Preisübergabe im heimischen Garten: Jan und Melanie Haft mit Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (v. l.).
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Preisübergabe im heimischen Garten: Jan und Melanie Haft mit Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (v. l.).

Bekannter Naturfilmer

Umweltminister bringt Filmpreis persönlich bei Jan Haft in Dorfen vorbei

  • Anton Renner
    vonAnton Renner
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Der Dorfener Naturfilmer Jan Haft hat wieder einen renommierten Preis abgeräumt. Diesmal kam der Brandenburger Axel Vogel persönlich vorbei, um die Auszeichnung für den Film „Die Wiese – Ein Paradies nebenan“ vorbeizubringen.

Dorfen – Wieder ein renommierter Preis mehr: Der Dorfener Naturfilmer Jan Haft sowie seine Ehefrau und Produzentin Melanie Haft sind für ihre Kinodokumentation „Die Wiese – Ein Paradies nebenan“ mit dem Horst-Stern-Filmpreis ausgezeichnet worden.

Hafts Unternehmen Nautilusfilm GmbH ist eines der erfolgreichsten in der deutschen Naturfilm-Branche. Bisher erhielt der Dorfener an die 200 Auszeichnungen von internationalen Festivals. Viele seiner Filme werden auch immer wieder im Fernsehen gezeigt.

Der mit 5000 Euro dotierte Horst-Stern-Filmpreis wird von der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg gestiftet und wurde beim 15. Umweltfilmfestival in Brandenburg verliehen. Zur Übergabe kam Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel eigens nach Dorfen, um die Auszeichnung dem Ehepaar Haft persönlich zu verleihen. Er machte das, als er auf Durchreise in Bayern war.

Vogel sei von Hafts Film „Die Wiese“ beeindruckt. Der Film würde im besten Sinne des 2019 verstorbenen Filmemachers Horst Stern nicht Katastrophen an die Wand malen, sondern auch Lösungen aufzeigen.

Die Jury, bestehend aus Filmwissenschaftlern, lobte die Machart des Films. Haft zeige ein bedrohtes Paradies: Pflanzen, Wildtiere, Vögel und Insekten in einer Magergraswiese. Wie stets in seinen Arbeiten werde jedes Lebewesen aufs Schönste gewürdigt, jedes Einzelbild sorgfältig komponiert. Großaufnahmen, Slow Motion, mit Drohnen gefilmte Draufsichten oder die Verwendung von Endoskop-Optiken würden im Film scheinbar spielend beherrscht.

Bei der Kritik an der Zerstörung des Lebensraums von Feldlerchen, Kiebitzen, Ragwurz oder anderen Wiesenorchideen durch Überdüngung gebe sich Haft nicht selbstgerecht. Der Naturfilmer verstehe durchaus die Beweggründe von Bauern, „die vermeintlich entbehrliches Grasland zum Anbau von Feldfrüchten oder als ertragreiche Futterwiesen nutzen wollen. Seine Fürsprache gilt dennoch der blüten- und artenreichen Wiese. Jedes Wesen, das nur dort gedeihen kann, ist unentbehrlich – auch für uns“, so die Jury.

Ohne proklamatorische Appelle plädiere der Film überzeugend dafür, dass unsre Landschaften vor der zunehmenden Verödung geschützt werden müssten – „dringend“. Blühstreifen seien ein Anfang für ein Netz aus Biotopen. Die Jury empfiehlt Hafts Film auch dem europäischen Parlament und jedem, „der mit Naturverbundenheit und Herzblut für Schönheit das Land bewirtschaftet“.

Jan Haft selbst findet es wichtig, dass man bei der Thematik Verödung der Landschaft nicht die Bauern an den Pranger stellt. Das Problem liege in der Gesellschaft. So müssten Bauern ihre für den Naturschutz zur Verfügung gestellten Flächen nach fünf Jahren umbrechen, andernfalls verlören sie ihren Status als Acker. Das bedeute eine Wertminderung für die Landwirte, so Haft. Hier könne und müsse die Politik an Stellschrauben drehen.

Drei Jahre und 300 Drehtage hat das Team von Hafts Produktionsfirma in den Film investiert, der im April 2019 in die Kinos kam. An 30 Orten wurde gefilmt. Ein Hauptdrehort war eine Ökolandschaft der Wildtierstiftung in Mecklenburg-Vorpommern. Aber auch im Landkreis war Haft unterwegs. Neben Aufnahmen im Isental zeigt er das Wiesenparadies direkt vor seiner Haustür in Esterndorf. Dort wohnt Familie Haft seit 20 Jahren auf einem Bauernhof.

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