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Wichtig war die Segnung von Räumen und Kreuz (v. l.): Geschäftsführer Günter Ducke, Bürgermeister und Bezirksrat Franz Hofstetter, Prior Frater Bernhard Binder, Hans Emmert, Geschäftsführer Barmherzige Brüder Behindertenhilfe, Bürgermeister Heinz Grundner, Vizelandrat Jakob Schwimmer, Bauträger Robert Decker und Pater Augustin.

Algasinger Wohngruppe im Marienhof

Trotz Behinderung mitten im Leben

Dorfen - Mit kleinen Wohneinheiten geht der Orden der Barmherzigen Brüder neue Wege. Im Rahmen der Inklusion hat die Algasinger Ordenseinrichtung für Menschen mit Behinderung mitten im Stadtzentrum Dorfens eine Wohnung angemietet.

Maximal zwölf Bewohner des Wohn- und Pflegeheims der Barmherzigen Brüder Algasing werden im Juli nach Dorfen in den zweiten Stock des Marienhofes in die betreute Außenwohngruppe umziehen. Am Todesgedenktag des seeligen Ordensbruders Frater Eustachius Kugler wurden die Räume bei der offiziellen Einweihung durch Pater Augustine gesegnet. Vermieter ist der Dorfener Immobilienunternehmer Robert Decker. Er hat im Marienhof auf rund 350 Quadratmetern behindertengerechte Räume für die Außenwohngruppe umgebaut. Decker hofft, dass sich die neuen Mieter im „perfekten Inklusionsstandort und Wohnraum“ wohl fühlen und gut einleben. Er sei gerne bereit mit der Algasinger Einrichtung weitere Objekte umzusetzen.

Algasings Geschäftsführer Günter Ducke lobte den Bauträger, der für alle Anliegen offen gewesen sei und die Wohnung so geschaffen habe, „dass es für uns passt“. Für die neuen Bewohner sei der eigene Wohnraum ein „dahoam is dahoam“, so wie es das neue Bundesteilhabegesetz fordere. Der Weg gehe weg von großen, stationären Einrichtungen, hin zu dezentralem Besitz für Menschen mit Behinderung. Der Orden habe sich bereits mit einem „Masterplan 2025“ auf den Weg gemacht und eröffne „laufend kleine Wohneinheiten“ in der ganzen Ordensprovinz. Menschen mit Behinderung sollen zunehmend größere Auswahlmöglichkeiten bekommen, so Ducke. Wohnangebote schaffen könne man aber nicht alleine. Da sei man auf Unterstützung der Politik und Nachbarschaft angewiesen.

Auch die Kommunen werden in die Pflicht genommen, für Mitbürger mit Behinderung Sozialwohnraum zu schaffen. Algasing wolle dazu seinen Teil beitragen, sei aber angewiesen auf „Angebote und Hinweise“ verfügbarer Grundstücke. Dabei sei „Geld nicht der einzige Faktor“, auch Tauschgeschäfte seien denkbar, sagte Ducke.

„Hier wird Inklusion gelebt“, freute sich Bürgermeister Heinz Grundner. Die Neuausrichtung der Barmherzigen Brüder in die Fläche zu gehen, dezentrale Unterkünfte zu schaffen, sei „ein guter Anfang Inklusion zu leben“.

Als „mutigen Schritt“ bezeichnete Bezirksrat und Taufkirchens Bürgermeister Franz Hofstetter das Projekt. Es zeige, dass die Barmherzigen Brüder in Algasing hier „Marktführer und Vorreiter sind“. Das neue Bundesteilhabegesetz fordere, Menschen mit Behinderung einen „Sozialraum“ zu geben. Das bedeute weg von großen Einrichtungen. Die Außenwohngruppe ermögliche den Menschen ganz in Sinne der Inklusion mitten in der Stadt unter den Leuten zu leben. „Inklusion ist ein Menschenrecht, das jedem das Recht einräumt,sein Leben selbst zu gestalten“, sagte Hofstetter.

Hermann Weingartner

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