+
Der Lärmschutz im Dorfener Freibad bleibt weiter Thema. Darüber lässt sich trefflich streiten. Dabei neigt sich die Badesaison dem Ende zu. Ab 11. September ist das Freibad wieder geschlossen. 

Grünen-Antrag abgelehnt

Viel Lärm um Lärmschutzkonzept

  • schließen

Für das städtische Freibad wird kein Lärmschutzkonzept erstellt, wie dies die GAL-Fraktion im Stadtrat gefordert hat. Die Mehrheit im Stadtparlament folgte der Argumentation der CSU-Fraktion, mit einem Lärmschutzkonzept mache sich die Stadt juristisch angreifbar. Denn damit würden faktisch Mängel im Lärmschutz eingeräumt.

Dorfen – Ihren Antrag hatte Grünen-Fraktionschefin Ursula Frank-Mayer damit begründet, dass mit einem Lärmschutzkonzept über konkrete Daten die Emissionen im Schwimmbad an sensiblen Bereichen minimiert und gegebenenfalls der aktive Lärmschutz verbessert werden könnten. Damit könne gewährleistet werden, dass der zulässige Lärmpegel für Anwohner eingehalten werde. Hierdurch könne dem „Drohgespenst“ Schließung des Freibades fachlich fundiert und rechtssicher entgegengewirkt werden.

Lesen Sie auch: „Und plötzlich ist das Freibad dicht“

In der CSU-Fraktion wurde das beantragte Lärmschutzkonzept der Grünen allerdings als „neues Gutachten“ gewertet. Die ganze Diskussion wegen einer Anwohnerbeschwerde sei „wahnsinnig aufgebläht“ worden, sagte Barbara Lanzinger, der Antrag der Grünen daher „sehr unglücklich“. Denn die Folge eines Gutachtens könne sein, dass als Ergebnis zustande komme, dass der Lärm jetzt schon zu hoch sei.

„Bitte ziehen Sie Ihren Antrag zurück“

„Ich möchte nicht, dass unsere Kinder nächstes Jahr vor dem geschlossenen Schwimmbad stehen“, sagte Lanzinger. Auch Fraktionskollege Ludwig Rudolf warnte davor, „dass ein neues Gutachten womöglich das Schwimmbad unmöglich macht“. Und Fraktionschef Michael Oberhofer forderte die Grünen gar dazu auf: „Bitte ziehen Sie Ihren Antrag zurück!“ Das Szenario einer Schließung des Freibades werde mit einem neuen Gutachten noch wahrscheinlicher, „das haben unsere Kinder nicht verdient“.

Auch interessant: Grüne kritisieren Hopplahopp-Politik

GAL-Rat Gerald Forstmaier konnte die Bedenken der CSU nicht nachvollziehen. Seine Fraktion wolle mit dem Lärmschutzkonzept ja gerade einer drohenden Schließung vorbeugen. Es handle sich dabei auch nicht um ein Gutachten, denn es gebe ja bereits ein solches aus früheren Jahren. Auf der Basis der vorhandenen Zahlen könne die Stadt mit kleinteiligen Maßnahmen den Geräuschpegel des Freibades für Nachbarn senken. Fraktionskollege Andreas Hartl war angesichts der CSU-Argumentation sogar richtig sauer. „Mich regt das auf, was die für einen Schmarren reden“, sagte er. Die CSU tue ja gerade so, als ob das geforderte Lärmschutzkonzept Lärm verursachen würde.

Landlisten-Sprecher Martin Heilmaier sah in der Problematik um das geforderte Lärmschutzkonzept zwar durchaus ein „zweischneidiges Schwert“, wertete die Argumentation der CSU aber dennoch als „populistisch“.

„Nicht mit der Nase draufstoßen“

Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) erinnerte an die Aussage des Fachanwaltes der Stadt, der durchaus die Gefahr sehe, dass die Stadt das Schwimmbad bei einem Rechtsstreit schließen müsse. Durch das von der GAL geforderte Lärmschutzkonzept mache sich die Stadt „angreifbar, mit der Nase draufstoßen brauchen wir keinen“, sagte der Stadtchef. Grundner hielt es für den besseren Weg, bei neuerlichen Anwohnerbeschwerden wieder „deeskalierend einzugreifen“, so wie das vor Monaten mit der Sperrung eines kleinen Teils der Liegefläche gemacht worden sei.

GAL-Rat Forstmaier änderte schließlich die Antragsformulierung ab. Statt der Erstellung eines Lärmschutzkonzeptes solle sich die Stadt von einem Gutachter „qualifizierte Vorschläge für günstigen Lärmschutz“ machen lassen. Dabei solle der Fachmann „keine Berechnung absoluter Werte“ vornehmen. Als Kostenrahmen dafür nannte Forstmaier eine Höchstsumme um die 3000 Euro.

Grundner wertete diese Änderung des GAL-Antrages als „Auftrag für ein halbes Gutachten“, das nichts anderes sei, „als ein Rückzug vom Antrag“. Bei der anschließenden Abstimmung wurde der GAL-Antrag im Stadtrat mit 13:10 Stimmen abgelehnt. >Kommentar

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Neue Sonderausstellung im Museum Erding: Vom Verlust der Heimat und dem Neubeginn
„Vom Gehen müssen und Ankommen dürfen“ heißt die Sonderausstellung im Museum Erding, die sich bis Ende Mai 2020 den Heimatvertriebenen in Stadt und Landkreis Erding …
Neue Sonderausstellung im Museum Erding: Vom Verlust der Heimat und dem Neubeginn
Finsinger Feuerwehr gleich zweimal hintereinander gefordert
Gleich zweimal kurz hintereinander war die Finsinger Feuerwehr am Freitag, 13. September, gefragt.
Finsinger Feuerwehr gleich zweimal hintereinander gefordert
Fahrerflucht in Taufkirchen: Zeugen gesucht
Ein schwarzer Audi wurde am Freitag in Taufkirchen beschädigt. Wer etwas beobachtet hat, wird gebeten, sich bei der Polizei zu melden,
Fahrerflucht in Taufkirchen: Zeugen gesucht
Nach Unfall: Autofahrer haut ab - und kommt eine Viertelstunde später zurück
Nach einem Zusammenstoß in Taufkirchen hat sich ein Autofahrer aus dem Staub gemacht - und ist wenig später zurückgekehrt. Ihn erwartet dennoch eine Anzeige wegen …
Nach Unfall: Autofahrer haut ab - und kommt eine Viertelstunde später zurück

Kommentare