Vor Gericht

Vater schlägt Mutter vor Augen der Kinder

Dorfen - Gewaltszenen in einer zerrütteten Dorfener Ehe: Für mindestens eine Watschen, die er seiner Frau gegeben hat, muss der 47-jährige Ehemann eine Geldstrafe in Höhe von 2800 Euro bezahlen.

Das Paar hatte Mitte vergangenen Jahres das Ende der Ehe vereinbart, wohnte aber noch zusammen. Bestandteil der Vereinbarung war, dass der Angeklagte die Fixkosten für Miete und Lebensunterhalt von seinem Konto zahlt, dafür aber auch das Kindergeld für die beiden Kinder erhält. Im März kam er jedoch dahinter, dass seine Ehefrau das Kindergeld schon seit Januar auf ihr Konto leiten ließ.

Als er Mitte März gegen 23 Uhr von der Arbeit nach Hause kam, entwickelte sich zwischen dem Paar darüber ein heftiger Streit. Als sich die zwei Jahre jüngere Frau dann eine Zigarette drehen wollte, sah der Mann rot. Wie er vor dem Erdinger Amtsgericht einräumte, habe er ihr „eine Watsche gegeben“. Daraufhin sei seine Noch-Frau ausgerastet und habe „wild um sich geschlagen“. Daraufhin habe er sie auf das Bett niedergedrückt, wobei er selbst einige blaue Flecken abbekommen habe. Die Kinder bekamen das alles mit. Der Sohn der beiden rief schließlich auch die Polizei.

Laut Anklageschrift soll der 47-Jährige mehrfach mit der flachen Hand zugeschlagen und seiner Frau auch gegen das Knie getreten haben. Vor Gericht wollte die zweifache Mutter dies nicht wiederholen und berief sich auf ihr Aussageverweigerungsrecht. Ihr Noch-Ehemann bezichtigte sie dagegen als Alkohol- und Drogenabhängig, räumte aber auch ein, dass er dies früher ebenfalls war. Am Tatabend wurden bei seiner Frau 0,6 Promille festgestellt.

Beim Angeklagten wurde kein Alkoholtest durchgeführt. Der 47-Jährige klagte vor Gericht darüber, dass er von den Polizeibeamten automatisch als Aggressor einstuften worden sei. Während der Einvernahme seiner Frau sei er vor die Tür geschickt worden. Gegen den erfolgten Strafbefehl habe er Einspruch eingelegt, weil er „sich in irgendeiner Form“ wehren müsste, mehrfach zugeschlagen zu haben. Er wolle nicht, dass seine Kinder „mit solch einem Müll aufwachsen“.

Richterin Sabine Schmaunz verurteilte den 47-Jährigen, der bislang nicht vorbestraft war, zu 70 Tagessätzen je 40 Euro. Im laufenden Scheidungsverfahren scheint der Frieden halbwegs gesichert. Der Angeklagte hat eine neue Wohnung und wurde mit einer Kontaktsperre belegt, die er akzeptiert. Auch leistet er Unterhaltszahlungen für seine Kinder. Ob er zu Sohn und Tochter wieder Kontakt bekommt, ist ungewiss. Eine erste Verhandlung im Jugendamt, bei der auch die Tochter anwesend war, „verlief nicht gut“, sagte der 47-Jährige.

Gert Seidel

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