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Josef Wagenlechner ist der Feuerwehrreferent der Stadt Dorfen.

Haupt- und Finanzausschuss Dorfen

Vergünstigungen für Feuerwehrler bleiben

Brand- und Katastrophenschutz sind kommunale Pflichtaufgabe, deren Gewährleistung wegen Personalmangel zunehmend schwieriger wird. Die Stadt Dorfen gewährt daher aktiven Feuerwehrlern als Zuckerl freien Eintritt zum Freibad und freies Parken. Das kommt gut an.

Dorfen – Auf eine Initiative von Feuerwehrreferent Josef Wagenlechner (TEG) ist im Februar 2017 im Haupt- und Finanzausschuss des Dorfener Stadtrats einstimmig sein „Konzept zur Förderung des Feuerwehrdienstes“ bei den Dorfener Feuerwehren (FF) beschlossen worden. Idee des Initiators war es, mit Vergünstigungen aktive Feuerwehrler für ihre teilweise psychisch sehr belastenden und gefährlichen Einsätze zu belohnen und den rein ehrenamtlichen Dienst interessanter zu machen. Dies auch im Sinne von Nachwuchsarbeit und Gewinnung neuer FF-Mitglieder.

Im Haupt- und Finanzausschuss stellte Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) eine erste Bilanz der Förderung vor. Die sei durchaus positiv, wie man von den Kommandanten erfahren habe, berichtete der Bürgermeister. Aktive Feuerwehrmitglieder aller Dorfener Wehren, die sich an über 50 Prozent der FF-Ernstfallübungen beteiligen, erhalten auf Antrag freien Eintritt ins Dorfener Schwimmbad und einen kostenlosen Parkausweis für die Innenstadt. Den Übungsnachweis müssen die örtlichen Kommandanten für jeden Einzelnen bestätigen.

Laut Finanzverwaltung seien 78 Familien- und 41 Single-Saisonkarten gewährt worden und zudem 224 Parkausweise, berichtete Grundner. Das ergebe eine Gesamtförderung für 2017 im Wert von 18 540 Euro. „Eine erhebliche Summe auf den ersten Blick“, sagte der Stadtchef. Bei rund 500 Feuerwehrdienstleistenden in den zehn Wehren ergebe das aber nur knapp 40 Euro pro Aktiven pro Jahr.

Der Brand- und Katastrophenschutz sei Pflichtaufgabe der Kommune und der ehrenamtliche Feuerwehrdienst unbezahlbar. Bei den Wehren spreche man zwar stets den Dank der Stadt für den ehrenamtlichen Einsatz rund um die Uhr für rund 15 000 Dorfener Bürger aus.

Mit der Förderung zeige man aber jetzt auch eine kleine finanzielle Anerkennung. Die Mindereinnahmen dürften in der Praxis auch geringer sein als die errechnete Summe.

Im Gremium gab es nur Zustimmung für die Förderung, die weiter Bestand haben soll. Wagenlechner überbrachte den Dank der Feuerwehren. Die Förderung werde bei den Aktiven sehr positiv bewertet. Klar sei auch, dass deswegen den Wehren nicht die Türen eingerannt werden. Aber es müsse angesichts rückläufiger Mitgliederzahlen und der Gefährdung des Erreichens der Tagesalarmstärke alles versucht werden, „die Leute zumindest bei den Feuerwehren zu halten“. Die Förderung sei da ein positives Signal der Stadt und eine kleine, verwertbare Anerkennung. Die Einbußen bei der Stadt seien „vertretbar“.

Sebastian Sperr (CSU) betonte, das Geld sollte der Stadt für die Notfalleinsätze Wert sein und damit ehrenamtlichen Leistungen etwas honoriert werden. Dorette Sprengel (GAL) regte an, man sollte auch den Ehrenamtlichen der Rettungsdienste vom BRK die Förderung gewähren.

Grundner sagte, dass ohne Zweifel auch die Ehrenamtlichen einen wichtigen Dienst im Rettungswesen leisten. Es sei aber der große Unterschied, dass die Feuerwehrdienstleistenden den kommunalen Brand- und Katastrophenschutz ehrenamtlich für die Stadt leisten.

Hermann Weingartner

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