Redakteur Anton Renner

(BE)MERKENSWERTES DER WOCHE

Von Gaunern, Glücksspielen und Wirten

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Es gibt fast nichts, was es nicht gibt. In letzter Zeit häufen sich Nachrichten, bei denen man nur den Kopf schütteln kann, meint Redakteur Anton Renner in seinem Wochenkommentar.

Es war schon irgendwie eine kuriose Woche, die zu Ende geht. Die Dorfener Polizei hat Mitte der Woche einen spektakulären Diebstahl gemeldet. Unbekannte haben auf dem Schotterparkplatz am Dorfener Bahnhof gelagerte alte Eisenbahnschienen geklaut. Insgesamt 23 (!) Tonnen der ausgetauschten Altschienen wurden so „entsorgt“. Und niemand hat etwas davon bemerkt. Dabei müssen die Diebe mit einem Kran angerückt sein, um die schweren Teile auf einen Lkw zu hieven. Interessant ist auch, dass die Polizei den Diebstahl, der in der ersten Juliwoche geschehen ist, erst einen Monat später öffentlich macht. Wird ein Gartenzwerg oder ein Fahrrad gestohlen, geht das wesentlich schneller . . .

* * *

Schier unglaublich klingt auch die Nachricht, dass bei Volksfesten an Minderjährige keine Lose mehr verkauft werden dürfen. Was wie ein verspäteter Aprilscherz klingt, ist leider Realität. Die Regierung von Oberbayern hat soeben auf ein Gesetz aus dem Jahre 2008 verwiesen, das Losverkauf etwa an einen Glückshafen als Glücksspiel ansieht. Davon geht in den Augen des Gesetzgebers eine Suchtgefahr aus. Die Reaktion aus dem Volk darauf ist entsprechend. Manche schütteln nur mit dem Kopf, andere langen sich ans Hirn. Und wieder andere kommentieren im Internet heftig: „Jawoi, immer die gaaanz großen Probleme zuerst anpacken“, „Auf dem besten Wege in die absolute Verblödung“ und „Wieder eine Bestätigung, dass in der Regierung nur Leuchten sitzen“ sind nur einige der Kommentare dazu. Apropos Suchtgefahr: Ein 16-Jähriger darf deswegen kein Los kaufen, kann aber seinen Kummer darüber im Festzelt mit einigen Maß Bier runterspülen. Bier wird nämlich nicht als suchtgefährdend eingestuft. Oh Herr, schmeiß Hirn vom Himmel . . .

* * *

Ein echter Aufreger ist auch die Volksfestvergabe für 2020. Seit 15 Jahren werden die Dorfener von den ProstMahlzeit-Wirten bewirtet, nächstes Jahr schenkt ein Landshuter Gastronom ein. Der hat die „Unverschämtheit“ besessen, und die Dorfener Wirte bei der Ausschreibung überboten – und beim Bierpreis unterboten. Mei Liaba, der hod a Glück. Denn wenn’s ums Bier geht, da ist mit den Dorfnern glei gar ned zum Spaßn. Erinnert sei hier nur an anno 1910 . . .

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