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Fußball unmöglich: Zur Pfützen- und Schlammlandschaft wird der TSV-Trainingsplatz Am Mühlanger nach jedem heftige n Regenguss.

Sportplatznot in Dorfen

TSV-Präsident bittet Stadt um Hilfe

Neue Baugebiete und Zuzug bescheren Sportvereinen neue Mitglieder. Das ist aber nicht nur erfreulich. Beim TSV Dorfen ist inzwischen die Nutzung der Rasensportplätze samt Ausweichplatz an der Kapazitätsgrenze angekommen. Es droht ein Aufnahmestopp beim Nachwuchs.

Dorfen – Der Präsident des größten Dorfener Sportvereins mit 1800 Mitgliedern, Bernd Schmidbauer, und die Fußball-Abteilungsleitung machen Druck auf die Lokalpolitik. Es müssen ausreichend Trainingsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche geschaffen werden, formulierte die TSV-Führung in der Mitgliederversammlung. Die TSV-Verantwortlichen sehen klar die Stadt in der Pflicht, für Folgen des Zuzugs Verantwortung zu übernehmen. Neue Plätze zu schaffen, diese Aufgabe könne man nicht beim Verein abladen.

Es müssen dringend neue Trainingsmöglichkeiten her, fordern der TSV-Präsident und die Fußball-Abteilungsleitung. Wenn nicht schnell eine Lösung kommt, droht ein Aufnahmestopp. Unzumutbar seien die Trainingsbedingungen Am Mühlanger. Die Stadt hat dort Wiesengrundstücke gepachtet, die über einen Nutzungsvertrag auch dem TSV zur Verfügung stehen. Bei jedem längeren Regenschauer bilden sich auf dem Gelände großflächig tiefe Wasserlachen und der Platz wird tagelang zur Schlammwiese. Danach ist er meist knochenhart und bucklig. „Hundewiese“ nannte TSV-Cheftrainer Michael Kostner unlängst den Platz treffend: „Trainieren unmöglich.“ Und das Areal ist inzwischen auch aufgrund der vielen TSV-Jugendmannschaft viel zu klein geworden.

Schmidbauer spricht das Problem sehr deutlich mit eindringlichem Appell an die Stadt- und Kreispolitiker sowie die Behörden an. Das größte Problem Am Mühlanger ist, dass das Areal in einem Landschaftsschutzgebiet liegt, das man früher nur so gewidmet hatte, um die A 94 zu verhindern. Die Autobahn wird bereits gebaut, „die Zeiten haben sich geändert“, sagt Schmidbauer. „Ich bitte Sie dringlichst, schaffen sie Raum, um unseren Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, ihr Hobby Fußball zu verwirklichen.“ Beim TSV möchte man „nicht in traurige Kinderaugen schauen, wenn wir ihnen sagen müssen: Ihr könnt nicht bei uns im Verein Fußball spielen, denn wir haben keinen Platz“.

Adressat des Hilferufs ist vor allem die Naturschutzbehörde im Landratsamt, die maßgeblich ist bei Beurteilung des Landschaftsschutzgebiets. Einen politischen Beschluss trifft demnächst der Fachausschuss des Kreistags, dann erst kann Dorfens Stadtrat tätig werden.

Beim TSV ist man bereits gerüstet und wartet sehnlichst auf einen positiven Kreistagsbeschluss. „Es gibt ein Konzept, wie man Am Mühlanger vernünftige Trainingsmöglichkeiten schaffen kann, damit die stetig wachsende Zahl von Kindern und Jugendlichen trainieren können“, sagt Schmidbauer. Das Vorhaben werde von Stadt und Bürgermeister Heinz Grundner unterstützt. Wenn das Areal zum Sportgelände wird, soll möglichst rasch an der Umsetzung des Konzepts gearbeitet werden, „am besten noch heuer“.

„Abgehakt“ ist für Schmidbauer dagegen ein Kunstrasenplatz am Schulsportplatz, nachdem sich die Schulleitungen, Landkreis und Bauausschuss des Stadtrats klar ablehnend geäußert haben. Den hätten die TSV-Fußballer im Zuge der Sanierung des Schulsportgeländes gerne gehabt. Den Bau einer neuen 400 Meter-Laufbahn anstatt der alten wettkampfuntauglichen 333 Meter-Bahn am Schulsportplatz fordert Schmidbauer „aber auf jeden Fall“ weiter. Das Projekt ist bei einigen Stadträten (SPD, GAL, ÜWG) nicht unstrittig (wir berichteten), der Bau dürfe nicht zu Lasten des Förderzentrums gehen.

Im TSV gibt es über 900 Kinder und Jugendliche, die „keine lästigen Anhängsel“ seien, sondern auch Schulkinder, sagt Schmidbauer. Für die „lohne es sich zu kämpfen und für diese versuchen wir auch etwas zu tun“. Der TSV habe lediglich den Antrag gestellt auf eine 400 Meter-Laufbahn, damit auch „für unsere Kinder auch in Dorfen Wettkämpfe möglich werden“ und sie nicht immer nur zig Kilometer auswärts fahren müssen zu Wettkämpfen.

Als „schlimm“ habe Schmidbauer in der Laufbahn-Sache empfunden, dass nach dem Antrag „niemand“ von den Kritikern auf den TSV zugekommen sei, um sich zu erkundigen. Es seien dagegen „Eltern „verunsichert“ und „nicht belegbare Spekulationen“ verbreitet worden. Von Stadtvertretern hätte der TSV-Präsident erwartet „mit den Betroffenen zu reden und nicht über sie“. Schmidbauer sagt, er habe vorab mit der Förderzentrumsleiterin Gabi Schober ein Gespräch zur Laufbahn geführt. Dabei habe man beiderseits festgestellt, dass eine Erweiterung der Laufbahn nötig und bei geeigneter Umsetzung auch realisierbar sei.

Hermann Weingartner

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