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Unter Ensembleschutz: Das ehemalige Kaufhaus Schmederer (r. neben dem Tor) darf nicht abgerissen werden. Der Bauausschuss befürwortet den Plan dennoch. 

Unter Ensembleschutz

Denkmalschutz: Kein Abriss des Kaufhauses Schmederer in Dorfen

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Es wäre zu schön gewesen: Das marode ehemalige Kaufhaus Schmederer wird abgerissen, dafür an dieser Stelle ein modernes Geschäftshaus mit Tiefgarage errichtet, und für die Sicherheit der Fußgänger und Radler am Wesner Tor wird auch noch etwas getan. Diesen Plan gibt es schon lange. Die Denkmalpflege schiebt dem Projekt jetzt wohl einen Riegel vor. 

Dorfen– Der städtische Bau- und Verkehrsausschuss schaltet dennoch auf stur: Der Antrag auf Abbruch des Gebäudes wurde am Mittwoch einstimmig gebilligt.

Auch das kommunale Einvernehmen für die denkmalschutzrechtliche Erlaubnis wurde mit diesem Beschluss erteilt. Bauamtsleiter Franz Wandinger machte den Stadträten jedoch wenig Hoffnung. Nach einem Termin mit dem Landratsamt habe er folgende mündliche Auskunft erhalten: „Das Denkmalamt hat gesagt: Das Haus darf nicht abgebrochen werden, und die Fassade muss erhalten bleiben.“

„Das Einvernehmen kann vom Landratsamt durchaus anders beurteilt werden“, erklärte Bürgermeister Heinz Grundner (CSU). Das Gremium beharrte jedoch auf dem Plan. Schließlich hatte Scharl zugesichert, dass er im Zuge des Bauvorhabens neben dem Wesner Tor eine sichere Passage errichten lässt.

„Ich tu’ mich schwer, da ein Gebäude mit Denkmalschutz zu sehen“, kritisierte Martin Heilmeier (LDW). Die Ensemblewirkung könne er ebensowenig nachvollziehen – „und die Rückseite hat mit Denkmalschutz sowieso nix zu tun“. Hierzu erläuterte Wandinger, dass dort laut der Denkmalpflege nach einem Abriss des eingeschossigen Anbaus auf der Hinterseite Richtung Isen eine Freifläche entstehen solle.

Den Denkmalschützern geht es jedoch um die Innenstadt-Seite. „Die Fassade wird als schützenswert bewertet“, berichtete Wandinger. „Es ist aber kein Einzeldenkmal, sondern liegt im Ensembleschutzbereich.“ Der Gesamtkontext sei als geschützt eingestuft, pflichtete Grundner bei. Außerdem verfolge des Landesamt für Denkmalpflege einen anderen Ansatz als früher. „Die gehen von Substanzerhalt aus“, sagte der Bürgermeister. Das habe man bei der Sanierung des Jakobmayer gesehen, wo die Fenster vom Anfang des 20. Jahrhunderts unbedingt erhalten werden mussten.

Ludwig Rudolf (CSU) wollte wissen, ob man nicht einfach nur die Fassade stehen lassen und das Gebäude dahinter abreißen könne. Solche Potemkinschen Häuserzeilen gebe es ja häufiger. „Der Antrag geht auf Abriss des gesamten Gebäudes“, erwiderte Grundner. Was er damit andeutete: Neue Baupläne kann die Stadt für dieses private Projekt nicht zeichnen.

„Das Gebäude gehört zu den fünf greisligsten in ganz Dorfen“, schimpfte Michael Oberhofer (CSU). Die ganze Innenstadt gelte als geschütztes Ensemble – „dann dürften wir ja gar nichts mehr“, kritisierte er. „Das wird so weit kommen“, pflichtete Grundner bei. Deswegen müsse sich der Stadtrat über das Thema unterhalten..

Es bestehe die „Drohung, dass der Ensembleschutz aufgehoben wird“, erklärte der Bürgermeister. Christian Holbl (TEG) würde das gar nicht stören. Man könne schließlich als Stadt darauf achten, dass sich künftige Bauvorhaben in die historische Altstadt einfügen: „Da haben wir doch die Hand drauf.“ Das wollte Wandinger so nicht bestätigen. Ein Einfluss auf die Gestaltung sei bei Vorhaben, die nach Paragraf 34 Baugesetzbuch genehmigt werden, „sehr schwierig“ – und das werde dann vorwiegend der Fall sein. Andreas Hartl (GAL) wies auf ein anderes Problem hin: „Wenn das jetzt 10, 20 Jahre als Bauruine stehen bleibt, dann ist die Frage, was da gewonnen ist.“

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