Die letzten Vorbereitungen: Fast zwei Meter im Durchmesser misst der große Adventkranz in der Pfarrkirche Dorfen. Bevor der Kranz am Freitag in die Höhe gezogen wurde, hatte Mesnerin Bozena Bartnik die Kerzen gesteckt und ein Schmuckband angebracht. Die erste Kerze wird bei der Vorabendmesse am Samstag um 18 Uhr entzündet. F.: Weingartner
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Die letzten Vorbereitungen: Fast zwei Meter im Durchmesser misst der große Adventkranz in der Pfarrkirche Dorfen. Bevor der Kranz am Freitag in die Höhe gezogen wurde, hatte Mesnerin Bozena Bartnik die Kerzen gesteckt und ein Schmuckband angebracht. Die erste Kerze wird bei der Vorabendmesse am Samstag um 18 Uhr entzündet.

Pfarrei Maria Dorfen plant großes Adventsprogramm

Weihnachten wie vor Corona?

Die Pfarrei Maria Dorfen will Weihnachten fast so feiern, wie vor der Pandemie. Sogar der Kirchenchor soll auftreten – wenn es die Diözese erlaubt.

Dorfen – „Herbei, oh ihr Gläubigen, singet Jubellieder“ – denn in der Pfarrei Maria Dorfen finden Advents- und Weihnachtsfeierlichkeiten nahezu so statt, wie in den Jahren vor Corona. Manche Gottesdienste werden zwar draußen, vor der Kirche gehalten, dafür aber ebenso feierlich und festlich. „Es besteht sogar die Hoffnung, dass der Kirchenchor den Weihnachtsgottesdienst am ersten Feiertag begleiten wird“, sagt Dorfens Kirchenmusiker Ernst Bartmann.

„Gerade zu Corona-Zeiten haben wir die Sehnsucht nach Tradition und Spiritualität, die unser Leben seit jeher geprägt hat“, glaubt Bartmann. Und Pfarrer Szczepan Matula (Pater Stephan) ergänzt: „Gott hat uns nicht verlassen – es ist in diesem schwierigen Jahr wichtiger denn je, Weihnachten zu feiern, um allen Christen zu zeigen, dass sie nicht allein sind.“ Freilich mit Maske und Sicherheitsabstand.

Der Advent ist die dunkelste Jahreszeit, in der die Nächte am längsten und die Tage am kürzesten sind. „Der Advent ist aber auch eine Gnadenzeit – und Christi Geburt bringt Licht in die Herzen. Corona zwingt uns, mehr über Gott nachzudenken“, glaubt der Pfarrer. In diesem Jahr gebe es keine Weihnachtsmärkte, weniger Stress vor den Feiertagen. „Wir können uns mit größerer Ruhe auf das Weihnachtsfest vorbereiten.“ Deshalb sei es Pater Stephan und allen anderen Verantwortlichen der Gemeinde auch wichtiger denn je, einen Impuls zu setzen. „Damit wir Liebe erfahren, und Kraft schöpfen.“

Beispielsweise beim Rorate. Werke von Händel, Vivaldi und Bach gehören zum Engelamt, ebenso wie der frühe Start, freitags um 6 Uhr morgens. „Durch die feierliche Atmosphäre bei Kerzenschein und Barockmusik, wird unser Herz berührt, unser Leben heller – ein ganz besonderer Tagesbeginn“, lädt Organisatorin Susanne Gelsheimer die Frühaufsteher unter den Dorfener Katholiken ein. Wegen der Hygienemaßnahmen werden die Flötisten sowie Organist Bartmann allerdings auf der Empore spielen, das gemeinsame Frühstück im Anschluss entfällt.

Ebenso werden wie gewohnt bei den Gottesdiensten am Samstag und Sonntag die Adventskränze gesegnet, auch will Pater Stephan im Marienstift am Vormittag des Heiligen Abends eine Eucharistiefeier abhalten. Nachmittags dann die Krippenfeier für die Kleinen – und um 22 Uhr die Christmesse, die allerdings im Freien stattfinden wird und zu der 200 Gläubige zugelassen sind.

Am ersten Weihnachtsfeiertag um 10 Uhr wird möglicherweise sogar der Kirchenchor singen können. „Wir müssen noch auf die offizielle Anweisung der Diözese warten“, erklärt Chorleiter Bartmann. Aber es bestehe Hoffnung. Wenn auch der Chor nicht wie in den vergangenen Jahren die Messe gestaltet, so können sich die Dorfener zumindest auf ein kurzes Programm freuen, so Bartmann. „Da wir draußen feiern und die Leute größtenteils stehen müssen, haben wir zeitlich natürlich andere Grenzen.“

Pater Stephan ist mittlerweile in Dorfen angekommen: „Ich würde so gerne mehr machen, doch Corona bremst mich aus.“ Vor allem freut sich der Pater, dass er viele junge Katholiken erreicht: „Es sind nicht mehr nur die älteren Gläubigen, die zur Beichte gehen – viele Jugendliche bitten mittlerweile im Beichtstuhl um Vergebung der Sünden.“ Dieser Trend sei einem Stream auf YouTube während des ersten Lockdowns zu verdanken, meint er. „Ich werde in Dorfen gebraucht. Und ich freue mich, die frohe Botschaft zu verkünden – nicht nur zur Weihachtszeit.“

Michaele Heske

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