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A 94-Isentalautobahn

Widerstand weicht Begeisterung

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900 Tage vor der geplanten Fertigstellung der Isentalautobahn haben Projektgesellschaft, Bau-Arbeitsgemeinschaft und Betreiber gestern Nachmittag über den aktuellen Stand informiert. Die Bauarbeiten zur Fertigstellung der A 94 zwischen Pastetten und Heldenstein sind im Zeitplan.

Dorfen – Im Februar vergangenen Jahres wurde mit dem vierstreifigen Neubau des rund 33 Kilometer langen A 94-Abschnitts zwischen Pastetten und Heldenstein begonnen. Die Projektgesellschaft Isentalautobahn GmbH & Co. KG mit den Gesellschaftern BAM-PGGM, Berger Bau und Eiffage, baut die Autobahn für die Bundesrepublik als Öffentlich-Private-Partnerschaft (ÖPP). Gut ein Jahr nach Baubeginn sind die Konturen der künftigen Trasse schon gut zu erkennen. Laut Alfred Stangassinger, technischer Geschäftsführer der Isentalautobahn GmbH, liegen die Baumaßnahmen voll im Zeitplan.

Über den Baufortschritt informierten (v. l.) Nikolaus Arndt (Technischer Projektleiter), Conrad Schwinke (Geschäftsfüher), Marcel Jordan (Kaufmännischer Projektleiter), Steffen Schütz (Pressesprecher), Oliver Lauw (kfm. Geschäftsführer) und Alfred Stangassinger (Geschäftsführer).

Gebaut wird nach modernsten Regeln der Technik des Straßen- und Ingenieurbaus, wobei besonderer Wert auf nachhaltig hohe Qualitat gelegt werde. Stangassinger: „Auch wenn wir natürlich den Zeitplan einhalten wollen, geht Qualitat vor Quantität. Nur so können wir sicherstellen, dass die nach Baufertigstellung erforderlichen Erhaltungs- und Betriebsmaßnahmen mit möglichst geringen Beeinträchtigungen des Verkehrs abgewickelt werden können.“ Dass liegt auch im Interesse der Isentalautobahn GmbH, die ab November 2019 für 30 Jahre lang für den Betrieb und Unterhalt des rund 77 Kilometer langen Abschnitts Forstinning – Marktl zuständig ist. Wäre die Verfügbarkeit der Autobahn zeitweise nicht gewährleistet, würde es weniger Geld vom Bund geben. Auf der 33 Kilometer langen Neubaustrecke werden Straßenkörper, rund 8,3 Kilometer Lärmschutzwände und 13,6 Kilometer Lärmschutzwälle, vier Anschlussstellen und 58 Bauwerke, davon vier Großbrücken mit Stützweiten von bis zu 600 Metern, gebaut. In etwas mehr als einem Jahr Bauzeit sind laut Oliver Lauw, kaufmännischer Geschäftsführer der Isentalautobahn GmbH, bereits zehn von 58 Brücken gebaut und fertiggestellt worden. Zwischen Lappach und Pausenberg wurde bereits die Asphalttragschicht eingebaut.

In Ampfing baut die Isentalautobahn Services GmbH & Co. KG in den kommenden zwei Jahren einen Betriebshof für die Autobahnmeisterei. Sie ist dann für den Abschnitt Forstinning – Marktl zuständig. Der Geschäftsführer der A 94-Isentalautobahn Services, Conrad Schwinke, will für die Autobahnmeisterei vor allem Mitarbeiter aus der Region gewinnen.

Die Stimmung gegen die jahrzehntelang verhasste Autobahn scheint sich gewandelt zu haben. Übereinstimmend berichteten die leitenden Mitarbeiter des Firmenkonsortiums gestern beim Tag des Offenen A 94-Infocenters davon, dass vom einstigen Widerstand gegen die A 94 nichts mehr zu spüren sei. Ganz im Gegenteil: Die Bevölkerung zeige hohes Interesse an der Bautätigkeit.

Die Besucher wurden auch über den Lärm-, Gewässer-, Boden- und Tierschutz im Zusammenhang mit dem Autobahnprojekt informiert. 38 Vorhaben sind als Ausgleichsmaßnahmen geplant, mit denen der Natur zurückgegeben werden soll, was an anderer Stelle der A 94 weichen muss. Die Brisanz der Umweltzerstörung will Geschäftsführer Lauw gar nicht bestreiten: „Gerade deshalb wollen wir deutlich machen, dass ein Infrastrukturprojekt dieser Bedeutung und Größenordnung ohne nachhaltigen Umwelt- und Naturschutz nicht realisierbar ist.“

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