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TSV Dorfen: Sportler schimpfen über Platzmangel

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Von: Hermann Weingartner

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Ein Fußball schlägt im Netz ein. (Symbolbild)
Nicht genug Platz für den Fußball: An den Sportstätten des TSV Dorfen herrsche eine prekäre Situation, hieß es auf der Abteilungsversammlung. © mis

Fußballer des TSV Dorfen gehen mit der Stadt hart ins Gericht. Sie fordern ein neues Sportgelände. Die bisherigen Spielfelder seien heillos überlastet.

Dorfen – Eigentlich läuft es beim Fußball im TSV Dorfen sportlich gerade richtig gut, und auch ein neues Leitungsteam wurde am Mittwoch in der Abteilungsversammlung gewählt. Dennoch haben die Kicker ein großes Problem: Am aktuellen Standort herrscht extremer Platzmangel. Die Fußballer wollen am liebsten sofort raus aus der Stadt, aber „da geht seit Jahren gar nix mehr vorwärts“, klagte der TSV Präsident Bernd Schmidbauer in der Versammlung. Die Schuld dafür sieht er vor allem in der Untätigkeit von Stadtrat und Bürgermeister Heinz Grundner.

Nicht nur die TSV-Fußballer hoffen auf eine Auslagerung der Sportstätten aus dem Stadtzentrum, wie es 2018 im Zuge der städtischen Bewerbung für die Ausrichtung der Landesgartenschau von 2024 bis 2026 mit der Konzeptplanung verknüpft war. Das Projekt „war ein Hoffnungsschimmer“, sagte der TSV-Präsident. Nach der Absage der Landesgartenschau blieb die umstrittene Absiedelung von Freibad, Fußball, Tennis und Eishockey zwar ein Thema. Ein Konzept schlummert seit Jahren in der Schublade, ohne dass aber erkennbar etwas passiert.

In der Abteilungsversammlung beschrieb der neue Abteilungsleiter Werner Aimer die prekäre Situation bei den Fußballern. Eine Verlegung der Fußballplätze wäre dringend nötig, denn an der Sportstätte sei eine räumliche Erweiterung nicht möglich.

In der Stadt Dorfen geht nichts vorwärts, nullkommanix seit der Bewerbung für die Landesgartenschau. Das nervt gewaltig. TSV-Präsident Bernd Schmidbauer zu den nie umgesetzten Plänen, die Sportstätten abzusiedeln Wartelisten im Jugendbereich
„In der Stadt Dorfen geht nichts vorwärts, nullkommanix seit der Bewerbung für die Landesgartenschau. Das nervt gewaltig.“ TSV-Präsident Bernd Schmidbauer zu den nie umgesetzten Plänen, die Sportstätten abzusiedeln. © Hermann Weingartner

Für die Spiele und das Training von zwei Herren- und zehn Jugendmannschaften sowie einem Seniorenteam stehen nur zwei Spielplätze zur Verfügung. Durch diese Belastung entstünden jährliche Sanierungsmaßnahmen für rund 15 000 Euro. Fürs Training gibt’s noch einen Platz am Mühlanger.

Alleine über 300 Kinder und Jugendliche sind aktiv beim TSV, und das Interesse im Nachwuchsbereich steige ständig durch Zuzug, berichtete Aimer. Um alle Kinder aufnehmen zu können, dafür reiche die Platzkapazität längst nicht mehr. Die Folge: In der Jugendabteilung werden lange Wartelisten geführt.

Aimer betonte: „Wir wollen als Verein im Breitensport unseren gesellschaftlichen, sozialen Auftrag erfüllen. Das kann der TSV mit der Platznot aber nicht mehr erfüllen“. Der neue Abteilungsleiter klagte: „Im Moment fühlen wir uns alleine gelassen mit dem Problem“.

Sigi Mittermaier, früher selbst in der Abteilungsleitung Fußball, berichtete: „Schon seit 2012 kämpfen wir um einen neuen Platz am Mühlanger“. Ohne Erfolg bislang, obwohl ein Konzept samt Kosten bei der Stadt vorgelegt worden sei.

Mittermaier stellte Vergleiche mit der neuen Skateranlage an, die der Stadtrat kürzlich bewilligt hat. Der TSV-Präsident und frühere CSU-Stadtrat Bernd Schmidbauer stellte dazu klar: „Der TSV neidet sicher niemanden etwas. Aber da fühlen wir uns verarscht“.

In der Sache Auslagerung sei er schon mehrfach bei Bürgermeister Grundner vorstellig gewesen und habe auch im Stadtrat intensiv für das Projekt geworben. Sein Fazit: „In der Stadt Dorfen geht nichts vorwärts, nullkommanix seit der Bewerbung für die Landesgartenschau. Das nervt gewaltig. Alles wird wegen Corona verschoben. Dorfen wächst, und die Infrastruktur wird kleiner“, schimpfte Schmidbauer.

Auch die Entscheidung, am Schulzentrum statt einer 400-Meter-Laufbahn doch bei der nicht wettkampftauglichen 333-Meter-Variante zu bleiben, sei Schmidbauer nicht verständlich. Die Verantwortung werde nun zwischen Stadt und Landratsamt hin und her geschoben.

Der TSV habe Bedarf auch für weitere Trainingsmöglichkeiten in den Sporthallen. In fast allen Abteilungen gebe es schon Wartelisten angesichts des Andrangs. Die Turnhalle in Oberdorfen sei „in desolatem Zustand“, und die Gymnasiumshalle werde renoviert. Es sei derzeit nicht klar, ob dann noch ausreichend Trainingszeiten für die Sportler zur Verfügung stehen werden.

Auch Altbürgermeister Josef Sterr meldete sich in der Versammlung zu Wort. Alle Vereine seien für die „große Dauerlösung“, also die Auslagerung der Sportstätten. „Es wurde ein guter Weg angedacht aber nie beschritten“, sagte er resigniert. Er sei überzeugt, „es geht nur zusammen. Mit etwas Druck geht vielleicht doch was“.

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