Die Warenmärkte in Dorfen sind gut besucht, aber nicht wirklich attraktiv. Das soll sich nach dem Willen des Förderkreises ändern. Foto: Weingartner

Förderkreis Dorfen

Themenmärkte anstatt Gewerbeschau

Dorfen - Warenmärkte in der Stadt Dorfen sollen wieder attraktiver werden. Spezielle „Themenmärkte“ sind als Aushängeschild für Einzelhandel und Gewerbe geplant.

Überliefert ist, dass erstmals 1331 im Zentrum des früheren Markt Dorfen sechs Warenmärkte abgehalten wurden. Einige entwickelten sich zwischenzeitlich zu kleinen Volksfesten. Heutzutage hat die Attraktivität der aktuell elf Warenmärkte im Jahreslauf viel eingebüßt und vor allem die Beteiligung der Innenstadtgeschäfte hat arg nachgelassen. Das soll wieder anders werden, fordert der Förderkreis Dorfen schon länger.

Der Förderkreis startet jetzt eine „Markt-Offensive“, erklärte der Förderkreisvorsitzende Stefan Tremmel im Gespräch mit der Heimatzeitung. Der Gewerbeverein will gemeinsam mit der Stadtverwaltung und den Möglichkeiten durch das neue Förderprogramm Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) die Warenmärkte in der Innenstadt „stärken und beleben“. Dazu hat es in den letzten Wochen mehrere Treffen mit Stadtverwaltung und Vereinen gegeben. Einstimmig habe man festgestellt, „die Anzahl der Märkte ist zu hoch“, so Tremmel. Der Förderkreis selbst wolle sich mit zusätzlichen Aktionen „hauptsächlich auf die vier Märkte mit verkaufsoffenen Läden am Sonntag konzentrieren“. Das sind der Mittefasten-, Gras-, Galli- und Martini-Markt. Weiter sollen „ein, zwei der Märkte, die nicht verkaufsoffen sind, zu sogenannten „Themenmärkten umgebaut werden“, schwebt der Förderkreis-Führung vor.

Weil es im Rahmen des ISEK aber noch kein Stadtmarketing gebe, werde man auf einen „externen Dienstleister“ zurückgreifen müssen, so Tremmel. Themenmärkte könne der Förderkreis zwar anstoßen, selber aber nicht organisieren und veranstalten. Ziel sei es mit den „Themenmärkten“ dem örtlichen Gewerbe und Einzelhandel eine Gelegenheit zu bieten, sich zusätzlich einem breiten Publikum präsentieren zu können. Das sei auch ein „gewisser Ersatz“ für die Dorfener Gewerbeschau „DO schaugst“, die es vorerst ja nicht mehr gebe, so Tremmel. Wichtig sei dem Förderkreis, dass möglichst „alle Geschäfte und Läden“ an den verkaufsoffenen Sonntagen auch öffnen, betont Tremmel. Dorfens Geschäftswelt sollte den Besuchern zeigen, „was wir Vieles zu bieten haben und die Kunden nicht anderswo hinfahren oder online einkaufen müssen“.

Klar sei, dass da „nicht tausende Euro Umsatz fließen“, aber die Teilnahme werde sich „allein schon aus Imagegründen lohnen“, wirbt Tremmel. Nur wenn die Geschäfte „Flagge zeigen, wird Dorfen als Einkaufsstadt, als Einheit gesehen und wahrgenommen“. Der Förderkreischef richtet einen „dringenden“ Appell an alle Dorfener Geschäfte: „Macht eure Läden auf und zeigt euch – zulassen gilt nicht“.

Los gehen soll es mit dem Mittefastenmarkt (6. März), kündigt Tremmel an. Er hoffe, „dass da dann möglichst viele Geschäfte öffnen, um zu zeigen, dass die Dorfener Geschäftswelt aktiv ist und die Leistungsfähigkeit Dorfens gezeigt wird“. Beim Grasmarkt (24. April) soll es weitergehen. Das Motto lautet „Tradition, Trachten und Tag des Bieres“ anlässlich 500 Jahre Reinheitsgebot. Geplant seien unter anderem auf einer Bühne am Unteren Markt Aufführungen von Vereinen, eine Trachtenmodenschau und ein Gewinnspiel in den Geschäften. Die beiden örtlichen Brauereien sollen sich mit je einem Schankwagen und kleinem Biergarten präsentieren. Und Dorfens „Klosterbrüder“ um Braumeister Franz Aigner brauen ein „Spezialbier“, das zu einem guten Zweck angeboten wird.

Hermann Weingartner

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