Redakteur Anton Renner.

(BE)MERKENSWERTES DER WOCHE

Wenn die Ideologie über alles geht

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Die Auseinandersetzung um die Sperrung einer 200 Quadratmeter große Liegefläche im Freibad zeigt, wie in Dorfen Politik gemacht wird. Ein Kommentar von Redakteur Anton Renner.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Aus der vorübergehenden Sperrung einer rund 200 Quadratmeter großen Liegewiese im städtischen Freibad wird in Dorfen eine Staatsaffäre gemacht. Freibadfans ätzen gegen die erst vor Jahren nach Dorfen zugezogene Anwohnerin, die die Aktion wegen ihrer Lärmbeschwerden ausgelöst hat, Stadträte und Parteivertreter prügeln verbal auf Bürgermeister Heinz Grundner ein, weil dieser die Sperre veranlasst hat, ohne vorher den Stadtrat zu fragen. Und um die Dramatik noch vollends eskalieren zu lassen, wird dem Bürgermeister auch gleich noch unterstellt, er betreibe „kalkulierte Stimmungsmache“, um das das Schwimmbad kaputtzureden, um so die städtischen Grundstücksflächen versilbern zu können. Soll man darüber lachen, so nach dem Motto typisch Dorfen halt?

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Nein, dazu ist das Thema viel zu ernst. Denn es geht den Kritikern vordergründig nicht um das Freibad, es geht ihnen nicht um das berechtigte Ruhebedürfnis der Anwohner. Es geht um etwas ganz anderes: Grundner ist der erklärte Feind, ihm will man eine reinwürgen, er soll vorgeführt, soll geschwächt werden, wo immer das nur machbar ist. Da sind Ideologen am Werk, die aufgrund ihrer politischen Scheuklappen nicht wahrhaben und auch gar nicht wahrnehmen wollen, was um sie herum passiert. Wer die Fakten beiseite wischt, dass die Sportstätten und das städtische Freibad am jetzigen Standort keine Zukunft haben, der handelt nicht blauäugig, der handelt vorsätzlich. Der nimmt bewusst in Kauf, dass die Probleme für die Sportvereine immer größer werden, dass der Betrieb von Freibad, Eishalle und TSV-Plätzen wegen der Lärmproblematik immer mehr bedroht ist.

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Liebe Stadträte: Das Schwimmbad ist ein Sanierungsfall und platzt aus allen Nähten. Der TSV muss seine Jugendarbeit stark einschränken, weil die nötigen Trainingsplätze für die enorme Nachfrage von Fußballbegeisterten fehlen, der Tennisclub steht in absehbarer Zeit ohne Plätze da, da der Pachtvertrag wohl kein weiteres Mal verlängert wird. Hört endlich auf mit den politischen Guerillakämpfen. Tut endlich das, wofür ihr gewählt worden seid – zum Wohle der Stadt und der Bürger zu arbeiten!

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