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80 Jahre und noch fit ist Nikolaus Franzl (M.). Es gratulierten (v. l.) Bürgermeister Heinz Grundner, Pfarrer Herbert Aneder, Ehefrau Hanni, Tochter Angelika Bachmayer, Enkel Johannes, Sohn Klaus und Schwiegertochter Brigitte.

Nikolaus Franzl 80

Vom Knecht zum Maurer hochgearbeitet

Mit seinen nun 80 Jahren gehört Nikolaus Franzl noch lange nicht zu alten Eisen.

Urtlfing – Der Jubilar aus dem Dorfener Ortsteil Urtlfing hilft noch immer gerne mit auf dem Bio-Bauernhof, den sein Sohn Klaus weiterführt. Seinen runden Geburtstag feierte er mit Familie, Nachbarschaft und vielen Freunden.

Vier Kinder hatten die Eltern des Jubilars. Geboren 1938 ist er als Ältester mit den Geschwistern auf dem „Göschl“-Hof aufgewachsen. Zur Schule ging es nach Grüntegernbach. Die Kinderzeit war „nicht leicht“, erzählte Franzl beim Ratsch in der munteren Gratulanten-Runde mit Bürgermeister Heinz Grundner und Pfarrer Herbert Aneder. Als kleiner Bub nahm der Jubilar noch das Kriegsende wahr.

Damals war auch der Raum Dorfen mit der Eisenbahnlinie Ziel alliierter Bomber. Einmal, so erinnert sich Franzl noch genau, hatte eine Fliegerbombe gleich in Nähe mit einem riesen Knall eingeschlagen und durch die Druckwelle waren die Fensterscheiben zersprungen. „Da hatten wir große Angst.“ Der Vater musste zum Kriegsdienst und so die Mutter zuhause mit Hof und Kindern alleine zurechtkommen.

Erst als Zehnjähriger Vater kennengelernt

Seinen Vater hat der Jubilar erst als Zehnjähriger kennengelernt, denn er wurde erst 1948 aus der Kriegsgefangenschaft in Frankreich entlassen. Am Bahnhof in Wasentegernbach sahen sich dann Vater und Bub zum ersten Mal. „Für mich war er in dem Moment wie ein Fremder“, erinnert sich Franzl. Das Leben wurde wieder besser in der Nachkriegszeit und Franzl wollte nach der Schule gerne Zimmerer werden. Aber statt mit Holz zu werken, arbeitete er als 15-Jähriger zunächst einige Jahre als Knecht bei umlegenden Bauern, da er keinen Lehrherrn für seinen Traumberuf fand.

Schließlich kam er dann doch im Handwerk unter. Beim Dorfener Baugeschäft Franz Schmid begann er 1959 zunächst als Handlanger. Durch sein handwerkliches Geschick wurde er auch ohne offizielle Ausbildung „schee langsam zum Maurer“. Franzl wechselte dann 1968 zum Baugeschäft Maier nach Kraham gleich in der Nachbarschaft. Dort war er als Maurer tätig und machte sogar 1973 noch die Gesellenprüfung bei der Innung in München. Das ging damals noch ohne Ausbildung, wenn man mindestens sechs Jahre als Baufachmann gearbeitet hatte, erzählte Franzl.

Zwischenzeitlich hat der Jubilar mit Hanni Huber aus Wicheling sein Glück für’s Leben gefunden. Beim Trachtler-Theater in Wasentegernbach, damals noch in der Bahnhofsrestauration Pitzer, hat es gefunkt zwischen den Beiden. Geheiratet wurde 1965. Das Paar hält seitdem fest zusammen und feierte 2015 Goldhochzeit.

Inzwischen führt längst Sohn Klaus den Hof, den er 1998 übernommen hat. Den konventionellen Milchvieh-Betrieb hat er mit seiner Frau Brigitte vor einigen Jahren auf Bio-Landwirtschaft umgestellt. Am Anfang, so der Seniorbauer, „war’n mia scho skeptisch, aber inzwischen stehn mia alle voll dahinter“.

Neben Hof und Arbeit fand der Jubilar noch Zeit, sich gesellschaftlich zu engagieren. Einige Jahre war er sogar noch Mitglied im früheren Gemeinderat Tegernbach, war 20 Jahre Standesvertreter als BBV-Ortsobmann, erst acht Jahre stellvertretender und dann 16 Jahre erster Kommandant der FFW Grüntegernbach. Heute genießt Franzl mit seiner Frau den Ruhe- oder besser Unruhestand. Denn er hilft noch immer gerne aktiv mit auf dem Hof, macht Radl- und Busausflüge. Jeden Donnerstag ist er beim Kartler-Stammtisch und dann sind auch die Enkelkinder da und auch der große Bauergarten will gepflegt sein. Hermann Weingartner

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