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Ufermäharbeiten werden am Isenflutkanal regelmäßig durchgeführt. Auch am Eisvogelbrutplatz.

Vogelschutzbund empört

Uferbewuchs „völlig unsensibel abrasiert“

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Es ist ein „Kahlschlag“, der für Aufregung sorgt. Das Wasserwirtschaftsamt hat den Uferbewuchs der Isen zwischen Nelkengasse und Kläranlage platt gemacht. Und das, obwohl in diesem Bereich auch Eisvögel brüten.

Dorfen – Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) ist empört. Das Wasserwirtschaftsamt will die Mäharbeiten künftig sensibler gestalten. Der Zustand der Isen in und um Dorfen erfüllt den LBV mit Sorge. „Die Isen musste in letzter Zeit einiges verkraften. Wir erinnern in diesem Zusammenhang an den Gülleeintrag im Frühjahr in Anning und an den Zwischenfall, bei dem ungeklärtes Wasser in den Flutkanal eingeleitet wurde“, schreiben die Ortsvorstände Franz Leutner und Thomas Huber in einem offenen Brief an das Wasserwirtschaftsamt München. Jetzt sei die Situation durch Mäharbeiten mit einem Mähroboter zwischen Nelkengasse bis unterhalb der Kläranlage am Flutkanal noch verschlimmert worden. Denn Schnittgut sei in das bereits sehr strapazierte Wasser des Flutkanals gefallen, und faule dort nun vor sich hin.

Mähroboter auch am Eisvogelbrutplatz

Doch es kommt noch schlimmer: „Alle in Ufernähe, in den Brennnesseln und im Schilf lebenden Insekten, vor allem Raupen und Libellen sind verschwunden. Mit Hilfe eines Schwerlastkrans wurde der Mähroboter auch noch auf die kleine Insel bei der Kläranlage gehievt. Sogar über der Eisvogelbrutwand wurde das schützende Brennnessel- und Schilfdickicht entfernt, obwohl große Hinweisschilder um Rücksichtnahme bitten“, schreiben die LBV-Aktivisten verärgert. „Die Missachtung dieser Bitte durch das Wasserwirtschaftsamt finden wir völlig unsensibel und verletzend, zumal es sich beim Eisvogel um eine streng geschützte Vogelart handelt“, heißt es weiter.

Mittlerweile hole sich die Natur zwar den „abrasierten Lebensraum“ wieder zurück. Doch Prachtlibellen, Kleinlibellen und Schmetterlingsraupen seien verschwunden. „Man fragt sich doch, welchen Nutzen die mit hohen Kosten verbundene Zerstörung intakter Ufersäume für die Wasserwirtschaft bringen soll. Wir als LBV setzen uns dafür ein, die Natur und Vielfalt an der Isen zu erhalten. Vom Wasserwirtschaftsamt als zuständige Fachbehörde erwarten wir mehr Rücksichtnahme und in Zukunft ein nachhaltiges Gewässermanagement“, so die Forderung der Dorfener LBV-Gruppe.

Wasserwirtschaftsamt: Nicht in unserem Sinn

Christian Leeb, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes München, sieht seine Behörde im Zwiespalt. Der Isenflutkanal sei primär dazu da, Hochwasser abzuführen. Daher müssten Mäharbeiten „etwas technischer gehandhabt werden“ als an Naturgewässern. Dennoch sei es bedauerlich, dass bei der Eisvogelwand das schützende Pflanzendach entfernt worden sei. „Das ist auch nicht in unserem Sinn.“ Leeb kündigte an, mit Vogelschutzbund und Stadt ein Konzept zu erstellen, das Naturschutz und Ökologie mit dem Hochwasserschutz verbinden soll.

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