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Vorstandsvorsitzender Heinrich Oberreitmeier.

Kein Schalterbetrieb mehr

VR-Bank speckt bei Filialen weiter ab

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Die VR-Bank Taufkirchen-Dorfen dünnt ihr Serviceangebot erneut aus. Ab Juli gibt es in den Bankstellen in Moosen, Grüntegernbach und Obertaufkirchen keinen Schalterbetrieb mehr. Als Grund wird mangelnde Nachfrage genannt.

Taufkirchen/Dorfen – Es ist das veränderte Kundenverhalten, das Vorstandsvorsitzender Heinrich Oberreitmeier als Grund dafür nennt, dass die VR-Bank Taufkirchen-Dorfen ihre Filialstruktur erneut anpasst. Schon Ende 2016 gab es Einschnitte: Die Bankstellen Hofkirchen und Ranoldsberg wurden geschlossen, der Schalterbetrieb in Hohenpolding, Inning, Steinkirchen und Maria Thalheim eingestellt. Jetzt wird auch der Schalterbetrieb in Moosen, Grüntegernbach und Obertaufkirchen beendet. Das bestätigte Oberreitmeier gestern auf Anfrage der Heimatzeitung.

„Immer mehr Kunden nutzen für Überweisungen Onlinebanking und holen sich Bargeld am Automaten“, begründet er die Entscheidung. Seit Jahren gingen die reinen Schalterposten drastisch zurück. Einen Service zu bieten, der kaum noch gefragt sei, das könne nicht das Ziel sein, so der Vorstandschef.

In Grüntegernbach etwa würden pro Tag zwischen ein und sechs so genannte Schalterposten, also Aktivitäten, verzeichnet. In den anderen beiden Bankstellen sei dies nicht viel anders. Die Kunden würden Geld nicht nur an Bankautomaten, sondern immer öfter auch in Supermärkten abheben. Im Taufkirchener Edeka etwa würden mehr Abhebungen verzeichnet als an den Bankautomaten im gesamten Holzland. Oberreitmeier: „Die Kunden wollen halt die Bequemlichkeit.“

2013 seien es in der Gesamtbank noch 43 000 Schalterposten pro Monat gewesen, jetzt liege man bei 20 000. „Und jährlich geht die Zahl um zehn Prozent zurück“, sagt Oberreitmeier und nennt ein drastisches Beispiel: Im August 2017 habe die Gesamtbank gerade mal 643 Schalterposten verzeichnet. Dafür waren aber 17 Mitarbeiter eingesetzt, um die rechtlichen Rahmenbedingungen zu erfüllen.

VR-Bank-Kunden der von den Schalterschließungen betroffenen drei Filialen müssen künftig bei Einzahlungen oder Abhebungen etwa vom Sparbuch oder bei Überweisungen, die nicht online getätigt werden, in eine Bankstelle fahren, in der noch Schalterbetrieb angeboten wird. Sukzessive will die VR-Bank aber die Geldautomaten in den schalterlosen Bankstellen austauschen, sodass dort dann auch Einzahlungen möglich sind, kündigte Oberreitmeier an.

Die von den Schalterschließungen betroffenen Mitarbeiter arbeiten ab Juli in anderen VR-Bank-Filialen. Kündigungen werden laut Oberreitmeier nicht ausgesprochen. Für den Vorstandsvorsitzenden ist das Wichtigste: „Die VR-Bank bleibt vor Ort. Berater stehen den Kunden nach wie vor zur Verfügung.“

Ob in Zukunft auch in anderen Bankstellen Schalter geschlossen werden oder gar ganze Filialen aufgelöst werden, darauf hat Oberreitmeier nur eine vage Antwort: „So wie wir jetzt aufgestellt sind, können wir hoffentlich auch mittelfristig bleiben.“ Doch was die Zukunft bringe, das könne nicht wirklich vorhergesagt werden.

Auch an der Gebührenschraube will Oberreitmeier nach Möglichkeit nicht drehen. Aber auch hier verweist er auf die hohen Kosten, die der Bank entstehen. Würde es nach reiner Wirtschaftlichkeit gehen, wären aufgrund der Kundenfrequenz die Hälfte der Geldautomaten der VR-Bank unwirtschaftlich.

Offiziell informiert werden die Bankkunden über die Schalterschließungen in der kommenden Woche durch persönliche Anschreiben. Oberreitmeier hofft auf Verständnis.

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