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Bewegende Andacht: Margit Junker-Sturm mit den Pfarrern Danien Tenberg und Michael Bayer.

ökumenischer Neujahrsempfang

Trauer über die Spaltung der Kirchen

Dorfen – Der ökumenische Neujahrsempfang, den die katholische Pfarrei Maria in Dorfen ausrichtet, war heuer ein ganz besonderer: steht man doch im Jubiläumsjahr 500 Jahre Reformation.

Schon das Eingangslied für die gemeinsame Andacht in der prächtigen Pfarrkirche Maria Dorfen passte: „Schaue die Zertrennung an.“ Genau darum ging es dem katholischen Landkreisdekan Michael Bayer und seinem evangelischen Amtskollegen Daniel Tenberg, die mit Leidenschaft für die Einheit der Kirche warben. „Mit Freude haben wir erkannt, dass das, was uns eint, größer ist, als das, was uns trennt“, sagte Beyer. Tenberg ergänzte, dass sich zu der Freude die Trauer über die Spaltung mische. „Kriege wurden geführt, Religion und Glaube wurden missbraucht“, so Tenberg. Tatsächlich wurde der 30-jährige Krieg, eine der größten Katastrophen der Europäischen Geschichte, auch im Namen der Religion geführt. Tenberg: „Wir bedauern zutiefst das Böse, das Lutheraner und Katholiken einander angetan haben.“

Die beiden Pfarrer aber wollten den Blick nach vorn richten und formulierten fünf Verpflichtungen für die beiden Kirchen, zu denen auch die regelmäßige Begegnung gehört, kombiniert mit der Bereitschaft, sich verändern zu lassen. Auch gehört zu diesem Kanon der Verpflichtungen das gemeinsame Zeugnis. Wer genau hin gehört hat, der konnte eine bemerkenswerte sprachliche Neuerung feststellen: Die Katholische Kirche erkennt die evangelische ausdrücklich als Kirche an.

Das war in der Vergangenheit nicht immer so: Papst Benedikt noch hatte der evangelischen Kirche diese Anerkennung noch ausdrücklich verweigert. Und noch etwas fiel auf: Bayer deutete an, dass Martin Luther auch eine positive Veränderung in der katholischen Kirche bewirkt habe. Das entspricht den historischen Tatsachen: Luther wollte keine neue Kirche schaffen, sondern eine Reform „seiner“ Kirche, für die er stritt und litt.

Die Andacht wurde mit gestaltet vom Chor unter der Leitung von Lydia Ullrich-Riedl, dem Kulturpreisträger Benno Meindl an der Orgel, und der Solistin Nina Schumertl. Letztere waren auch mit großartigen Beiträgen später im Pfarrsaal vertreten und erhielten viel Beifall. Dieser Anlass war auch die Gelegenheit für Landrat Martin Bayerstorfer, den Ehrenamtlichen zu danken. „Helfen sie mit, Schritt für Schritt, dass wir gemeinsam voran kommen.“ Damit dankte und lobte er auch Margit Junker-Sturm vom Kreiskatholikenrat, die für den Neujahrsempfang in Dorfen verantwortlich zeichnete. klk

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