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Kritische Worte: Immer mehr und überzogene Sicherheitsvorschriften seien existenzbedrohend für kleine Kultursäle, warnte Vorsitzender Ludwig Rudolf (l.).

Freunde des Jakobmayer

„Vorschriften sind existenzbedrohend“

Dorfen - Eine fünfjährige Erfolgsgeschichte ist das Dorfener Kulturzentrum Jakobmayer. Existenzbedrohlich für so kleine Häuser wie in Dorfen würden immer schärfere gesetzliche Vorschriften, fürchtet man beim Förderverein Freunde des Jakobmayer (FdJ).

Die Entwicklung des Jakobmayer hängt eng mit den Freunden des Jakobmayer zusammen. Seit der Gründung 2009 verfolgt der Förderverein erfolgreich als oberstes Ziel, den Kulturbetrieb im Jakobmayer ideell und finanziell zu unterstützen. Der Gründungsvorsitzende Ludwig Rudolf ist immer noch im Amt. In der Mitgliederversammlung erklärte er: „In der Summe haben wir ein ansehnliches Ergebnis erreicht. Wir können stolz sein auf den Jakobmayer.“

Zu den tragenden Säulen des Kulturzentrums gehören vor allem Saal und Kino, die der Förderverein aktiv unterstützt. Es sei die Aufgabe der Jakobmayer-Freunde, „Kultur auf hohem Niveau zu bezuschussen, die man sonst in Dorfen nicht sehen würde”, sagte Rudolf. Das waren die letzten Jahre unter anderem zahlreiche Opern, Musicals und Theater-Aufführungen. Das Engagement werde der Förderverein weiter fortsetzen.

Rudolf machte noch auf eine bedenkliche Entwicklung aufmerksam. Auch im Jakobmayer-Saal müsse bei jeder Veranstaltung, Probe oder beim Aufbau ein Sicherheitsbeauftragter ständig vor Ort sein. Die Verschärfung der Sicherheitsvorschriften sei eine Folge der Katastrophe bei der Loveparade 2010 in Duisburg mit 21 Toten und hunderten Verletzen. Dass man da regieren musste, sei richtig und nachvollziehbar. Das verursache aber natürlich mehr Kosten, die dann umlegt werden müssten.

Es mache für Rudolf aber einen deutlichen Unterschied, ob im Jakobmayer-Saal einige Leute proben, aufbauen, 200 Besucher kommen oder man eine Veranstaltung mit zigtausenden von Leuten habe. Die Vorschriften für Großveranstaltungen und kleine Säle seien die selben. Das sei „kompletter Blödsinn“ und „frustrierend“ dazu, wenn man das hohe ehrenamtliche Engagement im Kleinen vor Ort sehe. Rudolf halte den Kostenaufwand für „überzogene Vorschriften“ bei Sälen der Größe des Jakobmayer „existenzbedrohend“ und ein mögliches Aus in kleinen Orten für Kulturangebote auf hohem Niveau. Der Trend zu immer mehr Bürokratie und Vorschriften sei „extrem bedrohlich“, legte Rudolf nach.

Eine Untergangsstimmung konnte Wirtschaftsbeauftragter Hans Weilhammer noch nicht feststellen. Heuer haben zehn der bislang insgesamt 73 Aufführungen im Jakobmayer-Saal stattgefunden. Zuschauer kamen 1971 (11 848 seit 2011). Der Aufwand für die Inszenierungen heuer waren 78 158 Euro (280 452 Euro). Netto sei heuer ein Minus nach Abzug des Eigencaterings, Spenden und Zuschüsse von 14 782 Euro (46 071 Euro) geblieben. Nur aus Eigenmitteln (heuer 2217 Euro), ohne Spenden, Zuschüsse der Stadt (5000 Euro) und vor allem den seit 2015 jährlichen 12 000 Euro aus der Kulturstiftung Jakobmayer Dorfen unter dem Dach der Stiftergemeinschaft der Sparkasse Erding – Dorfen wäre so ein Kulturbetrieb in Dorfen nicht zu stemmen.

Für nächstes Jahr kündigte Weilnhammer wieder einige Veranstaltungen an. Bereits am 5., 6. und 7. Januar gibt’s mit der Opera Incognita das Musical „Ordinary Days“. Im April soll eine weitere Dorfen-Produktion von Opera Incognita und dann im Herbst zwei Theateraufführungen folgen.

Hermann Weingartner

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