Die Testphase überstanden hat Dorfens Stadtbus. Er befördert wohl weiter Fahrgäste durch die Isenstadt.Foto: prä

Trotz Minus: Stadtbus hat Test bestanden

Dorfen - Vor einem Jahr hat Dorfens Stadtrat einen einjährigen Testbetrieb für einen lange geforderten Stadtbus einstimmig beschlossen. Trotz Defizit gilt ein Beschluss zur Fortführung der Stadtbuslinie morgen im Stadtrat (19 Uhr, Sparkassensaal) als sicher.

Der Stadtbus hatte am 1. Oktober 2015 den Testbetrieb aufgenommen. Der städtische Beförderungsservice werde „gut angenommen und läuft sehr gut“, sagte gestern Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) auf Anfrage der Heimatzeitung. Der Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrates kam in seiner Juli-Sitzung zu dem Beschluss, „den Fortbestand der Stadtbuslinie mit optimierten Haltestellen zu empfehlen“. Kostendeckend lasse sich der Stadtbus in Dorfen nicht betreiben, betonte Grundner. Das sei aber schon vorher klar gewesen.

Wie die Statistik jetzt zeige, habe sich in der einjährigen Betriebsphase ein Minus von 24 420 Euro ergeben. Die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben belaufen sich auf 3500 Euro (42 000 Euro jährlich) bei 415 Euro (4980 Euro) Einnahmen aus dem Fahrkartenverkauf. Weitere 9000 Euro Einkünfte konnten aus dem Sponsoring erzielt werden. Der Förderkreis Dorfen unterstützte von Anfang an die Aufnahme eines Stadtbusses. Laut Bürgermeister wolle der Gewerbeverein ab Herbst 2016 den Stadtbus ebenfalls fördern.

Bis Ende Juni haben 5485 Personen den Stadtbus genutzt. Er werde von ganz unterschiedlichen Personenkreisen „sehr positiv angenommen“, freut sich Grundner. Das zeigten etwa Berichte der Busfahrer, denen zufolge die Stadtline bereits einige Stammkunden hat, die sogar namentlich bekannt sind.

Die Linie mit 22 Haltestellen führt durch das gesamte Stadtgebiet. Die Haltestellen werden im 30-Minuten-Takt angefahren. Senioren nutzten den Bus sogar als „Stadtrundfahrt“. Mit dem Linienbetreiber Omnibus Kalb aus Norlaching habe die Stadt „einen äußerst zuverlässigen Partner, der engagiert mit dabei ist“, betonte Grundner. Die Auswertungen des Bus-Bordcomputers sowie die Erfahrungen der Fahrer hätten ergeben, dass die Route optimiert werden sollte. Ein paar Haltestellen, wie am Gewerbering, würden fast nie genutzt. Dafür bestehe an anderer Stelle Bedarf, wie am Johannisplatz. Eine Routenoptimierung sei vom Arbeitskreis „Stadtbus“ mit Kalb bereits erarbeitet worden.

Der Stadtbus verkehrt auf dem Rundkurs montags bis freitags zwischen 8.30 und 12 Uhr sowie von 14 bis 17 Uhr. Einen Bedarf in der Mittagszeit gebe es nicht, so der Bürgermeister. Dagegen seien Anfragen aus dem Außenbereich eingegangen. Wie man Ortsteile in die Linie einbinden könnte, werde überlegt. Dann würde es schwierig, den 30-Minuten-Takt halten zu können. Der habe sich in der Praxis bewährt und sollte nicht aufgegeben werden. Grundner betonte, dass der Stadtbus eine „freiwillige Leistung der Stadt“ sei. Er vertritt die Ansicht: „Ein Minus von 2000 Euro monatlich ist vertretbar.“

(prä)

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