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Feiern im ehemaligen Ziegelei-Gelände: Beim Megaton-Festival wurde abgetanzt. Etwa 1300 Besucher kamen nach Dorfen.

Sicherheit, Lärm, Genehmigungen

Tonwerk produziert auch Disharmonien

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Erst war es heiß, dann wurde es nass – und manchen war es auch zu laut. Das Megaton-Festival am Samstag im Tonwerk in Dorfen hat an die 1300 Besucher angelockt. Ein heftiges Gewitter führte am Abend zu einer kurzzeitigen Evakuierung des Freiluftbereichs auf dem Areal der ehemaligen Ziegelei Meindl.

Dorfen – Bei dem Electro-Festival gab es auch Ärger: Zahlreiche Anwohner beschwerten sich wegen Lärm, die Stadt verweigerte die Genehmigung für die geplante After-Hour-Party.

17 DJs haben auf drei Open-Air-Bühnen für den Sound gesorgt, auf den junge Leute stehen: Techno und House. Viele der 1300 Besucher sind von auswärts mit dem Zug nach Dorfen gekommen. Auf einem abgefahrenen, alten Fabrikgelände zu feiern, das erinnert an die Zeit des legendären Kunstparks Ost in München. Doch während in München bis in die Morgenstunden hinein gefeiert werden konnte, war am Samstag in Dorfen um 22 Uhr Schluss.

Denn die Stadt Dorfen hatte die Genehmigung versagt, nach dem Open Air im ehemaligen Sumpfhaus der Ziegelei eine After-Hour-Party zu veranstalten. Für Hunderte der auswärtigen Besucher eine herbe Enttäuschung. Denn ein Dorfener Nachtleben andernorts ist faktisch nicht vorhanden.

Die Veranstalter hatten bereits Tage vorher auf ihrer Facebook-Seite mitgeteilt, dass es auf dem Megaton-Gelände entgegen der Ankündigung keine Möglichkeit gibt, bis in die Morgenstunden zu feiern. Diese Nachricht erreichte aber längst nicht alle Feierwütigen.

Sicherheitskräfte am Bahnübergang

Als Grund für die Verweigerung der Genehmigung nennt die Stadt Sicherheitsaspekte. Vom Landratsamt gebe es noch keinen Bescheid für die Genehmigung der baurechtlichen Nutzungsänderung des Sumpfhauses, so Anita Feckl vom Ordnungsamt der Stadt. Hinzu kämen auch Bedenken wegen des angrenzenden Bahnübergangs, sagte Feckl. Hier wird befürchtet, dass angetrunkene Festivalbesucher bei geschlossenen Schranken auf die Gleise laufen könnten. Doch der Übergang wurde gut gesichert: Von mittags bis zum Ende der Veranstaltung überwachten jeweils bis zu sechs Security-Kräfte, drei an jeder Seite der Bahnschranken, die vorbeigehenden Besucher. Insgesamt waren Dutzende Security-Leute und ein knappes Dutzend Polizeibeamte von der Inspektion Dorfen und der Bundespolizei vor Ort, um die Sicherheit der Feiernden zu gewährleisten.

Gewitter: Besucher kurzzeitig evakuiert

Am Abend wirbelte ein heftiges Gewitter das Festival durch. Aus Sicherheitsgründen entschied Tobi Maier von den Veranstaltern den Freiluftbereich zu evakuieren. Die Besucher wurden bis zum Ende des Unwetters in leerstehende Hallen gelassen.

Lesen Sie auch: Das Tonwerk startet durch

Wie offenbar schon bei der Eröffnungsveranstaltung vor einer Woche gab es auch diesmal wieder zahlreiche Lärmbeschwerden. Insgesamt bisher weit mehr als 100, wie Immobilienunternehmer Robert Decker, der Eigentümer des Meindl-Areals ist, bestätigt. Allerdings weist er darauf hin, dass die Emissionsgrenzwerte eingehalten würden. Es seien eigens Lärmmessungen gemacht und daraufhin „die Lautsprecher optimiert aufgestellt“ worden. „Wir wollen ja keine Angriffsfläche bieten.“

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Allerdings macht Decker auch klar: „Es ist ja nicht so, dass man nichts hören darf.“ Manche Nachbarn seien beim Feiern lauter als die Musik, die vom ehemaligen Meindl-Gelände zu hören sei. Zu Zeiten der Ziegelei seien täglich bis zu 300 Lastwagen vom oder zum Werksgelände gefahren. Zudem habe die Ziegelei auch eine Menge Emissionen verursacht. Das hätten die Beschwerdeführer offenbar vergessen.

Im Übrigen verweist Decker auf andere Open-Air-Veranstaltungen in München am Königsplatz oder etwa im Olympiastadion. Da gebe es ganz andere Lärmentwicklungen als bei denen in Dorfen. Decker: „Jeder Fußballplatz, jedes Schwimmbad verursacht mehr Emissionen, als die Musik vom Meindl-Gelände.“

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