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Planänderung: Blickfang am Unteren Markt wird nicht die Skulptur Himmelsleiter von Alessandro Kokocinski, sondern ein Fontänenfeld.

Neugestaltung Unterer Markt in Dorfen

Wasserfontänen statt Himmelsleiter

Wasserkunst soll zur neuen Attraktion im Altstadtzentrum Dorfens werden. Auf dem gepflasterten Platz bei der Marktkirche ist statt einem Brunnen ein Fontänenfeld mit Lichteffekten geplant. Die Kosten ohne Förderung betragen bis zu 180 000 Euro.

Dorfen – Schon mehrfach hatten sich Dorfens Stadtrat und sein Bauausschuss in den vergangenen Jahren mit der Gestaltung der „guten Stube des Stadtzentrums“ befasst, wie der große Pflasterbereich östlich der Marktkirche gerne bezeichnet wird. Ein schlichter, Allerweltsbrunnen war nach der Sanierungsmaßnahme die Zierde. Später war dann mal ein Lichtbrunnen von Dorfens Künstler Thomas Bachmaier im Gespräch – und auch die geschenkte Skulptur Himmelsleiter des weltweit renommierten Künstler Alessandro Kokocinski sollte den Platz gestalterisch aufwerten. Alles war bislang in den Gremien gescheitert, meist an den Kosten. Nun gibt es eine ganz neue Wendung: Ein Wasser-Fontänenfeld soll die neue Attraktion der Stadt werden.

Bei der Vorstellung der neuesten Gestaltungsvariante für den Unteren Markt sagte Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) in der Stadtratssitzung: Die ursprünglich geplante Platzierung der Kokocinski-Skulptur sei am Standort auf Höhe des Jakobmayer „nicht praktikabel“ gewesen. Einerseits hätte die feste Installation die „funktionale Nutzung“ des Bereichs bei größeren Veranstaltungen behindert, und der Schutz der Himmelsleiter vor Vandalismus sei schwierig umzusetzen gewesen. Die Skulptur werde der Öffentlichkeit nun „an exponierter Stelle“ im Lichthof des neuen Rathauses präsentiert.

Städteplanerin Martina Schneider vom Büro „Stadt Raum Planung“ stellte die neue Gestaltung des Unteren Marktplatzes vor. Die wurde möglich, da der bisherige Brunnen auf das halbrunde Park-Areal gleich beim Altöttinger Tor versetzt wird. Aus den Zielen der vorbereitenden Untersuchungen für das Sanierungsgebiet Stadtzentrum sei ersichtlich, dass „die historischen Stadtplätze hinsichtlich der Aufenthaltsqualität optimiert werden sollen“. Konkret ist geplant, den Bereich östlich der Marktkirche mit einem Fontänenfeld und Gestaltungselementen wie großen Sitzbänken attraktiver zu gestalten.

Ein Fontänenfeld sei „ein Magnet für Kinder zum Spielen und auch ein optischer Magnet“, besonders, wenn die Fontänen mit LED-Beleuchtung kombiniert werden. Weil die Technik im Boden versenkt ist, behindern sie die Nutzung des Platzes nicht. Eine besondere Attraktion sei ein Fontänenfeld etwa bei den Marktveranstaltungen. Wassertechnik und Steuerungen seien ausgereift. Es gebe auch Möglichkeiten, den Wasserverbrauch möglichst gering zu halten. Betriebskosten konnte Schneider noch nicht nennen.

Wie zu erwarten, galt die erste Nachfrage den Kosten. Grundner nannte dazu zirka 120 000 bis 180 000 Euro, je nach Ausführung. Die Leiterin der Finanzverwaltung, Maria Bauer, schob nach, dass aus Städtebaufördermitteln mit Zuschüssen von 60 Prozent zu rechnen sei. Im Stadthaushalt seien für solche Projekte 120 000 Euro eingestellt. Ludwig Rudolf (CSU) forderte: „Wenn ma so was macha, dann g’scheit.“ Er forderte zudem, im Zuge der Platzgestaltung auch das befahren oder Parken auf dem Platz zu erschweren.

Gerald Forstmaier (GAL) befand es als sinnvoll, wenn man den Stadtplatz aufwerte. Er vermisse aber eine „klassische Wasserfläche“, wenn das Fontänenfeld nicht in Betrieb sei. Er schlug eine Kombination aus Wasserspielen und Wasserfläche vor.

Eine ganz andere Meinung vertrat Martin Heilmeier (LDW). Man habe mit der Skulptur „ein Fass aufgemacht“, was Kosten und Sicherheit betreffe. Jetzt könnte man das Fass wieder zumachen. Über 100 000 Euro für ein Fontänenfeld. „Kann sich das die Stadt überhaupt leisten?“, fragte der Landlisten-Fraktionssprecher. Und in der kalten Jahreszeit sei dann nichts auf dem Platz. „So viel Geld, wenn fünf Monate gar nix ist“, das sei „fragwürdig“.

Heiner Müller-Ermann (SPD) konterte, auch das städtische Schwimmbad habe fünf Monate zu. Das sei also kein Kriterium. Auch mehrfach geäußerte Bedenken, Kinder könnten durch das Wasser aus den Fontänen erkranken und die Stadt belangt werden, sollte man nicht zu hoch hängen. „Dann dürfte man ja gar nix mehr machen.“ Und anderswo gehe das ja wohl auch mit den Wasserfontänen.

Der Leiter Personalmanagement, Georg Seitz, wies darauf hin, im Hochwasserbecken Süd der Stadt sei das Wasser durch Kot der Wasservögel auch nicht sauber. Und doch sei der Kinderspielplatz am Wasser. Seit 15 Jahren habe es da „keine einzige Beschwerde“ gegeben.

Beschlossen wurde, den gepflasterten Bereich östlich der Marktkirche mit einem Fontänenfeld neu zu gestalten. Entsprechende Angebote sind einzuholen. Ob es auch neue Sitzelemente geben soll, werde später entschieden. Dagegen stimmten Heilmeier, Johann Selmair (LDW) und Rudolf Angermeier (EWG).

Hermann Weingartner

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