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Kranzniederlegung als Zeichen des Gedenkens: Bürgermeister Heinz Grundner (vorne, M.), Karl Nagl vom Vdk Dorfen (links daneben)und Gisbert Becker (r.). 

Volkstrauertag in Dorfen

Die Botschaft der Kriegsopfer

Am Volkstrauertag am Sonntag wurde der Toten beider Weltkriege und heutiger Kriegshandlungen gedacht, den Opfern von Gewalt, Verfolgung, Vertreibung und Terror. Die Soldaten-, Reservisten- und Veteranenkameradschaft (SRVK) Dorfen organisierte das zentrale Gedenken der Stadt heuer zum zweiten Mal vor der Kriegerkapelle neben der Kirche.

VON HERMANN WEINGARTNER

Dorfen – Pfarrer Janusz Gadek zelebrierte den Gedenkgottesdienst. Danach trat Bürgermeister Heinz Grundner mit einer Friedensbotschaft an den Ambo: „Der Volkstrauertag gibt uns Anstoß, zu fragen, wie wir unsere Welt demokratischer und friedfertiger machen können“, sagte er. Erinnert werden solle, was Krieg und Terror bedeuten, was die Botschaft der Toten und Opfer von Krieg und Gewalt sei. „Manche allerdings mögen diese Botschaft nicht mehr hören“, mahnte Grunder. Diese sei aber nötig, dass sich so etwas nie wiederhole.

Die Erinnerung, auch an das Nazi-Regime, verblasse, Frieden und Freiheit würden heute in der Gesellschaft als selbstverständlich wahrgenommen. Doch das seien „kostbare Güter, die es stets zu bewahren gilt“. Ein Blick auf die Konflikte weltweit zeige das deutlich. Für keinen der Streitfälle, etwa dem Pulverfass Naher Osten oder der Kurden-Frage, sei eine Lösung in Sicht. Das transatlantische Bündnis zerbröckele mit unübersehbaren Folgen, und ausgerechnet jetzt sei „auch die EU oft alles andere als einig“, so Grundner. Erst komme die eigene Nation und danach erst mal nichts. Zudem gebe es „bedenkliche Entwicklungen“ im eigenen Land, „die dem Frieden im Inneren nicht guttun“.

Populisten und rechte Gruppierungen schürten Ängste und vertieften Gräben. Besonders bedrückend: Antisemitische Hetze und Übergriffe hätten wieder zugenommen, Vorurteile seien selbst in der Mitte der Gesellschaft anzutreffen, 80 Jahre nach dem Novemberpogrom.

Es gehe auch um den inneren Frieden, um ein gutes Miteinander vor Ort, betonte der Bürgermeister. Alle könnten einen Beitrag leisten, „dass unsere Stadt ein Ort ist und bleibt, der sich gegen Hetze und Antisemitismus verwahrt und in dem das Zusammenleben gut funktioniert“. Grundner dankte all denen, „die sich dafür stark machen und einsetzen“.

Die Messe besuchten rund 150 Kirchgänger. Die Kranzniederlegung der Stadt durch Grundner, den SRVK-Vorsitzenden Gisbert Becker sowie Karl Nagl vom Vdk Dorfen verfolgten sieben Stadträte und rund 20 Bürger.

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