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Die Nahwärmeversorgung hat auch künftig Potenzial: Das erklärte Stadtwerke-Geschäftsführer Klaus Steiner.

Studie zum Thema Energie

Wärmebedarf in Dorfen wird sinken

Studenten der Fachhochschule Kufstein haben zusammen mit den Stadtwerken Dorfen die Entwicklung des Energiebedarfs in Dorfen eruiert. Der städtische Energieversorger plant danach Ausrichtung und Bedarf des Netzausbaus für die Nahwärmeversorgung bis ins Jahr 2040.

Dorfen– Immer mehr und besser isolierte Altbauten sowie neue Gebäude nach aktuellen Energiestandards bis hin zum Null-Energie-Haus verringern den Wärmeverbrauch in den Gebäuden teilweise massiv. Das hat Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit der Nahwärmeversorgung, weshalb die Stadtwerke Dorfen entsprechende Überlegungen anstellten, erklärte Geschäftsführer Klaus Steiner bei einem Pressegespräch. Das lokale Energieversorgungsunternehmen mache sich auf zur „Nahwärmeversorgung 3.0“.

Mit Steiner und dem neuen Betriebsleiter Alois Huber hat man bei den Stadtwerken auch die Zukunft im Blick. Um jetzt keine Fehler zu machen und nötige Maßnahmen genau zu planen, wurde zielgerichtet die künftige Entwicklung des Wärmebedarfs in Dorfen ermittelt. Dazu wurde die Fachhochschule Kufstein zurate gezogen, erklärte Steiner. Drei Studenten haben 2017 in ausgewählten Stadtgebieten alle Häuser begutachtet und aus Daten wie Bautyp, Alter, Sanierungszustand und Stockwerken den aktuellen Energiebedarf anhand des Hüllflächenverfahrens berechnet. Das liefere ziemliche genaue Daten, ohne in die Häuser hinein zu müssen. Diese Projektstudie zeigte am Ende anhand des errechneten Energiebedarfs pro Energiebedarfsfläche und andererseits der Energiedichte pro Gebiet auf, wie sich der Wärmebedarf in den nächsten zehn bis 30 Jahren in der Stadt entwickelt.

Bei den Stadtwerken mache man sich nun Gedanken zum Nahwärmenetzausausbau, wie und wo dieser auch in 40 Jahren noch wirtschaftlich ist, erklärte Steiner. So zeige die Studie, dass der gesamte jährliche Energiebedarf bis ins Jahr 2045 um 59 bis 69 Prozent sinken werde. 2025 liege der Wärmebedarf gegenüber jetzt nur noch bei knapp 60 Prozent. Das alles habe Einfluss auf die Dimensionierung von Wärmeleitungen. Sind die erst mal verlegt und später zu klein, werden die Häuser nicht warm, sind sie zu groß, ist die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben.

Mit der Studie könne man erkennen, welches Potenzial in einzelnen Stadtquartieren erreicht wird. Damit könne man planen und die Wirtschaftlichkeit künftig verbessern. Die Daten führen auch dazu, welchen Wärmebedarf die Stadtwerke wo haben und wo die Wärme dort herkomme.

Da werden dann auch die Biogasanlagen-Betreiber ins Spiel kommen, mit denen die Geschäftsführung mehr kooperieren will.

Steiner Fazit: „Das Potenzial des Wärmenetzes ist künftig auch nach den Haussanierungen noch gut.“ Ziel des Unternehmens werde es sein, eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit durch Verdichtung und Erhöhung des Leistungsabsatzes zu erreichen. Für 2018 konzentriere man sich auf die Nachverdichtung von Baulücken. Ein Ausbau im Sinne einer Netzerweiterung könne nur erfolgen, wenn dort die Wirtschaftlichkeit gegeben sei. Einen Ausbau auf Vorrat werde es nicht geben. Die Stadtwerke wollen aktiv auf die Kunden zugehen und eigene Energieberatungsleistungen anbieten, kündigte Steiner an.

Hermann Weingartner

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