Exkursion ins Niklholz: Waldbesitzer wurden von Fachleuten über die Auswirkungen des Klimawandels informiert. Foto: (AELF)

Klimawandel

Im Wald der Zukunft sollen viele Douglasien stehen

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Dorfen – Der Klimawandel zeigt sich auch in den heimischen Wäldern immer deutlicher. Ist die Douglasie eine Baumart, die dem Klimawandel trotzen kann? Die Waldbesitzervereinigung Erding (WBV) und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Erding haben diese Frage bei einer Exkursion mit Waldbesitzern in den Mittelpunkt gerückt.

Rainer Mehringer, Vorsitzender der WBV Erding, Stefan Warsönke, Bereichsleiter Forst des AELF, und Karl-Heinz Figl, Geschäftsführer der Stadtwerke Dorfen, haben dazu bei der Exkursion den Waldbesitzern im Niklholz bei Tegernbach über ihre Erfahrungen berichtet. Laut Forstdirektor Warsönke machen der Fichte, dem bisherigen „Brotbaum“ der heimischen Forstwirtschaft, Stürme, extreme Trockenheit und Borkenkäferbefall schwer zu schaffen. Die staatlichen Förster raten daher den Waldbesitzern, andere Baumarten stärker zu beteiligen und auf Vielfalt im Wald der Zukunft anstatt auf Fichtenreinbestände zu setzen.

WBV-Vorsitzender Mehringer sieht in diesem Zusammenhang die aus Nordamerika stammende Douglasie als gute Alternative zur Fichte. Die Douglasie werde seit über 100 Jahren auch in Deutschland als Gastbaumart angepflanzt und sei aufgrund des enormen Holzzuwachses für den Waldbesitzer auch eine wirtschaftlich interessante Alternative zur Fichte. Unabdingbare Voraussetzung für die Produktion von wertvollem Holz ist laut Mehringer aber die rechtzeitige und fachgerechte Astung der Douglasie.

Stadtwerkechef Figl, der für die Bewirtschaftung des Niklholzes verantwortlich ist, berichtet von guten Erfahrungen mit der Douglasie. Er wies allerdings darauf hin, dass die der Baum als Jungpflanze vor Rehwild geschützt werden müsse sowie auf kalkhaltigen und vernässten Böden ungeeignet sei.

Alexandra Hörand von der WBV Erding und Stefan Klutschewski vom AELF zeigten bei der Waldexkursion mehrere Waldbilder mit Douglasienbeimischung.

Ein Douglasienstamm mit etwa 45 Metern Höhe und einem Stammdurchmesser von über einem Meter beeindruckte die Waldbesitzer vom Wuchspotenzial der Douglasie. Eine weitere Gastbaumart in heimischen Wäldern ist die amerikanische Roteiche, die im Niklholz mit einigen Prachtexemplaren vertreten ist. Diese Baumart ist schnellwüchsiger als die heimische Eiche, produziert aber nicht ganz so wertvolles Holz.

Als eine wichtige Baumart für die Forstwirtschaft der Zukunft wird auch die Tanne gesehen, die sich im Niklholz zahlreich natürlich verjüngt. Die heimische Weißtanne gilt als klimatolerante Baumart, da sie aufgrund ihrer tiefreichenden Pfahlwurzel auch starken Stürmen widerstehen kann und längere Trockenphasen ohne Schäden überdauert.

Anton Renner

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