Auf dem Weg nach Düsseldorf: Reisebus kracht in Mauer - ein Totesopfer, 44 Verletzte

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Gruppenbild der Preisträger, Festredner und Laudatoren (vorne, v. l.): Bürgermeister Heinz Grundner, Umweltreferent Gerald Forstmaier, Sozialreferent Michael Oberhofer, Renate Döllel, Ludwig Rudolf, Ernst Bartmann und Ulrike Scharf, dahinter die Kommandanten und Vizekommandanten der zehn Dorfener Feuerwehren. 

Stadt ehrt engagierte Bürger

Triebfedern der Gesellschaft

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In Dorfen genießen ehrenamtlich engagierte Bürger hohes Ansehen. Das zeigte sich bei der Verleihung des Kultur-, Sozial- und Umweltpreises an Ernst Bartmann, die zehn Ortsfeuerwehren und an Renate Döllel. Die Preisträger erfuhren von allen Seiten Respekt und Bewunderung.

Dorfen – Es war ein Abend voll von Anerkennung, lobender Worte, aber auch mit Anstößen zum Nachdenken. „Ehrungen, das ist, wenn die Gerechtigkeit ihren liebenswürdigen Tag hat.“ Mit diesem Zitat von Konrad Adenauer leitete Bürgermeister Heinz Grundner den Festabend ein. „Wir ehren heute Menschen aus unserer Mitte, die sich seit Jahren für andere und für das Gemeinwohl einsetzen, und damit viel für unsere Stadt tun“, sagte Grundner.

Die Preisträger würden in den Bereich Kultur, soziale Belange und Umwelt „viel von ihrer Zeit, ihrer Energie, ihrem Wissen ihrer Fantasie aufwenden, um etwas für ihre Mitmenschen zu tun“. Ohne solch ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement sei „unsere Gesellschaft, das Leben in Dorfen, nicht vorstellbar.“ Mit einem Zitat des römischen Schriftstellers Marcus Tullius Cicero dankte Grundner den Preisträgern: „Keine Schuld ist dringender, als die, Dank zu sagen.“

Für die Landtagsabgeordnete Ulrike Scharf sind die Ehrenamtlichen „das größte Geschenk, das sich unser Land selbst machen kann“, wie die ehemalige Ministerin in ihrer Festrede sagte. Die CSU-Politikerin stellte die ehrenamtliche Tätigkeit als unverzichtbar in unserer Gesellschaft heraus. Bürgerschaftliches Engagement „kann nicht von der Politik verordnet werden“, diese könne lediglich „die richtigen Rahmenbedingungen schaffen“. In Bayern sei das der Fall, daher sei hier auch das Engagement „ganz besonders groß“. 47 Prozent der Bürger würden sich ehrenamtlich einsetzen. „Respekt vor dem großen Dienst, den sie an der Heimat tun“, sagte, Scharf. „Sie sind das Rückgrat der Gesellschaft.“ Und sie fügte an: „Nicht die Ellenbogen sind der wichtigste Körperteil, sondern Herz und Verstand.“

Viele großartige
Aufführungen

Die Laudatio auf Kulturpreisträger Ernst Bartmann hielt der Kulturreferent des Stadtrates, Ludwig Rudolf. Er würdigte den 42-jährigen hauptberuflichen Kirchenmusiker als eine Persönlichkeit, „die in wesentlichen Teilen das kulturelle Leben in Dorfen prägt“. Bartmann sei Gründer und Leiter des Dorfener Männerchores und habe mit diesem und anderen Chören „viele großartige Aufführungen“ in Dorfen auf die Bühne gebracht. Bartmann sei auch musikalischer Leiter der Opera Incognita, die im Jakobmayer bei Zuhörern und Kritikern gleichlautend hochgelobte, außergewöhnliche Opern- und Operettenaufführungen auf die Bühne bringe.

Bartmann zeigt sich in seiner kurzen Dankesrede sehr angetan von der Auszeichnung. In seiner für ihn typischen Bescheidenheit sagte der Dorfener: „Ich danke allen, die bei den vielen Projekten mitgewirkt haben, auch den Zuschauern. Kultur ist immer ein Gemeinschaftsprojekt.“

„Klebstoff für
die Gesellschaft“

Den Sozialpreis der Stadt wurde den zehn Feuerwehren in der Großgemeinde in Person der Kommandanten und Vizekommandanten verliehen. Die Laudatio hielt Sozialreferent Michael Oberhofer. Die Arbeit und der Einsatz der fast 400 aktiven Feuerwehrleute sei ein „unwahrscheinliches Vorbild. Jeder Feuerwehrmann würde „seinen sozialen Auftrag mit Hingabe ausüben, nämlich den Schutz von Leib, Leben und Eigentum“ der Bürger. Die Feuerwehren würden auch „wertvolle Vereinsarbeit leisten“, die „ein wichtiger Kitt unserer Gesellschaft“ sei. Die Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen seien „wichtiger Klebstoff für unsere Gemeinschaft in ganz Dorfen und seinen Ortsteilen“.

Umweltreferent Gerald Forstmaier verlieh den Umweltpreis an Renate Döllel. Mit der Auszeichnung wurde die Leistung der 57-Jährigen aus Unterseebach mit ihren „Naturkids“ gewürdigt. Sie schaffe es schon über ein Jahrzehnte, Kinder und Jugendliche mit vielfältigen Aktivitäten für die Natur zu interessieren. Das sei ein „wertvoller Beitrag in unserer rastlosen Zeit“, in der immer mehr Menschen den Bezug zur Natur verlieren würden. „Es ist eine gewaltige Leistung, junge Menschen für die Natur zu begeistern“, sagte Forstmaier. Dies sei Hinführung zu einem umweltbewussten Leben. „Nur wer ökologische Zusammenhänge begreift, wird unsere feine Welt auf Dauer bewahren. Und nur, wer in der Lage ist, die Natur zu bewundern, und noch zu staunen, wenn ein Windstoß hunderte gelbe und orange Blätter vom Baum löst und sie in der Luft tanzen lässt, nur der wird auch aufstehen, um unsere Natur zu schützen.“

Musikalisch umrahmt wurde der Festabend vom Streichquartett der Orchester-Akademie Dorfen unter Leitung von Marjorie Danzer. Für die etwa 250 Ehrengäste aus Wirtschaft, Vereinen, Politik und Geistlichkeit gab es nach dem Festakt ein festliches Buffett mit Wildgulasch, Lachsfilet und Käsespätzle. Dazu wurde Butter-Rosenkohl und Ofengemüse gereicht.

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