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Im Kreise seiner Familie: Jubilar Helmut Hain (vorne), dem zum 90. Geburtstag auch Dritte Bürgermeisterin Doris Minet (l.), der Kreisobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft Helmut Bungert (4. v. l.) und Landrat Martin Bayerstorfer (5. v. r.) gratulierten. 

Helmut Hain 90

Trompeter in der Band von Charly  Seewald

In seinen nunmehr 90 Lebensjahren hat Helmut Hain einiges erlebt und überlebt.

Dorfen – Der Dorfener feierte seinen runden Geburtstag gemütlich zusammen mit der Familie. Herzlich gratuliert haben neben Landrat Martin Bayerstorfer und Dorfens Dritter Bürgermeisterin Doris Minet auch der Kreisobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Helmut Bungert.

Geboren wurde Helmut Hain in Donawitz (heute: Stanovice) im früheren Sudetenland, wo er seine Kindheit bis zur vierten Klasse Grundschule verbrachte. Dann zog seine Familie nach Karlsbad um. Schon als Achtjähriger hütete er Kühe und packte auf dem Hof der Eltern kräftig mit an. In Karlsbad besuchte er die Bürgerschule und später die höhere Landwirtschaftsschule in Kaaden.

Nach einer nur kurzen Jugendzeit wurde er als 17-Jähriger 1944 noch zur Deutschen Wehrmacht eingezogen. Er musste nach Russland. An der Ostfront wurde er kurz vor Kriegsende 1945 schwer verletzt. Mit Schusswunden in beiden Armen und dem rechtem Fuß kam er in russische Kriegsgefangenschaft. Er überlebte die Verletzungen und wurde 1946 entlassen.

Der Jubilar machte sich auf die Suche nach seinen Eltern, die ihn 1947 nach Dorfen führte. Die Familie fand er in Hausmehring. Hain nahm sein Leben in die Hand und begann 1948 ein Maschinenbaustudium am Polytechnikum München, das er 1953 erfolgreich abschloss. An Geld fehlte es, und so finanzierte sich der junge Bursche das Studium mit seiner Leidenschaft Musik. Als Trompeter spielte er in der damals legendären Dorfener Tanzmusik-Band von Charly Seewald, die die Nummer eins weit übers Dorfener Gäu hinaus war.

Dann fand er bei einem eher ungewöhnlichen Anlass die Liebe fürs Leben. Seine spätere Frau Elisabeth lernte er beim Auftritt einer Hochseilartisten-Gruppe vor dem Jakobmayer kennen. Geheiratet hat das Paar 1953. 1972 war die Familie in ihr eigenes Haus in der Moosener Siedlung gezogen. Aus der Ehe sind zwei Töchter, Margit und Claudia, sowie Sohn Helmut hervorgegangen. Inzwischen freut sich Uropa Hain über fünf Enkel und zwei Urenkelkinder.

Über 30 Jahre war der Jubilar in der Stahl- und Metallbau-Branche tätig. In Dorfen hatte er von 1960 bis 1972 bei der früheren Firma GAMO (Gründer: Paul Obermaier und Bert Gams) als Förderband-Konstrukteur gearbeitet. GAMO stellte in den Anfangsjahren hauptsächlich Förderbänder und kleine Absackwaagen für die Landwirtschaft her. Später war Hain Technischer Leiter bei der Stahlbaufirma Riexinger und ging 1993 in den Ruhestand. Trotzdem arbeitete er aber noch bis 2007 bei der Karlsbader Zeitung. Den Job musste er aus gesundheitlichen Gründen aufgeben.

Im Jahr 2000 traf den Jubilar ein schwerer Schicksalsschlag, als seine geliebte Ehefrau Elisabeth im Alter von 71 Jahren starb. Ihr Tod geht ihm auch heute noch sehr nahe. Die Familie half ihm jedoch über die schweren Zeiten hinweg. Im Ruhestand kann Hain seinen Hobbys nachgehen. So hat er mehrere große Sammlungen von Münzen und Briefmarken sowie über 2000 Postkarten. Der Jubilar hat auch immer den Kontakt in die alte Heimat aufrecht erhalten und war von 1988 bis 2008 Heimatkreisbetreuer der Sudetendeutschen Landsmannschaft.

Hermann Weingartner

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