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Enthusiasmus und Körpereinsatz zeichneten die Mimen des Theater Plan B aus. Hier liegt der ermorderte Caesar auf der Bühne.

Theater Plan B im Jakobmayer

Zwei Römer-Dramen mit verblüffender Aktualität

Das Theater Plan B führte am Freitag die Dramen „Julius Caeser“ und „Antonius und Kleopatra“ auf der Bühne des Jakobmayer-Saals vor. 

Dorfen– Die beiden Römer-dramen „Julius Caesar“ und „Antonius und Kleopatra“ von William Shakespeare brachte das Theater Plan B am Freitagabend auf die Bühne des Jakobmayer-Saals. Regisseur Andreas Wiedermann versetzte die Szenerie aus dem alten Rom in die Neuzeit. Ein geschickter Zug, um die Aktualität der beiden Geschichten zu verdeutlichen, bei denen es um Machterhalt, politische Intrigen, Größenwahn und eine selbstzerstörerische Liebe geht.

Gerade bei Julius Caesar, dem berühmten Mordfall, wurde deutlich, wie aktuell der Stoff ist. Es wird die Zerbrechlichkeit der Demokratie demonstriert, wenn Menschen blindlings beliebigen Idolen nachlaufen und sie zu göttlichen Wesen erheben.

Wiedermann hatte bei dieser Inszenierung mehrere guten Ideen: Kleine Details in der Kleidung, beispielsweise trug Ceasar auffällige Schuhe und bunte Socken, unterstrichen die Charaktere. Die Weitergabe des Lorbeerkranzes am Schluss von einem Schauspieler zum nächsten rief die Chronologie der römischen Kaiser ins Gedächtnis und zugleich alle Schauspieler zum Finale auf die Bühne.

Toll war auch die Darstellung einer jubelnden Menge in stummer Zeitlupe in Richtung Caesar, der gerade eine Rede hielt. Es gab viele solcher Einfälle, die das Theaterstück besonders machten.

Das Ensemble – insgesamt knapp 25 Schauspieler – konnte überzeugen, allen voran die Hauptdarsteller. Hier stach neben Martin Schülke, der Marc Antonius verkörperte, Titus Horst mit seiner ungekünstelten Spielkunst und Wandelbarkeit hervor. Sehr gut kam auch Christina Matschoss als exzentrische Cleopatra rüber. Mit ihrer körperlichen Spielweise nahm sie – wie auch ihre Kollegen – die Bühne ein, die nahtlos ins Publikum überging. Die Schauspieler glänzten allesamt mit ausgeprägter Bühnenpräsenz, Mimik und deutlicher Sprache, die manchmal in umgangssprachlichen Einschüben vom Original abwich.

Nicht zuletzt verlieh der Dorfener Musiker Ernst Bartmann den antiken Stücken mit eigenwilliger Elektromusik – mal schaudernd bedrohlich, mal spielerisch leicht – eine gelungene Dramaturgie.

Nach vier Stunden Theater, in denen die Schauspieler alles gegeben hatten, verließen nicht nur die Akteure, auch die Zuschauer erschöpft ob der vielen Eindrücke den Jakobmayer-Saal. a. Anderka

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