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Geschmackssache: Das Modell eines Fensters wurde zur Begutachtung am Rathausneubau angebracht. 

Rathausneubau in Dorfen

Unklarheiten bei den Fenstern

Das Dorfener Rathaus nimmt langsam Gestalt an. Ende des Jahres soll der Neubau bezogen werden. Die Entscheidung über Fassadenputz und Fenster sorgten im Bauausschuss – obwohl im Stadtrat längst genehmigt – jetzt erneut für Diskussionen.

Dorfen – Inzwischen ist der Rohbau für die beiden Obergeschosse des neuen Dorfener Rathauses fertig, das letzte Stockwerk wird bereits in Angriff genommen. Im Dezember soll das Gebäude bezugsfertig sein.

Der Bauausschuss des Stadtrats hatte sich am Mittwochabend zum Ortstermin an der Baustelle versammelt. Architekt Norbert Diezinger stellte ein Musterfenster in der Rohbaufassade samt Probeputz vor. Bereits im April 2017 hatte im Stadtrat Architekt Armand Kühne von der Diezinger Architekten GmbH aus Eichstätt insbesondere die Fassade nochmal ausführlich vorgestellt. Er zeigte auch ein 1:1-Fenstermodell im Sitzungssaal, ausgdruckt auf Papier.

Jetzt gab es ein Modell am Gebäude zu sehen, das allerdings in Teilen nicht ganz dem Original entsprach. In der Fassadengestaltung sind schräge Festerlaibungen vorgesehen. Die Fenster befinden sich in einer Putztasche, die sich farblich leicht abheben soll. Die Holz-Alu-Fenster erhalten einen metallischen Bronze-Glanz. Ein schmaler Fensterteil (30 Zentimeter) in der Schräge wird durch eine Lochpaneele verdeckt. Dieser Teil dient auch der Raumlüftung. Weil die Fenster bis zur Zimmerdecke reichen, bringen sie mehr Licht in die Räume – das war bereits 2017 klar. Das alles hatte der Stadtrat für gut befunden und genehmigt.

Jetzt aber gab es im Bauausschuss bei der Ortsschau erneut Diskussionen. Diezinger hatte eingeräumt, dass die Farbe des Modells zu dunkel geraten sei und ein hellerer Ton gewählt werden sollte. Beim Eloxieren gebe es aber nicht unzählige Farbnuancen. Eine gesetzlich vorgeschriebene Absturzsicherung im Fenster soll laut Beschlusslage aus Glas ausgeführt werden. Die von Martin Heilmeier (LDW) jetzt wieder geforderten Querstangen seien in einem Vorentwurf enthalten aber verworfen worden. Diezinger erklärte, eine Glas-Absturzsicherung wirke „filigraner, moderner“ und biete den Vorteil einer unbehinderten Sicht nach draußen. Querstangen, die sich direkt auf Augenhöhe befinden, würde er nicht empfehlen. Ebenso wenig wie eine angeregte Verschiebung der Lochpaneele für mehr Licht im Raum, weil damit die Intention der Planung verändert werde. Die Räume bekommen sicher genügend Licht durch die Fenster.

Heilmeier wollte die Paneele tiefer gesetzt und Günther Drobilitsch (GEM) zunächst sogar nach vorne über die Putzkante. Diezinger führte aus, die Paneele liegen wegen Bautoleranzen zwei Zentimeter hinter der Putzkante. Querstangen und veränderte Paneele würden das Erscheinungsbild der Fassade verändern – kaum zum Vorteil. Und jetzt ein neues Fenstermuster zu bestellen, würde Wochen dauern. Der Fertigstellungstermin sei dann nicht mehr zu halten.

Die Argumente des Architekten überzeugten Heilmeier nicht. Er meinte, seine Vorschläge würden völlig ignoriert. Der Landlisten-Fraktionssprecher wetterte, das Fenstermuster „war ned schee“ – ein anderes gab es nicht. Unverständlich sei, dass sein Vorschlag, Querstangen als Absturzsicherung und die Paneele nach hinten zu schieben, „gleich wieder von vornherein abgeblockt wird“. Es müsse doch Kritik am Architekten möglich sein. Man sollte „für alles offen sein“ und dann entscheiden. „Wir haben keine Wahl und sollen nur abnicken“, regte sich Heilmeier auf. Auch ein paar Wochen mehr für eine Entscheidung spielten doch keine Rolle, wenn das Gebäude dann wieder 50 Jahre steht.

Einstimmig beschlossen wurde, Fenster und Paneele in einem helleren Farbton auszuführen. Die Paneele bleibt, die Absturzsicherung wird gläsern. Dagegen stimmte Heilmeier.

Wenigstens gab es beim Fassadenputz keinen Streit. Eine gröbere Körung (fünf Millimeter) erhält die Fassade, weil das lebendiger wirke. Drei Millimeter-Körnung bekommt die Putztasche und einen Millimeter die Fensterlaibung. Die Fassadenfarbe wird erst später beschlossen.

Hermann Weingartner

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