Besuch in der Gruppe „Alt und Jung miteinander“: Ministerin Melanie Huml (stehend, 2. v. r.) mit Bürgermeister Franz Hofstetter (l.), Katharna Gaigl (Projektleiterin Demenz, r.), Kindern, Demenzerkranten und Betreuerinnen. Foto: Lang

Ministerinnen Scharf und Huml zu Besuch

Transparenz beim A 94-Bau, offener Umgang mit Demenz

Zwei Mitglieder des Bayerischen Kabinetts haben gestern den östlichen Landkreis einen Besuch abgestattet. Umweltministerin Ulrike Scharf informierte sich über den Baufortschritt der A 94 in Dorfen. Sozialministerin Melanie Huml war Gast im Mehrgenerationenhaus in Taufkirchen.

Dorfen/Taufkirchen – Seit einigen Wochen hat das „Infocenter A 94“ mit Sitz der Projektleitung im Süden Dorfens bei Winkl direkt an der A 94-Trasse den Betrieb aufgenommen. Gestern kam Umweltministerin Scharf zu einem Informationsbesuch. Bei der „internen Einweihung“ informierten der Präsident der Autobahndirektion Südbayern, Wolfgang Wüst, und Oliver Lauw (Geschäftsführer A 94 Isentalautobahn GmbH & Co. KG) von der bauausführenden Projektgesellschaft, die Staatsministerin über den aktuellen Stand nach dem Baubeginn für die A 94 im Februar. Der Neubau der 33 Kilometer langen Autobahn zwischen Pastetten und Heldenstein sei ein nicht „unerheblicher Eingriff“ in die Natur, „aber es wird viel macht zum Ausgleich“, betonte Wüst. Insgesamt gebe es 87 Einzelmaßnahmen auf 115 Hektar Ausgleichsflächen. Davon seien bereits im Vorfeld fast die Hälfte umgesetzt. Lauw erklärte, man beschäftige baubegleitend ein Team von Umwelt-Ingenieuren, um alle naturschutzfachlichen Auflagen einzuhalten.

Bei ihrem Besuch ist es Scharf vorrangig aber um das Infocenter gegangen. „Transparenz und Offenheit sind nötig und richtig“, sagte die Ministerin. Das Infocenter sei gut als Anlauf- und Infostelle für interessierte Bürger oder Kommunalvertreter um Anliegen direkt vorbringen zu können, sagte Scharf. Beim Bau der A 94 gehe es um die Einbeziehung des Ökosystems um eine Balance zu finden. Die Umweltministerin sprach von „wirklich großen Maßnahmen“ als Ausgleich für die Naturzerstörungen durch die A 94. Dabei es müsse gelingen, auch einzelne, gefährdete Arten zu schützen, sonst „begehen wir einen großen Fehler“, konstatierte Scharf.

„Das Thema Demenz ist sehr wichtig“, sagte Sozialministerin Huml bei ihrem Kurzbesuch im Mehrgenerationenhaus (MGH) Taufkirchen. Wie es in dieser Einrichtung gehandhabt werde, sei Klasse und beispielhaft in Bayern. Anlass für ihren Besuch war der 2. Platz beim Bayerischen Demenzpreis, den das MGH vergangenes Jahr erhalten hat. Huml wurde im Elterncafé von Vertretern der kbo-Klinik, der Realschule und des Seniorenheimes sowie den Bereichsleitern des Mehrgenerationenhauses erwartet. MGH-Leiterin Alexandra Mysok, Bürgermeister Franz Hofstetter und Georg Falterbauer (Vorstand des Caritasverbandes der Erzdiözese) begrüßten die Ministerin. Huml betonte, dass die Regierung Demenz gesellschaftsfähig machen und die Menschen dafür sensibilisieren wolle. Wichtig sei, dass Demenzkranke würdig und selbstbestimmt leben könnten und Teilhabe erfahren. Die Lebensbedingungen für sie und ihre Angehörigen sollten verbessert werden und ihnen Chance für verschiedene Wohn- und Betreuungsformen zur Verfügung stehen.

Danach stattete die Staatsministerin der Gruppe „Alt und Jung Miteinander“, wo Menschen mit Demenz und Kita-Kinder Zeit verbringen, eine Stippvisite ab. Die Ministerin bemalte ein Lebkuchenherz und verzierte es mit bunten Aufkleber, nahm als Geschenk der Gruppe ein Herz mit Hummelfiguren an und verteilte an die Kinder Wasserbälle und Quietschentchen. Danach nahm sie an einer Talkrunde teil, wo die Arbeit im MGH ausführlich erläutert wurde.

Hermann Weingartner

Birgit Lang

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