Immer im Blick war die Turnerriege des TSV. Sie holte viele Wettkampfpreise nach Dorfen.

Auftakt zum Jubiläum

TSV Dorfen feiert 150 bewegte Jahre

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Lang ist es her, dass es in Dorfen einen Sportlerball geben hat. Um so mehr soll es am morgigen Samstag rund gehen. Dann lädt der TSV Dorfen unter dem Motto „Anno dazumal“ in den E 3-Eiskeller ein.

Dorfen – Mit dem Sportlerball beginnt der Dorfener Traditionsverein seine Veranstaltungsserie zum 150-jährigen Bestehen. Doch zum Feiern war den Sportlern nicht immer zumute. Die Zeit der NS-Herrschaft prägte auch den Turnverein Dorfen, wie er damals noch hieß. Auf dem Sportplatz hinter der Turnhalle fanden, wie überall im Land, Sportfeste zu Ehren des Führers statt. Doch zukommen lassen wollte man ihm freiwillig nichts. Im Mai 1938 übereignete der Verein seine Turnhalle und den Sportplatz der Gemeinde Dorfen, um das Vereinsvermögen dem Zugriff des Reichsbundes für Leibesübungen zu entziehen. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs endete das Vereinsleben jäh.

Erst im Februar 1946 trafen sich sportbegeisterte Frauen und Männer im Gasthaus „Zum Diemer“ am Marienplatz, um den Verein neu zu aktivieren. Es gelang, die dafür notwendige Lizenz der amerikanischen Militärregierung zu erlangen. Eine Fußball-, eine Tischtennis- und eine Turnabteilung wurden gegründet – und der Verein in Turn- und Sportverein Dorfen umbenannt. Im Dezember des gleichen Jahres kaufte der TSV von der Stadt auch die Turnhalle zurück.

Nachwuchsarbeit wurde beim TSV Dorfen auch früher immer groß geschrieben.

An solche politischen Winkelzüge dachten 22 aktive Turner und 17 passive Turnfreunde nicht, als sie den Verein im März 1869 gründeten. Nicht nur der Sport stand damals im Mittelpunkt. Der Verein prägte auch das gesellschaftliche Leben – etwa durch verschiedene Bällen. Schon im Gründungsjahr wurde auch eine Turnerfeuerwehr gegründet, die bis 1889 im Verein integriert blieb. Aus ihr ist die Dorfener Feuerwehr hervorgegangen. Bereits 1909 wurde an den Bau einer vereinseigenen Turnhalle gedacht. In einer außerordentlichen Generalversammlung im August 1909 legte der Dorfener Baumeister Haydn Skizzen vor, die lebhaft diskutiert wurden. Unter dem damaligen Vereinsvorsitzenden Josef Erber wurde das Bauvorhaben schließlich in Angriff genommen. Im September 1910 stand die Turnhalle.

Während des Ersten Weltkrieges ruhten die Vereinsaktivitäten. Doch schon im Dezember 1918 erwachte der TSV zu neuem Leben. Im August 1919 wurde eine Fußballabteilung gegründet. Das Aushängeschild des Vereins waren allerdings die Turner. Die besten Dorfener Sportler nahmen alljährlich am Deutschen Turnfest teil und kehrten meist mit einem Siegerkranz zurück.

Heute ist das sportliche Spektrum beim TSV sehr viel breiter. Der Verein verfügt über die Abteilungen Basketball, Faustball, Fußball, Judo, Karate, Kickboxen, Leichtathletik, Turnen und Volleyball. Mit mittlerweile 1800 Mitgliedern ist der TSV der größte Verein in Dorfen.

Diese Entwicklung hatte mit der Wiederbelebung 1946 begonnen. Über ein Jahrzehnt lang konnte damals auch auf dem Rhönrad geturnt werden. Die Mitglieder dieser Abteilung und die Tischtennisspieler wanderten vor über 25 Jahren zu anderen Sportvereinen ab.

Aufmarsch: Auch während der NS-Zeit fanden Sportfeste statt. Das TSV-Vermögen wurde vor den Nazis geschützt.

Über die Jahrzehnte wurde der bauliche Zustand der Turnhalle immer schlechter. Ihr Verkauf samt Grundstück an die Deutsche Bundespost 1978 war für die Entwicklung des TSV von entscheidender Bedeutung. Der verbliebene Sportplatz wurde 1982 gegen ein Kirchengrundstück an der Buchbacher Straße getauscht. Auf diesem Areal wurden ein Vereinsheim und zwei Sportplätze zum Gesamtbaupreis von 1,5 Millionen Mark errichtet und im Juni 1985 eingeweiht. Die 1980er Jahre – sie könnten auch eine gute Inspiration für den Sportlerball am Samstag sein. Man muss kein Mitglied sein, man muss nicht sportlich sein – jeder darf kommen, am liebsten im urigen Sport-Outfit.

Im E3-Eiskeller darf zur Musik von DJ Hannes – bekannt von KG-Partys sowie den Silvesterpartys im Jakobmayer – abgetanzt werden. Zudem gibt es Auftritte der „Crazy Mamas“ und der legendären Burschengarde Schwindkirchen. Sportliche Gaudi versprechen die Dorfener-Fitness-Games, bei denen einige tollkühne Disziplinen ausgetragen werden. Bei den Masken und Kostümen gilt: je älter desto besser.


Das Jubiläum

Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten steht das Festwochenende vom 3. bis 5. Mai mit einem Festabend am Freitag. Am Samstag, 4. Mai, gibt es einem Tag des Sports mit vielen Vorführungen und Mitmachaktionen der Abteilungen sowie einer Sportler-Party am Abend. Ausklingen wird das Festwochenende mit einem Gottesdienst am Sonntag 5. Mai. Mehr zu den Veranstaltungen gibt es im Internet auf www.tsv-dorfen.de.

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