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Sieht für Dorfen nur Vorteile durch die veränderten Vorgaben: Verkehrsberater Martin Vieregg. 

Bahnausbau

Vieregg: Bahn muss ganz neu planen

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Die Planungen für den Bahnausbau müssen im Bereich Dorfen von der Deutschen Bahn grundlegend geändert werden. Davon ist der mit einer Alternativplanung von der Stadt beauftrage Verkehrsberater Martin Vieregg überzeugt.

Dorfen – Hintergrund ist die Vorgabe aus Berlin, dass die Strecke anstatt bisher für 160 km/h für 200 km/ausgelegt werden muss. „Die gesamte Gefechtslage hat sich mit der erst vor Wochen in Berlin beschlossenen neuen Planungsvorgabe geändert“, so Vieregg gegenüber unserer Zeitung. Mit der Geschwindigkeitserhöhung müsse die Bahn ihre Vorentwurfsplanung überarbeiten oder neu erstellen. An vielen Stellen muss die Planung zwischen Markt Schwaben und Ampfing nach Ansicht Viereggs nur im Detail angepasst werden, „jedoch im Bereich Dorfen/B 15 muss die Planung grundlegend neu erstellt werden, weil die Kurvenradien und die Kuppen- und Wannenradien im Bereich des geplanten Troges der B 15 deutlich vergrößert werden müssen oder gleich eine gänzlich neue Lösung gesucht werden muss.“

Die massive Kritik der Stadt, weil Vieregg seine Planung – nicht wie vereinbart – fertig hat, weißt der Verkehrsfachmann zurück. „Die Haupterzögerung haben wir nicht zu verantworten. Erst zum Jahreswechsel 2018/19 erhielten wir die von der Bahn im Sommer zugesagten Unterlagen, die die Grundlage für die Arbeit des Ingenieurgeologen ist.“ Wann Vieregg seine Planung nun vorstellt, lässt er noch offen. „Die Mitarbeiter des Ingenieurgeologen benötigen noch etwas Zeit, und wir halten es für sinnvoll, vor der Präsentation im Stadtrat eine Vorstellungsrunde mit der Stadt Dorfen, dem Wasserwirtschaftsamt und Straßenbauamt anzusetzen.“

Hinsichtlich des Hochwasserschutzes habe man nun mittels eines digitales Geländemodells für den gesamten Wasser-Einzugsbereich bis zur Spitze des Berges oberhalb Oberhausmehring erfasst und präzisiert. Vieregg schlägt nun eine Lösung vor, „bei der wir den Umleitungsgraben des Hausmehringer Baches, den wir für die Entwässerung des Eisenbahngrabens schließlich ohnehin benötigen, für ein fünfjähriges Hochwasser auslegen.“ Das kleiner zu dimensionierende Rückhaltebecken oberhalb der Bahn, dessen Fläche als Grünland genutzt werde, komme dann nur bei starken Hochwasserereignissen zum Einsatz. Für die Bauern käme es dadurch zu keiner nennenswerte Einschränkung der Nutzung ihrer Grünflächen. Das große Rückhaltebecken werde – wie vorgeschlagen – für das 500-jährige Hochwasser ausgelegt.

Vieregg versichert, dass es zu keinen weiteren Kostensteigerungen komme und die Grabenlösung weiterhin kostengünstiger sein werde als die DB-Lösung. Entgegen der Bahn-Planung gebe es bei seiner keinen Zeitverlust, „weil wir die Linienführung bei unserem Vorschlag von Anfang an für 200 km/h konzipiert haben.“ Vieregg geht auch nicht davon aus, dass die neue Planungsvorgabe 200 km/h wieder rückgängig gemacht wird. Aus Sicht des Bundes sei sie „logisch und zwingend“. Denn die Bahnstrecke Mühldorf-Landshut-Regensburg sei in den vordringlichen Bedarf vorgerückt. Es werde sinnvollerweise nun geplant, den sich stark entwickelnden Güterverkehr vom Chemiedreieck zu den Seehäfen nicht mehr über Dorfen und München, sondern von Mühldorf aus direkt nach Norden über Regensburg zu leiten. „Der Großteil des bisher unterstellten Güterverkehrs der Strecke München-Mühldorf entfällt somit – was für Dorfen hinsichtlich Lärm von großem Vorteil ist“, so Vieregg. Die Anhebung der Geschwindigkeit der ICE-Züge führe dagegen kaum zu mehr Lärm.

Die neue Planungsvorgabe wird nach Ansicht Vierreggs auch für Wasentegernbach Konsequenzen haben. So entfalle die Beibehaltung des Bahnübergangs nun endgültig. Zwischen Wasentegernbach und Schwindegg werde wegen zu enger Kurven eine Neutrassierung auch dann nötig, wenn man die Bestandsstrecke durch den Ort ausbauen wolle. Vieregg: „Unser Entwurf einer Südumfahrung von Wasentegernbach ist ebenfalls schon für 200 km/h ausgelegt und gewinnt nun an Aktualität.“

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