspielerinnen bei ihrer Regisseurin mit einem Blumenstrauß. Die Vorführung habe sie „wahnsinnig bewegt und ergriffen“, sagte die Mathe- und Religionslehrerin, obwohl sie es ein halbes Jahr lang immer wieder in den Proben gesehen habe. Aber es sei doch etwas anderes, Anweisungen zu geben, als die schauspielerische Leistung einfach auf sich wirken lassen zu können.

Eine weitere Aufführung ist am Freitag, 9. März, um 19 Uhr in der Aula des Gymnasiums. Karten gibt es kostenlos in der Dorfener Buchhandlung, im Tagwerkladen oder in der Schule in der zweiten Pause.(Alexandra Anderka)

Das Ensemble

Elena Berstetter (Saskia, Psychologin), Lillian Binder (Giulia), Lisa Bruglachner (Nachrichtensprecherin, Bedienung), Viviane Gasch (Mutter, Vera), Carina Grosch (Marc V.), Lea Haas (Erzählerstimme, Onkel M. Lisa, Frau), Anna-Lena Heinisch (Schulleiterin), Laura Hintereder (Moderatorin, Frau Sentheisen), Sarah Novak (Politikerin, Tina) Rebecca Rieder (Jan), Lena Silbernagl (Schwester Laura, Esther), Rosa Tempel (Vater, Mathelehrer), Sophie Wehner (Malte); Paul Robl, Justus Roßmeier und Pascal Wilfer (Technik).

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