Kunst im Bauhof: Jakob auf der Himmelsleiter. Foto: ar

Alessandro Kokocinski †

Weltweit bewundert, in Dorfen verkannt

  • schließen

2013 hat Alessandro Kokocinski der Stadt Dorfen sein Kunstwerk „Jakob auf der Himmelsleiter“ geschenkt. Dass es in der Stadt aufgestellt wird, durfte der weltweit renommierte Künstler nicht mehr erleben.

Dorfen – Alessandro Kokocinski ist tot. Der weltweit renommierte Künstler, Maler und Bildhauer starb nach Angaben von Dr. Emil Rudolf vom Dorfener Freundeskreis Kokocinski kurz vor Weihnachten im Alter von 69 Jahren in Tuscania Nahe Rom in Italien. Er erlag einer schweren Krankheit. Kokocinski hat von 1988 bis 1995 im Schloss Kalling gelebt und dort viele seiner wertvollen und gefragten Skulpturen, Bilder und Zeichnungen geschaffen. Auch Dorfen hat ein Kokocinski-Kunstwerk. Geschätzt wird es aber nicht. Es lagert seit 2013 im Bauhof der Stadt.

Aus Verbundenheit zu Dorfen hatte Kokocinski der Stadt die etwa 3,50 Meter hohe Bronzeskulptur mit dem Titel „La scala di giacobbe“ (Die Jakobsleiter) geschenkt. Die Stadt musste lediglich die Selbstkosten (Bronzematerial und Bronzeguss) in Höhe von 30 000 Euro bezahlen. Der Stadtrat hat sich in all den Jahren nicht über einen Standort für die Skulptur einigen können. Kokocinski hat nach Aussagen Rudolfs immer wieder nachgefragt, was Dorfen mit seinem Kunstwerk zu machen gedenke. Letzter Stand der Dinge: Es soll im Foyer des neuen Rathauses einen Platz finden. Die Aufstellung seiner „Jakobsleiter“ hat der Künstler leider nicht mehr erlebt.

Die Jakobs- oder Himmelsleiter wird in alle monotheistischen Weltreligionen (Judentum, Christentum und Islam) zur Sprache gebracht. Für den Freundeskreis des Künstlers in Dorfen ist klar: Gerade jetzt, in der in der Gesellschaft eine große Islamdebatte geführt wird, könnte so ein Kunstwerk für die Versöhnung zwischen Religionen und gesellschaftlichen Gruppen stehen.

Nicht nur in Kunstkreisen lacht man über Dorfen. Der Künstler stellte unter anderem in Buenos Aires, Hong Kong, Amsterdam, Peking, Venedig und Rom aus. Kokocinski-Skulpturen stehen in etlichen europäischen Metropolen. Dass eines seiner Werke aber in einem Bauhof eingelagert wird, ist ohne Beispiel. 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Die Moosener Kräuterbuschen-Frauen
Jedes Jahr treffen sich die 19 Frauen des Arbeitskreises „Glauben und Leben“ in Moosen einen Tag vor Mariä Himmelfahrt, um Kräuterbuschen zu binden. Heuer bereits zum …
Die Moosener Kräuterbuschen-Frauen
Die Erdinger Eisberg-Retter
Erding/Grönland - Es klingt nach einer verrückten Idee: Michael Käsbauer und Hans-Joachim Scheibe haben auf Grönland Eisberge gesäubert, damit diese nicht so schnell …
Die Erdinger Eisberg-Retter
Das „hässlichste Bushäusl Bayerns“ ist renoviert worden
Es galt als das hässlichste Bushäusl Bayerns: Das Kopfsburger Bushäuschen. Jetzt ist es renoviert worden. Nach mehreren Wochenenden Arbeit einiger tatkräftiger …
Das „hässlichste Bushäusl Bayerns“ ist renoviert worden
Lehrerinnen inden Ruhestandverabschiedet
Mit Magdalena Wandinger-Strauß und Claudia Makowski sind zum Ende des Schuljahres zwei langjährige Lehrerinnen des Gymnasiums Dorfen von Direktorin Andrea Hafner in den …
Lehrerinnen inden Ruhestandverabschiedet

Kommentare