Umstrittener Bahnausbau: Immer wieder zweifelt die Bürgerinitiative Bahnausbau an den Zahlen der Bahn.

Kosten für Bahntrog

Verkehrsplaner: DB sagt die Unwahrheit

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Georg Brandhuber gibt nicht auf: Mit einem neuen Gutachter will der Sprecher der Bürgerinitiative Bahnausbau beweisen, dass die Deutsche Bahn ihre Planungen zur Tieferlegung der Gleise nie ernst gemeint hat.

Von Anton renner

Dorfen – Von Aussagen mehrerer Fachleute sieht sich die Bürgerinitiative „Für einen Bahnausbau ohne Mauern und Schranken“ schon bestätigt, jetzt kommt eine weitere Meinung hinzu. Dr. Martin Vieregg von der „Vieregg-Rössler GmbH Innovative Verkehrsberatung“ hat dem Sprecher der Bürgerinitiative, Georg Brandhuber, geschrieben: „Ich habe den Eindruck, Sie werden von der DB, aber auch von der Straßenbauverwaltung auf den Arm genommen.“ Brandhuber hatte sich an den Planer gewandt, „um eine weitere fachliche Beurteilung zu den Kosten der Tieferlegung der Gleise zu erhalten“.

Die Antwort des Ingenieurs mache deutlich, „wie unrealistisch die bisherige Kostenschätzung der DB Netze ist“, urteilt Brandhuber. „Kunstkniffe wie Aussagen ,Bahnbrücken und Schallschutzwände zählen nicht zum Bahnausbau‘ erscheinen nur mehr lächerlich.“

In dem Schreiben an Brandhuber vertritt Vieregg die Ansicht, dass die Tröge von der Bahn so konstruiert seien, „als ob bei zehn Zentimeter unter der Erde das Grundwasser beginnen würde. Das heißt, die Planung war nie ernst gemeint und dient nur zur ,Abschreckung‘. Die Schwärzungen bei der Kostenaufstellung sprechen eine deutliche Sprache“, so Vieregg. Aber selbst wenn das Grundwasser hoch liegen würde, „würde es nicht so viel kosten, schreibt Vieregg. Die Schlüsselfrage sei hier der Höhenverlauf des Grundwassers. Man bräuchte eine Karte mit Grundwasserhöhengleichen.

Der Planer nennt das Beispiel Katzenbergtunnel der Bahnstrecke Karlsruhe-Basel mit zwei riesigen bergmännischen Tunnelröhren, ausgelegt für eine Geschwindigkeit von 250 km/h. Diese hätten nur etwas über 60 Millionen Euro je Kilometer gekostet. Für die von der Bahn bei der ABS 38 für Dorfen genannten 80 Millionen Euro je Kilometer „können Sie alles bergmännisch unterirdisch für 250 km/h bauen“. Bei einer Troglösung liege man vielleicht bei 30 Millionen Euro je Kilometer, behauptet Vieregg.

Der Planer verweist auch auf Nabburg in der Oberpfalz. Dort habe sein Büro eine Lösung mit einer Tieferlegung der Bahntrasse und einem Hochwassertrog erarbeitet. Seit Jahren schlage man sich mit dem Straßenbauamt herum, „das ursprünglich mit einer Fake-Kostenberechnung, die die dreifachen Einheitswerte gegenüber ihrer eigenen Lösung zum Ansatz gebracht hatten, unseren Vorschlag ausmanövrieren wollte.“

Brandhuber hat nun erneut klare Forderungen an die Stadt: „Von der noch wesentlich schlimmeren Verschandelung unserer Heimat und ständigem Bahnlärm bedroht, fordern wir Bürgermeister und Stadtrat auf, für das Wohl der Dorfener Bürger (. . .) die Herausgabe der benötigten Karte und Zahlen zu erzwingen.“

Bahn-Sprecher Michael-Ernst Schmidt hat die Vorwürfe, die DB Netze hätten bewusst mit falschen Zahlen gearbeitet, entschieden zurückgewiesen. „Unwahrheiten und Verschwörungstheorien werden auch dann nicht wahr, wenn man sie häufig genug wiederholt.“

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