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Maria Noichl ist Spitzenkandidatin der Bayern-SPD bei der EU-Wahl . 

EU-Abgeordnet bei der SPD

Vom Kopf direkt in den Mund

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Ihre Haltung ist klar: „Europa, was denn sonst?“ Und unter diesem Motto steht auch der Besuch der bayerischen SPD-Spitzenkandidatin für die Europawahl, Maria Noichl, am morgigen Donnerstag in Dorfen (19.30 Uhr, Gasthaus am Markt).

Dorfen– Der SPD-Kreisvorsitzende Martin Kern lobt die Genossin: „Klar, unverkrampft und entschieden arbeitet Maria Noichl seit 2014 im Europaparlament.“ Seit einem Jahr ist die 52-jährige Rosenheimerin auch Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, weshalb sie sich in Straßburg und Brüssel auch besonders für diese einsetzt.

Einen Namen hat sie sich aber auch in der Landwirtschaftspolitik gemacht, wo sie hauptsächlich gegen die viel zu langen Lebendtiertransporte kämpft. Kern: „Wer sie neulich in einer ARD-Dokumentation gesehen hat, als es um die Verstrickungen von CDU/CSU-Abgeordneten mit der Chemie- und Agrarindustrie ging, weiß, dass sie kein Blatt vor den Mund nimmt.“

Noichl ist gradheraus. Mit ihrer manchmal derb-bayerischen Art wurde die Spitzenkandidatin früher als provinziell belächelt. Doch sie konnte mit ihrer Eigenschaft, sich auch mal in Rage zu reden, Kritiker überzeugen. Ein Redemanuskript hat Noichl fast nie. „Die Worte strömen bei Noichl einfach so vom Kopf durch den Mund in die Welt hinaus, der Filter dazwischen ist oft hauchdünn“, analysierte die SZ.

Mitte des Monats ist Noichl allerdings arg in die Schusslinie. Sie teilte auf ihrem Facebook-Account ein mittlerweile wieder gelöschtes Bild einer Wahlkampfaktion der Jusos in Ansbach. Dort waren Blechdosen für einen Wurfwettbewerb zu sehen, auf denen Konterfeis von lebenden und toten Politikern zu sehen waren. Neben CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer und dem CSU-Spitzenkandidaten für die Europawahl, Manfred Weber, waren auch AfD-Politiker und Adolf Hitler abgebildet. Noichls Kommentar dazu: „Ein super Infostand der Juso Ansbach. Danke! Ihr seid’s spitze!“ Es brach ein Sturm der Entrüstung über Noichl herein. Sie entschuldigte sich umgehend.

Ihr politisches Rüstzeug hat sie in Rosenheim erworben, wo sie lange Jahre als Stadträtin tätig war, bevor sie für die SPD ins Europaparlament gewählt wurde. Die Mutter zweier erwachsener Söhne ist gelernte Hauswirtschaftsmeisterin und hat sich später auf dem zweiten Bildungsweg zur Fachlehrerin qualifiziert. Für die Kreis-SPD und deren Chef Kern steht fest: „Es lohnt sich jedenfalls, diese Frau auf ihrem vorletzten Auftritt vor der Wahl live in Dorfen zu erleben.“  ar

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