Autor Anton Renner

(BE)MERKENSWERTES DER WOCHE

Wenn ein Zug vorüberfährt . . .

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In Dorfen ist am Bahnübergang der B 15 ein Güterzug bei geöffneten Schranken durchgefahren. Augenzeugen gerieten in Angst und glaubten an ein gefährliche Situation. Redakteur Anton Renner bewertet den Vorfall.

Es ist ein Vorfall, der für heftige Diskussionen gesorgt hat und zum Nachdenken anregt: Ein Güterzug hat den Dorfener B15-Bahnübergang bei geöffneter Schranke überquert. Während Augenzeugen dachten, hier wäre etwas schief gelaufen, und nur durch glückliche Umstände sei nichts passiert, gibt die Bahn Entwarnung. Aufgrund einer kurzfristigen Bahnübergangsstörung sei der Zug gemäß Eisenbahnbetriebsordnung über den Übergang gefahren. In der Betriebsordnung ist bei technischen Störungen folgendes Vorgehen ausgewiesen: „Ein Zug, der mit dem Triebfahrzeugführer allein besetzt ist, darf, nachdem er angehalten hat und die Wegebenutzer durch Achtung-Signal gewarnt sind, den Bahnübergang ohne Sicherung durch Posten befahren.“ Der Lokführer und der Fahrdienstleiter haben im Fall Dorfen also völlig richtig gehandelt. Hinzu kommt, dass auf Bahnübergängen der Eisenbahnverkehr generell Vorrang vor dem Straßenverkehr hat. Das besagen ja die Andreaskreuze. Doch wer denkt noch an die Fahrschule zurück, wo dies gelehrt wird?

Allerdings ist auch verständlich, dass jemand verstört reagieren kann, wenn bei offenen Schranken ein Zug durchfährt. Denn 2015 ist das in Wasentegernbach mehrmals passiert. Und damals rauschten die Züge mit voller Geschwindigkeit über den Bahnübergang, dessen Schranken offen waren. Und: Viele Autofahrer verlassen sich halt darauf, dass in unserer technisierten Welt an Bahnübergängen technische Sicherungen auch funktionieren.

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