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So sehen Sieger aus: Regisseur und Drehbuchautor Leif Brönnle, Tobias Voglhuber und Fabian Wildgrube mit dem Tonwerk-Oskar (v. l.). 

Kurzfilmfestival

Der Tonwerk-Oscar bleibt in Dorfen

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And the Oscar goes to . . . „Zoe“! Der Dorfener Leif Brönnle hat mit seinem Science-Fiction-Streifen „Zoe“ das Kurzfilmfestival des Freiluftkinos im Tonwerk gewonnen.

Dorfen – Der 23-Jährige und seine gleichaltrigen Mitstreiter Fabian Wildgrube (Kamera) und Tobias Voglhuber (3D und VFX-Artist) erhielten nicht nur den ersten, vom Veldener Metall- und Holzkünstler Richard Mittermaier geschaffenen metallenen Tonwerk-Oskar, sondern auch 1000 Euro Preisgeld. Der Publikumspreis in Höhe von 250 Euro und eine kleine Tonwerk-Tropähe ging an Volker Petters Film „Superheroes“.

Es war ein langer und spannender Abend im Freiluftkino auf dem Tonwerk-Areal der ehemaligen Ziegelei Meindl. Sieben Kurzfilme wurden dort von den Tonwerk-Geschäftsführern Andreas Wagner und Tobias Maier sowie die für die Programmauswahl des Kinos verantwortlichen Julian und Thomas Wittmann aus Lengdorf bis kurz nach Mitternacht gezeigt. Bewertet wurden sie sowohl von den knapp 250 Zuschauern als auch von der kurzfristig wegen Absagen umbesetzten Jury, bestehend aus den Schauspielerinnen Angela Ascher und Gabrielle Odinis, Regisseur, Autor und TV-Redakteur Thomas Stammberger, Zeitungsredakteur und Bierkrieg-Autor Toni Renner, Immobilienunternehmer Robert Decker und dem vom Volksfest bekannten Steckerlfischgriller Schorsch Pelkermüller. Es waren an diesem besonderen Abend nicht nur an Dorfen vorbeiziehende dunkle Gewitterwolken, die bedrohlich wirkten. Mit Ausnahme eines Filmes waren die gezeigten Streifen teilweise harte, düstere Kost.

Spannend und hochprofessionell

Der von der Jury zum Siegerfilm gewählte Beitrag „Zoe“ von Leif Brönnle ist ein psychologisch-philosophischer Science-Fiction Kurzfilm. Eine junge Frau (wie sich erst zum Schluss herausstellt ein Cyborg, ein Mensch-Maschine-Wesen) wacht in einem abgeriegelten Betonraum auf. Sie hat keine Erinnerungen, keine Identität, mit nur der Zahl „17“ anstatt eines Namens. Über einen Lautsprecher wird sie von einem Wissenschaftler und dessen Assistenten durch eine Reihe von Tests geführt. Die Testperson muss jeweils in einem vorgegebenen Zeitraum einen roten Button drücken. Was zunächst simpel klingt, entwickelt sich im Laufe der Testreihe zu einer psychischen Tortur, die ihr Finale findet, als „17“ über Leben und Tod zweier Unschuldiger entscheiden muss. Ausschlaggeben für das Urteil der Jury war, dass der Film eine gute Story habe, professionell umgesetzt und mit kurzem Budget produziert worden sei.

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In der Bewertung der Jury ganz vorne lag auch das Drama „Good kill“ von Uwe Greiner. Der in Dorfen gedrehte Streifen handelt von einen Banküberfall auf die Sparkasse. Der Täter erschießt eine Geisel, mit einer weiteren will er flüchten. Ein SEK-Beamter erhält den Befehl, den Geiselnehmer zu eleminieren. Der Scharfschütze hat zuvor noch nie getötet. Er gerät in die schier erdrückende Situation, entscheiden zu müssen, was richtig ist: einen Menschen zur retten (Geisel), oder einen zu töten (Täter). Der Film wirft auch die Frage auf, ob der der finale Rettungsschuss vertretbar ist.

Schwere Kost ist auch der Streifen „Kleiderglück“ von Tobias Hambauer. Nach mehreren gescheiterten Annäherungsversuchen und einer verletzenden Zurückweisung von seiner Angebeteten Nina greift der Außenseiter Markus zu drastischen Maßnahmen, um der Verkäuferin in einer Boutique doch noch nahe zu kommen. Er entführt die junge Frau – und bringt sie schließlich auf bestialische Weise um.

Außenseiter werden zu Helden

Ganz anders kommt da der Kurzfilm von Volker Petters „Superheroes“ daher, den das Publikum zum besten Film wählte. Der Streifen ist lebensbejahend, macht Mut, an das Gute im Menschen zu glauben, sich gegenseitig stark zu machen. „Superheroes“ erzählt die Geschichte von drei jungen Außenseitern, die von einem Mitschüler und dessen Clique gemobbt und tyrannisiert werden, bis sie sich zusammenschließen und sich aus dieser Negativ-Dynamik befreien können. Petters Film ist schon bei über 40 Filmfesten in 13 Ländern gezeigt und beim New York Children’s Film Festival mit dem Publikumspreis ausgezeichnet worden. Während er in den Staaten dafür nur eine Urkunde erhalten hat, freute sich Petters in Dorfen über die Tonwerk-Trophäe.

Gezeigt wurden auch noch die Filme „Isolation“ von Julie Griebau aus Nürnberg. Sie beschäftigt sich damit, was zu tun ist, wenn ein Albtraum wahr wird; „Mia“ von Tom Sielemann widmet sich den Konflikten junger Erwachsener; und „Turteltauben“ von Leonard Lücke aus Isen erzählt in einem Freiluft-Kammerspiel über Gefühle, Beziehungen und Liebe.

Mit dem Freiluftkino hat das Tonwerk einen Publikumsmagneten geschaffen. In den ersten zwei Wochen kamen schon über 2000 Besucher. Das Programm läuft noch bis 4. August.

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